Dienstag, 25. Juli 2017

 
Donnerstag, 16. Februar 2017

TORGAU

Mit Heimvorteil zum Pokalsieg gebacken

Bäckermeister Michael Füchsel, poliert den begehrten Pokal.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Das sieht Ehefrau Christine Füchsel gewiss gaaaanz gern: Ihr Michael greift mit einem verschmitzten Lächeln zum Putztuch und wienert und wienert und wienert – eben wie ein echter Siegertyp: Sein Enthusiasmus kommt nicht von ungefähr. Das, was der Bäckermeister da in den Händen hält, hat er sich wahrlich verdient.

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Drei Tage lang haben er und sein gesamtes Team dafür geschuftet. Der gläserne Pokal ist der Lohn für eine süße Leckerei, mit der die Bäckerei Füchsel am vergangenen Wochenende zum vierten Mal in Folge der Konkurrenz bei der traditionellen Pfannkuchenmeile im PEP eine Nasenlänge voraus war und den ausgelobten Wanderpokal, den es seit drei Jahren gibt, fortan ihr Eigen nennen darf.

Die erste, die sich das Ding nach der Siegerehrung schnappte, war Verkäuferin Regina Quentmeier. Drei Jahre lang hatte der Pokal bereits in der Firmenzentrale in der Holzweißigstraße im Regal gestanden. Nun sollte er auch mal in der Füchsel-Filiale in Nordwest bestaunt werden. Zum Polieren freilich holte ihn der Chef nochmals zu sich. „Versprochen, der kommt wieder nach Nordwest. Zumindest vorerst“, schmunzelte Michael Füchsel, der beim Saubermachen wahrscheinlich noch nie so viel Spaß hatte.

Nur 20 Zentimeter hoch ist der Pokal für Füchsel doch immens wichtig. Er sei Ausdruck dafür, dass Handwerk doch noch goldenen Boden habe, sagt der Bäckermeister, der seit 15 Jahren bei der Pfannkuchenmeile aktiv ist. In diesem Jahr gingen allein an seinem Stand knapp 3000 Pfannkuchen über die Ladentheke. Mehrfach musste Füchsel mit dem Transporter für Nachschub sorgen. Erst gegen 15.30 Uhr, als der Ansturm der Besucher langsam abebbte, verstärkte der Bäckermeister sein weibliches Verkaufsteam. Das hatte bis auf wenige Bleche die Pfannkuchen, die mit insgesamt zehn Füllungen* aufwarten konnten, unter die Leute gebracht. Besonders beliebt waren wieder einmal die Aprikosen- und Mehrfruchtfüllungen, obgleich von den Pfannkuchen mit Eierlikör schon um 10 Uhr nix mehr übrig war. Da half auch keine so akkurate Buchführung – immerhin schreibt Füchsel jedes Detail, jeden Trend beim Wettstreit nieder. „Im nächsten Jahr hat man sonst alles wieder vergessen“, sagt er. Wohlan, mit der immensen Nachfrage nach der Eierlikörfüllung habe er nicht im Entferntesten gerechnet.

Dabei wollte er auch diesmal nichts dem Zufall überlassen. Sich seines Heimvorteils bewusst – das heißt, dass die Pfannkuchen wegen der kurzen Fahrtstrecke relativ frisch in der Auslage landen – sollten Gäste und Jury unter anderem mit etwa 300 mit Marzipan-Gesichtern verzierten Backwaren überzeugt werden.

Doch was ist nun das Besondere an den Füchsel-Pfannkuchen? Was ist der Grund für den vierten Sieg in Folge? „Zuerst einmal ein dickes Lob an alle Mitbewerber“,  suchte der Bäckermeister nach einer Erklärung. Jeder habe mit großartiger Ware und tollen Standideen seinen Teil dazu beigetragen, dass die diesjährige Pfannkuchenmeile so gut angenommen worden sei. Dann wurde er schon konkreter – wenigstens etwas. „Wir machen die Pfannkuchen eben wie früher“, erklärt Füchsel. Egal ob schrumpelig, allein der Geschmack zähle.

Und für diesen brauche es nun einmal keine Zusatzstoffe sondern vor allem Zeit – ein klarer Seitenhieb auf die Backwarenindustrie. Und ja, der Heimvorteil sei definitiv nicht von der Hand zu weisen. „Wenn ich beispielsweise eine Anfrage aus Grimma hätte, wäre ich mir sicher, dass ich dort nicht so gut abschneiden würde“, geht Füchsel über das Geheimnis von Fetttemperatur und Mischungsverhältnis der Zutaten hinaus.

Stichwort Fett: Beim Zurückstellen des blankgewienerten Pokals erinnert sich der Torgauer Bäckermeister an eine Geschichte, die Anfang der 2000er Jahre hätte richtig böse ausgehen können. Damals sollten die Pfannkuchen wirklich ganz frisch zur Pfannkuchenmeile in die Auslage wandern. Also schaffte man sich ein transportables Backgerät an. Um zu testen, ob es auch wirklich funktioniert, gab‘s in der Backstube schon mal einen Probelauf. Das Gerät sei daraufhin mit dem fast schon abgekühlten Fett in den Transporter gestellt worden und es sei auch nicht vergessen worden, jedem Bescheid zu geben, dass sich der Behälter darin befindet.

Jedem? Leider hatte man Füchsels Ehefrau Christine vergessen. Der Zufall wollte es, dass ausgerechnet sie am Abend noch mal in den Wagen sprang, woraufhin sich etwa 10 Kilogramm noch halbwegs flüssiges Fett während der Fahrt im Innenraum verteilten. „Wir hatten Glück, dass nichts weiter passierte. Nicht auszudenken, wenn die ,Suppe‘ zwischen die Pedale gelangt wäre...“, erinnert sich Füchsel. Folge war, und damit schließt sich der Bogen der Geschichte, dass der Bäckermeister zum Meisterputzer wurde, damals allerdings mit deutlich weniger Enthusiasmus als in dieser Woche.


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