Donnerstag, 12. Dezember 2019
Dienstag, 3. Januar 2017

NORDSACHSEN

Der Landkreis sucht seine Zukunft

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Durch ein neues Gutachten will Nordsachsen herausfinden, wie es trotz der Folgen der demographischen Entwicklung weiter existieren kann.

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Nordsachsen. Leipzig boomt und mit der Messestadt auch die umliegenden Städte und Gemeinden. Auch Nordsachsen profitiert. Zumindest teilweise. Denn wie der ultraperiphere Raum – beispielsweise in Ostelbien –  aus der Entwicklung Nektar ziehen kann, ist nach wie vor nicht so richtig klar. Das könnte sich jedoch bald ändern. Den Kopf nicht in den Sand stecken und über das Schicksal jammern, fordert Nordsachsens Landrat Kai Emanuel. „Jede Region hat Stärken und Schwächen. Wir sind jetzt dabei, das Thema Demografie wissenschaftlich aufzugreifen, um aus dieser Untersuchung die Handlungsoptionen des Kreises herauszuarbeiten“, kündigte er jetzt in einem Gespräch mit der Torgauer Zeitung an. Am Ende wollen er und seine Verwaltung wissen: Wo können wir direkt eingreifen, wo haben wir Steuerungsoptionen?


„Als Landkreis kann ich weder Wohngebiete ausweisen, noch Kindergärten bauen. Ich kann aber mit den Kommunen reden, die das können und moderieren, dass unterschiedliche Profilierungen zwischen den Standorten herauskommen“, erläutert der Landrat die Ausgangslage.  Ziel sei ein Kreisentwicklungskonzept: „Wir reden von Bauleitplanung, Kitabedarfsplanung, Schulnetzplanung bis hin zum seniorenbezogenen Gesamtkonzept. Das alles spielt eine Rolle, und wir benötigen eine klare strategische Ausrichtung für unseren Landkreis, wie wir diese Bausteine in den nächsten zehn Jahren nutzen wollen“, so Kai Emanuel.


Viel Zeit will er dafür nicht mehr verstreichen lassen. Das Gutachten sei beauftragt und beginne 2017 zu laufen. „Ich gehe mal davon aus, dass dieses Werk im dritten Quartal 2017 vorliegt, und wir dann darüber diskutieren, wie wir damit umgehen.“
Klar ist schon jetzt, dass ganz unterschiedliche Blickwinkel eine Rolle spielen werden, und auch das Verhältnis der Landkreiskommunen untereinander eine Rolle spielen wird und muss. „Es geht im Gutachten vor allem um Handlungsempfehlungen, die sich aus Wanderungsbewegungen ergeben. Und da gibt es ja nicht nur Bewegungen in das Oberzentrum Leipzig“, so der Landrat. Es werde vielmehr unterschieden zwischen Ausbildungswanderung, Berufswanderung und Altenwanderung. Im letzteren Bereich würden auch die Mittelzentren wie Torgau oder Oschatz Menschen aus dem Umland anziehen. „Auch da muss man sehen, wie man das entwickelt. Denn es ist richtig, dass diese Menschen in die Städte ziehen. Das hat aber auch Folgen für die Dörfer, die man einbeziehen muss“, weiß der Landrat Nordsachsens. Dass kleine Dörfer dadurch über lang oder kurz nur noch Wölfe beheimaten werden, glaubt er nicht. „Es gibt eine Reihe von Menschen, die die Ruhe schätzen. Ich bin nicht soweit, dass ich daran denke, Gebiete aufzugeben!“


Fakt ist aber, dass zusätzliche Anstrengungen nötig sein werden, um die Entwicklung der Region voran zu treiben. „Der Landkreis hat eine Ausgleichsfunktion zwischen seinen einzelnen Regionen. Das hat in den letzten Jahren kaum jemanden interessiert, weil sich alle immer gleich entwickelt haben. Jetzt haben wir aber einen Teil des Kreises der wächst, während der andere schrumpft. Da bekommt die Ausgleichsfunktion ein ganz neue Bedeutung“, weiß Emanuel. Wie er diese Funktion wahrnehmen kann, sei fallabhängig. „Wir können moderieren, und wenn die Gemeinden zu schwach sind auch finanziell unterstützen. Allerdings gibt es ein Finanzausgleichssystem, das dafür sorgt, dass die Abstufungen nicht zu groß sind.“ Den Freistaat will er nicht direkt in die Pflicht nehmen. Dieser versuche schon aus eigenem Antrieb zu helfen, unter anderem indem er seine Behörden im ländlichen Raum verteile.

 


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