Montag, 29. Mai 2017

 
Mittwoch, 21. Dezember 2016

MOCKREHNA

Auf vier Beinen gut durch den Jahreswechsel

Bernd Walloschke arbeitet als Tierarzt in Langenreichenbach und muss sich selbst einmal im Jahr mit der Problematik eines lauten Silvesterabends auseinandersetzen. Foto: privat

Von TZ-Volontär Nick Leukhardt

Langenreichenbach. Für viele Deutsche gehört das Knallen zu Silvester wie die Eier zu Ostern oder das Christkind zu Weihnachten. Egal ob Raketen, Vulkane, Knallfrösche oder Böller, die bunten und teilweise auch ohrenbetäubend lauten Feuerwerkskörper sind inzwischen fest in unserer Tradition verwachsen und stellen vielerorts das Highlight des Jahreswechsels dar.

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Langenreichenbach. Für viele Deutsche gehört das Knallen zu Silvester wie die Eier zu Ostern oder das Christkind zu Weihnachten. Egal ob Raketen, Vulkane, Knallfrösche oder Böller, die bunten und teilweise auch ohrenbetäubend lauten Feuerwerkskörper sind inzwischen fest in unserer Tradition verwachsen und stellen vielerorts das Highlight des Jahreswechsels dar. Doch was uns Menschen einen Heidenspaß beschert, stellt für unsere vierbeinigen Freunde eine große Belastung dar. So können die grellen Blitze und lauten Geräusche bei ihnen Angst- und Panikzustände hervorrufen, die teilweise mehrere Stunden anhalten. Aus diesem Grund suchen von Jahr zu Jahr immer mehr Haustierhalter ihre Tierärzte auf, um sich beraten zu lassen, wie sie ihre pelzigen Gefährten gut durch den Jahreswechsel bringen können. Die Torgauer Zeitung sprach mit Bernd Walloschke, Langenreichenbacher Tierarzt und Hundebesitzer und ließ sich einige Tipps zum Thema Haustiere an Silvester geben:

TZ: Zuallererst, welche Haustiere sind denn besonders anfällig für Stress durch Feuerwerkskörper?
B. Walloschke: In erster Linie sind es die Hunde, um welche man sich besonders kümmern sollte. Zwar sind auch Katzen für solche Arten von Stress anfällig, allerdings zeigen sie diesen nicht so deutlich, wie Hunde es tun. Nagetiere machen diesbezüglich keine Probleme, da sie Fluchttiere sind. Und auch Vögel lassen sich von Feuerwerk kaum beeindrucken. Einfach ein Tuch über den Käfig gelegt und die gefiederten Freunde geben Ruhe. Doch prinzipiell gilt: Jedes Tier ist unterschiedlich. Es gibt Hunde, die verfallen in pure Panik wenn in ihrer Nähe geböllert wird und manche bleiben ruhig und gelassen.

Welche Möglichkeiten hat denn ein Hunde- oder Katzenhalter, um sein Haustier gut durch den Jahreswechsel zu bringen?
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Medikamenten, welche man bei seinen Tieren zu Silvester einsetzen kann. Das wäre zum einen ein Betäubungsmittel, welches den Hund müde macht und zum anderen ein so genanntes Anxiolytikum, welches dem Tier die Angst vor dem Spektakel zu nehmen. Ich würde dabei eher zu letzterem raten, da bei einer Betäubung das Tier lediglich schläfrig gemacht wird, von dem Feuerwerk allerdings noch das Meiste mitbekommt. Bei dem Anxiolytikum hat das Tier keinerlei Angst mehr und kann somit an dem Fest ganz normal teilhaben.

Können diese Medikamente irgendwelche Nebenwirkungen hervorrufen?
Ja, die gibt es durchaus. So kann das Anxiolytikum den Tieren die Hemmung nehmen und dafür sorgen, dass diese zum Beispiel auf den Teppich urinieren oder beim Essen ein Stück Fleisch vom Tisch klauen. Bei dem Betäubungsmittel ist es besonders wichtig zu wissen, dass sich die Hunde, solange es wirkt, dass Gassi gehen verkneifen. Das sollte dann, entweder noch am selben Abend direkt nach der Feier passieren oder eben früh am nächsten morgen, da ansonsten ein übelriechendes Malheur passieren kann.

Wie kann man feststellen, ob das Tier die Medikamente braucht oder ob es Silvester auch ohne gut übersteht?
Da muss man einfach ganz genau auf das Verhalten des Tieres achten. Wenn ein Hund beispielsweise bei lauten Geräuschen schnell in Panik gerät und aggressiv wird, dann ist er nicht schussfest. Es gibt auch die gegeteilige Reaktion, den so genannten Freeze, bei dem der Hund einfriert und in eine Art Schockstarre verfällt. Bei Katzen äußert sich Stress zum einen dadurch, dass sie überdurchschnittlich stark hecheln und die Speichelproduktion stärker läuft als gewohnt. Außerdem ziehen sich Katzen bei Stress meist an ruhigere Orte zurück.

Und wie geht man vor, wenn man seine Tiere mithilfe der Medikamente auf Silvester vorbereiten möchte?
Da das Medikament langsam eingeschlichen werden muss, um sich über mehrere Tage voll zu entfalten, ist es ratsam, bereits zehn Tage vor Silvester gemeinsam mit seinem Tier den Tierarzt aufzusuchen und sich von diesem beraten zu lassen. Und ungefähr drei Tage sollte man dann langsam mit der Medikation beginnen und diese auch drei Tage danach ausklingen lassen.

Gibt es auch Möglichkeiten, sein Tier ohne die Medikation ruhig durch die Feiertage zu bringen?
Eine wirklich Alternative zu den Medikamenten gibt es eigentlich nicht. Man kann den Tieren zwar nicht die komplette Angst nehmen, allerdings kann man ihnen die schwierige Zeit um einiges Erleichtern. So ist es bei Hunden wichtig, sich nicht anmerken zu lassen, dass es ein besonderer Tag ist. Man sollte einfach den ganz normal Tagesablauf durchziehen und den Hund nicht zu sehr in den Vordergrund stellen. Bei Katzen ist es so, dass diese sich einen Rückzugsort suchen, sobald sie unter Stress stehen. Diesen sollte man ihnen dann auch gewähren und sie sich in Frieden beruhigen lassen. Und wenn man viel Besuch erwartet, sollte aufhalten oder zu Freunden oder Verwandten gebracht werden, bei denen es ein bisschen ruhiger ist.

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