Dienstag, 25. April 2017

 
Donnerstag, 9. Februar 2017

MOCKREHNA

Gehweg führte zum Eklat

Lars Farcken vom Ingenieurbüro Klemm & Hensen stellte den aktuellen Planungsstand für die Mühlbergstraße in Strelln vor. Foto: TZ/S. Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Kaum war die Abstimmung aktenkundig, hielt es den Strellner Ortsvorsteher Gerd Zogbaum und seinen Mitstreiter Günter Fromm nicht mehr auf den Stühlen.

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Mockrehna. Unter den ungläubigen Blicken der Gäste und Gemeinderäte verließen sie noch während der Ratssitzung den Ort des Geschehens. Doch was war geschehen?

Es ging um den Neubau der Strellner Ortsdurchfahrt. Ein Jahrhundertprojekt könnte man sagen, zumindest wenn man bedenkt, dass der Bau der rund 1,2 Kilometer langen Strecke seit 1994 in den Schubladen verschiedener Bürgermeister lag. In diesem Jahr soll es nun soweit sein und in der Ratssitzung hatte das zuständige Ingenieurbüro die Aufgabe, seine Planungen vorzustellen. Die Eckdaten: zwei Bauabschnitte, einer 2017, einer 2018; zwei barrierefreie Bushaltestellen werden eingerichtet, an der Gaststätte und gegenüberliegend leicht versetzt; 45 Grundstückseinfahrten werden ausgebaut und anthrazitfarben; etliche Bäume werden gefällt, dafür gibt es 20 Ersatzpflanzungen; 20 Stellflächen für Autos werden angelegt und mit den Steinen der alten Straße gepflastert; die Straße wird auf sechs Metern Breite asphaltiert; die Gehwege messen mindestens zwei Meter und werden sich in herbstlaubfarbenem Betonstein präsentieren. Allerdings gibt es einen Fußweg- Abschnitt, wo alles anders werden soll. Ziemlich am Ende des Dorfes, nahe dem Ortsausgang in Richtung Audenhain reicht der Platz nicht aus. Der Fußweg ist dort auf der südlichen Seite mit 1,5 Metern geplant, auf der gegenüberliegenden (Friedhofs-)Seite soll nur der Rand befestigt werden. Grund sei, so erklärte es Lars Farcken vom Ingenieurbüro Klemm & Hensen, dass im Rahmen eines früheren Anlaufs für den Straßenbau bereits Straßenbeleuchtungen auf der Südseite aufgestellt wurden. Daran habe man sich orientiert.

Und genau an dieser Stelle setzten die Strellner Ortschaftsräte an. Über die Verwaltung brachten sie am Dienstag einen Antrag in den Rat ein, den Gehweg auf die andere Seite zu verlegen. Denn, so begründete Gerd Zogbaum, auf dieser Seite befinde sich der Friedhof, von vielen Dorfbewohnern regelmäßig besucht werde. Die müssten nun die Straße überqueren, um dorthin zu kommen. Außerdem seien deutlich mehr Grundstückszufahrten auf der nördlichen Seite. „Jeder weiß wie es ist, wenn man mit dem Auto aus dem Grundstück direkt auf die Straße fährt – das ist gefährlich. Besser ist es da, den Fußweg dazwischen zu haben“, argumentierte Günter Fromm.

Problem des Antrags: Die Verlegung würde ersten Schätzungen zufolge wenigstens 20 000 Euro aus dem Gemeindesäckel kosten und den Baubeginn um circa zwei Monate nach hinten verschieben.
Inhaltlich ernteten die Strellner durchaus Verständnis bei den Gemeinderäten. Was diese allerdings nicht verstehen wollten: Warum kommt ein solcher Vorschlag erst im Februar 2017 auf den Tisch? Wirklich schlüssig konnten Fromm und Zogbaum das nicht erklären. Allerdings machten sie deutlich, dass sie sich hintergangen fühlen. Sie seien immer davon ausgegangen, dass der Fußweg nördlich verlaufen werden. Zwar hätten sie bereits im Oktober einen Plan auf dem Tisch gehabt, der sei aber nicht lesbar gewesen. Erst zur Jahreswende hätten sie ein nutzbares Exemplar besessen. „Wir haben uns mit vielen Bürgern unterhalten und 95 Prozent haben gesagt: Ihr seid wahnsinnig, wenn ihr das so baut!“, berichtete Fromm.

Doch Geld und Zeit ließen die Gemeinderäte nicht los. Er sehe das Problem genauso, habe aber Bauchschmerzen wegen der Zusatzkosten, bekannte Dietmar Kloß. 20 000 Euro würde bei weitem nicht reichen, schätzte Lothar Haupt ein, da zusätzlich ein Envia-Kabel umverlegt werden müsse. Und Bürgermeister Peter Klepel rechnete vor, dass die Verzögerungen in der Planung sogar dafür sorgen könnten, dass 2017 gar nicht mehr gebaut werde.

Günter Fromm schreckte beides nicht. Bei einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro über 20 000 Euro zu streiten, seit kleinlich und „wir haben so viele Jahre auf die Straße gewartet, da macht ein Jahr auch nichts mehr, wenn wir dafür keinen Murks bekommen.“ Wie ernst es ihm war machte dann nochmal Gerd Zogbaum deutlich: „Wir werden an keiner Planung mitwirken, die nicht die nördliche Variante beinhaltet. Und wenn das jetzt nicht klappt, dann machen wir es eben mit dem Bürgermeister, der als nächster gewählt wird.“ Das fand Frank Dietze „frech“ und Heidi Hallek mahnte: „Wir sollten sachlich sprechen und nicht persönlich werden!“ Dann wurde abgestimmt: Der Fußweg verläuft demnächst südlich.


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