Freitag, 6. Januar 2017

MOCKREHNA

Wie viele Unfälle müssen noch passieren?

Die TZ berichtete schon mehrfach von der defekten Schranke.Foto: TZ/Archiv

Von Nick Leukhardt

Klitzschen. Wir schreiben das Jahr 2014. Wegen zu tief stehender Sonne übersieht ein Autofahrer an dem, zu dieser Zeit noch nicht so stark befahrenen Bahnübergang zwischen dem Abzweig B87 und Klitzschen, die sich schließende Schranke und demolierte diese so stark, dass sie von der Deutschen Bahn AG erneuert werden musste. So weit so gut, dachte man sich damals, so etwas kann ja mal passieren.

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Klitzschen. Wir schreiben das Jahr 2014. Wegen zu tief stehender Sonne übersieht ein Autofahrer an dem, zu dieser Zeit noch nicht so stark befahrenen Bahnübergang zwischen dem Abzweig B87 und Klitzschen, die sich schließende Schranke und demolierte diese so stark, dass sie von der Deutschen Bahn AG erneuert werden musste. So weit so gut, dachte man sich damals, so etwas kann ja mal passieren. Im Jahre 2017 hat es eben dieser Bahnübergang fast schon zu einer Art lokalen Prominenz geschafft.

„Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man schon fast wieder darüber lachen“, fasst Klitzschens Ortsvorsteher Olaf Zenker die Situation zusammen. Ganze vier Mal kam es im vergangenen Jahr an dem Bahnübergang zu Unfällen und jedes Mal musste dort eine neue Schranke installiert werden. Der Grund hierfür? Zu Beginn der Unfallserie im August argumentierte die Deutsche Bahn noch mit dem starken Verkehrsaufkommen durch die Bauarbeiten an der Bundesstraße B87 und die damit einhergehende Umleitung über Klitzschen. Technisch sei der Übergang „in tadellosem Zustand“, erklärte damals ein Sprecher der Bahn. „Farbanstrich und Akustik der Schranke sind in Ordnung“. 

Doch der Zustand des Bahnübergans sei gar nicht das Problem, welches für die Häufung der Unfälle dort verantwortlich sei, erklärt Olaf Zenker, der von seinem Zuhause aus einen direkten Blick auf die Schrankenanlage hat. Es sei vielmehr die Funktionsweise an sich, wo der Hase im Pfeffer liege. „Der Bahnübergang ist lediglich mit einer Art  Glocke versehen, welche erst kurz vor der Schließung der Schranken anfängt zu läuten und die Auto- oder Lkw-Fahrern dann natürlich viel zu spät warnt.“

Und auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, welche seit den ersten beiden Unfällen im August 2016 dort eingeführt wurde, helfe nur bedingt. „Wenn ein Lkw mit 30 Stundenkilometern den Bahnübergang passiert und es in diesem Moment anfängt zu klingeln, dann hat dieser doch gar nicht mehr genug Zeit, um von dem Übergang wegzukommen ohne dass er die Schranke dabei mitnimmt.“
Einer ganz ähnlichen Meinung ist in diesem Fall auch Peter Klepel, Bürgermeister der Gemeinde Mockrehna. Für ihn besteht die einzige Lösung des Problems darin, den Übergang mit einem modernen Lichtsystem auszustatten, welches die anfahrenden Personen rechtzeitig über das Schließen der Schranken informiert.

„Ich habe bereits mit einigen Unfallverursachern Gespräche geführt und denen war zu entnehmen, dass sie absolut nichts für die Demolierung der Schranke konnten. Diese schließt sich einfach ohne Ankündigung und die Autos oder Lkw stehen mitten auf den Schienen.“ Doch gegen solch einen großen Staatskonzern wie die Deutsche Bahn anzutreten, das sieht der Kommunalpolitiker als einen Kampf gegen Windmühlen. „Ich wüsste gar nicht, wo ich mich überhaupt beschweren soll. Man meldet irgendwo sein Problem, wird dann weitergeleitet und am Ende interessiert es dann doch keinen und es verläuft sich.“

Eine deutlich bessere Chance auf Gehör bei der Deutschen Bahn AG hat da schon Bundestagsabgeordneter Marian Wendt. Für ihn ist spätestens seit dem Unfall im Dezember vergangenen Jahres klar: Der Bahnübergang in Klitzschen stellt ein enormes Sicherheitsrisiko dar und muss umgehend auf einen modernen Stand gebracht werden. Zwar sei dort bisher noch kein größerer Unfall passiert, doch das sei auch nur eine Frage der Zeit.

So schaltete sich der CDU-Politiker in die Vorgänge am Klitzschener Bahnübergang ein und versuchte, mit der Bahn ins Gespräch zu kommen. Mit Erfolg. So wolle, laut Wendt, die Deutsche Bahn AG noch im Januar dieses Jahres gemeinsam mit dem Straßenbauamt eine so genannte Verkehrsschau durchführen, um die Situation vor Ort genau festzustellen und möglicherweise auch dementsprechend zu handeln. Ob danach dann tatsächlich die vielerorts gewünschte Lichtanlage kommen wird, bleibt jedoch abzuwarten.


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