Freitag, 24. November 2017

 
Montag, 30. Januar 2017

TORGAU

"Das Haus steht. Türen und Fenster gehen auf und zu."

Bürgermeister Wolfgang Sarembe bespricht mit der Süptitzer Kita-Leiterin Kathrin Laube die Ausbaupläne für die Einrichtung. Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Dreiheide. Da waren sie wieder, die obligatorischen Bauanträge. Gleich drei Planungen für Eigenheime durfte Dreiheides Bürgermeister Wolfgang Sarembe am vergangenen Dienstag im Süptitzer Ratssaal nach oben halten. Dabei handelte es sich um zwei Bauvorhaben in Weidenhain sowie eines in Süptitz. Und obgleich Vize-Bürgermeister Jürgen Fink beim Ausklappen der Papierstapel tadellos assistierte, war des Bürgermeisters Stimmung nicht ganz ungetrübt. TZ nahm dies zum Anlass, sich mit Wolfgang Sarembe im Rahmen der Bürgermeister-Serie zu unterhalten.

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TZ: Glückwunsch, wieder drei Bauanträge! Da kann man doch mal lachen!
Wolfgang Sarembe:
Einerseits freue ich mich darüber natürlich sehr, andererseits geht uns tatsächlich so langsam das Bauland aus.

Weist man eben neues aus. Die Nachfrage ist doch ungebrochen ...
Wenn das mal so einfach wäre ...

... ist es wohl nicht?
Jedenfalls nicht bei uns in Dreiheide.

Was spricht dagegen?
Der Umstand, dass die Gemeinde über keinen rechtskräftigen Flächennutzungsplan verfügt und es Bauanfragen  für Orte im ländlichen Raum sehr schwer haben. Das betrifft vor allem die beiden Ortschaften Weidenhain und Süptitz. Natürlich spielt hierbei auch jener Nachteil eine Rolle, dass Dreiheide im Verwaltungsdeutsch keine zentralörtliche Funktion zukommt.

Übersetzt „zu unwichtig“?
Grob gesagt ja. Deswegen hatte es auch schon Gespräche mit dem Landrat gegeben. Es kann doch nicht sein, dass Dörfern einerseits eine Entwicklung verbaut wird, andererseits man sich in Leipzig und Dresden auf die Schultern klopft und sagt, dass man die ländlichen Gebiete nicht sterben lassen wolle. Derartige Beschränkungen wie im Baurecht führen aber genau zu jener negativen Entwicklung.

Und nun soll Herr Emanuel in Leipzig und Dresden mal kräftig auf den Tisch klopfen?
Genau deswegen ist er ja unser Landrat. Er vertritt eben nicht nur größere
Gemeinden und Städte. Auch sein Ziel ist es, den ländlichen Raum zu stärken. Über diese Problematik haben mein Stellvertreter und ich übrigens auch während des Neujahrsempfangs auf Schloss Hartenfels mit ihm gesprochen.

Von Problemen scheint man bei der energetischen Sanierung der Weidenhainer Grundschule und der Aufstockung der Süptitzer Kindertagesstätte aber meilenweit entfernt ...
Beide Vorhaben sind Bestandteile unseres 2017er Haushaltsplans, wobei die Kita Süptitz hier lediglich mit den Planungsleistungen verankert ist.

Mit jenem Kita-Projekt geht‘s aber rasant vorwärts. Wie kommt’s?
Der Gemeinderat steht geschlossen hinter dem Projekt. Das wurde zur jüngsten Sitzung in Süptitz deutlich, als wir nichtöffentlich über unseren Haushalt debattierten. Einen großen Anteil daran hat Gemeinderat Michael Popp, dessen akribische Vorplanung für ein Treffen mit dem Landesjugendamt im Dezember goldwert war.

Welches Ergebnis brachte jene Zusammenkunft?
Das Landesjugendamt signalisierte uns, dass die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten 18 zusätzliche Betreuungsplätze ermöglichen. Nun prüfen wir sogar eine Option, die Zahl auf 24 zu steigern.

Was gewiss teurer werden wird ...
Wir sind uns ohnehin im Gemeinderat im Klaren darüber, dass die 260 000 Euro, die wir 2018 verbauen wollten, hierfür nicht langen werden, zumal auch Änderungen an der Fluchttreppe, zusätzliche Arbeiten an der Fassade und die Erneuerung der Fenster anstehen.

Das alles gibt die Schatzkiste der Gemeinde her?
Sie wird es dank Fördermöglichkeiten hergeben. Daran wird im Gemeinderat auch nicht gerüttelt. Grundschule und Kindergarten genießen – und da muss ich mich bei den gewählten Bürgervertretern bedanken – allerhöchste Priorität.


Stichwort aktueller Haushalt: Wie weit sind die Beratungen fortgeschritten?
Das Haus steht. Türen und Fenster gehen auf und zu. Was jetzt noch kommt sind Verschönerungen. Geplant ist, das Zahlenwerk, das jetzt durch die zweite nichtöffentliche Lesung ging, im Februar zu beschließen.

Um im Bild zu bleiben: Wie schwer war es, dass sich Fenster und Türen öffnen lassen?
Wir können uns glücklich schätzen schuldenfrei zu sein. Unsere Finanzlage ist gut.

Könnte man da nicht getrost auch eine höhere Umlage an die Torgauer Verwaltungsgemeinschaft abdrücken? Und was ist eigentlich mit der Gemeinschaftsvereinbarung, deren Neufassung bereits im vergangenen Jahr für Diskussionen sorgte?
Was Umlage und Gemeinschaftsvereinbarung angeht, haben wir und Torgau Stillschweigen vereinbart. Allerdings gehe ich davon aus, dass es noch in diesem Jahr eine Einigung gibt. Mehr möchte ich zu dem Thema derzeit nicht sagen.

Dann vielleicht aber zu weiteren Investitionen, die in diesem Jahr in Dreiheide anstehen?
Um ein paar Beispiele zu nennen: Auf dem Süptitzer Sportplatz soll ein öffentlicher Bolzplatz entstehen, für den es auch einen neuen Ballfangzaun geben wird. Die Feuerwehr in Großwig erhält neue Atemschutztechnik und die Straßenbeleuchtung im Hölzchen- und Mühlenweg in Süptitz wird angegangen. Zudem statten wir den Torgischen Radweg mit Schildern und Schutzhütten für Radler aus.

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