Freitag, 22. November 2019
Dienstag, 9. Mai 2017

NORDSACHSEN

Der Präsident spricht Klartext

Bei der Pressekonferenz der Handwerkskammer zu Leipzig ging es am Dienstag um die Konjunktur im Frühjahr. HWK-Präsident Claus Gröhn (3.v.l.) verknüpfte diese auch mit anderen gesellschaftlichen Entwicklungen. Mit ihm auf dem Podium (von links): Christian Likos. Hauptabteilungsleiter Wirtschaft und Recht der Kammer, HWK-Geschäftsführer Volker Lux, Pressesprecherin Dr. Andrea Wolter. Auch die Vizepräsidenten der Handwerkskammer, Frank Tollert (Arbeitgeber) und Mike Riemann (Arbeitnehmer), waren im Haus des Handwerks mit von der Partie.Foto: TZ/S. Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Nordsachsen. Das Handwerk brummt, so Handwerks-Präsident Claus Gröhn am Dienstag. Vor Journalisten sprach er nicht nur über die Konjunktur, sondern teilte auch in Richtung Politik aus.

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Ein beinahe durchweg optimistisch gestimmter Handwerks-Präsident Claus Gröhn hat am Dienstag die Konjunkturumfrage des Kammerbezirks (Stadt+LK Leipzig, Nordsachsen) vorgestellt. 2500 der rund 12 000 in der HWK organisierte Betrieben nahmen daran teil, darunter 63 aus Nordsachsen. Die Ergebnisse, so Gröhn, würden aus seiner Erfahrung für den gesamten Bezirk passen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der an der Umfrage beteiligten Unternehmen bezeichnet ihre Geschäftslage als gut.

Das ist ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Knapp 40 Prozent sind zufrieden und 6,5 Prozent schätzen ihre Geschäftslage mit schlecht ein. Wie bereits in den zurückliegenden Jahren blicken die Betriebe sehr optimistisch in die Zukunft. Für die kommenden Monate erwarten 96 Prozent eine gleichbleibend große Nachfrage ihrer Leistungen. Knapp zwei Drittel erwartet eine gute und ein Drittel zumindest eine befriedigende Geschäftsentwicklung. Getragen wird die aktuelle Entwicklung vor allem vom Bau- und Ausbaugewerbe: Es werde „lieber ins Grundbuch als ins Sparbuch investiert“, so der Präsident.

Claus Gröhn nutzt das Podium, um weitere Botschaften abzusetzen. So warb er für Karrieren in Handwerksbetrieben, die gleichzeitig erfolgversprechender und interessanter seien, als Abitur und Studium. Er forderte einmal mehr das Azubi-Ticket analog zum Semesterticket für Studenten. Außerdem müsse die Bürokratie abgebaut werden („Ein Handwerksmeister bringt 40 Prozent seiner Arbeitszeit hinter dem Schreibtisch zu.“) und die bei 42 Berufen abgeschaffte Meisterpflicht soll wieder eingeführt werden („Bei Fliesenlegern ist die Ausbildungsquote seit Aufhebung der Meisterpflicht um 90 Prozent zurückgegangen.

Wer sich als Fliesenleger selbständig macht, braucht nichtmal den Gesellenbrief.“). Zudem forderte er die Politik auf, Handwerker beim Bilden von zeitunabhängigen Rückstellungsfonds, beispielsweise für Investitionen, zu unterstützen. Auf die Erfahrungen des Handwerks mit Flüchtlingen angesprochen, beklagte Gröhn die Trägheit der aktuellen Regelungen. „Ich fordere sofortige Integration in Arbeit. Ein Handwerksmeister ersetzt drei bis vier Sozialarbeiter.“ Gleichzeitig müsse es möglich sein, denjenigen, die sich nicht integrieren wollten, die Gelbe oder Rote Karte zu zeigen.


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