Sonntag, 19. März 2017

TORGAU

Nach unfreiwilligem Auszug neues Domizil gefunden

Vollzogen die symbolische Ausstellungseröffnung: Siegfried Letzel (der Macher), Betina Bebst, Sabine Koch (engagierte Vereinsmitglieder) und Carola Scheuren (Vorsitzende des Internationalen Hahnemannzentrums Torgau).Foto: TZ/Lehmann

von unserem Redakteur Frank Lehmann

Torgau. „Wir sind nicht freiwillig aus dem Hahnemann-Haus ausgezogen. Da ging es uns genau wie Dr. Samuel Hahnemann, der 1811 wegen des Festungsbaus sein Freihaus in Torgau verlassen musste. Wir konnten jedoch Dank der Unterstützung der Familie Schumann in Torgau bleiben, haben jetzt ein neues Domizil und eine hochinteressante Ausstellung in der Wintergrüne“, stellte Carola Scheuren, Vorsitzende des Vereins Internationales Hahnemannzentrum Torgau am Wochenende bei der Ausstellungseröffnung fest. Damit hielt sie das vor Monaten abgelegte Versprechen, in Torgau zu bleiben.

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Zuvor hatte sie noch einmal kurz das Schaffen und Wirken sowie die Ideen von Dr. Samuel Hahnemann Revue passieren lassen. Sie beschrieb es als Reformation der bisherigen Medizin. Und Torgau spielte dabei eine wesentliche Rolle, schrieb er doch hier 1810 das Organon 1, das theoretische Grundlagenwerk der Homöopathie, der Behandlung mit kleinsten Mengen.

In ihrer Eröffnungsrede dankte Carola Scheuren unter anderem allen Freunden im In- und Ausland (Spenden kamen aus 38 Ländern der Erde), dem Verband der Deutschen Homöopathen, ihren aktiven Mitstreiterinnen Sabine Koch und Betina Bebst, Ausstellungsmacher Siegfried Letzel sowie Martin Uhlenburg-Schmidt, der die technische Seite der Ausstellung realisierte. Über die installierten Tablett-PC bzw. das eigene Smartphone können per QR-Code circa 80 Gigabyte an Texten zu den Ausstellungstücken abgerufen werden, dies auch in englisch.

Ausstellungseröffnung Internationales Hahnemannzentrum Torgau ( weitere Bilder ansehen…)

Natürlich vergaß sie auch die Eigentümer des Hauses in der Wintergrüne nicht, die dem Verein ein neues Domizil, und das mietfrei, bescherten. Stellvertretend nahm Gerhard Schumann für seine Tochter und seinen Schwiegersohn, ihnen gehört das Objekt, eine Rose entgegen. In seiner unnachahmlichen Art ließ Schumann dann die Geschehnisse noch einmal Revue passieren. „Ich danke den Torgauer Stadträten, die den Hahnemann-Verein aus dem Hahnemannhaus  verwiesen haben. So ist es uns nämlich erst möglich geworden, unsere historischen Räume hier in der Wintergrüne sinnvoll zu belegen. Ich bin mir sicher, dass dieser Schilbürgerstreich der Torgauer Abgeordnten in die Analen der Stadt eingeht“, formulierte er fast wörtlich.

Diesen Gedanken griff auch der Schauspieler Andreas Jung auf, der unter anderem durch die Darstellung von Dr. Samuel Hahnemann im Rahmen der bekannten Verfilmung von dessen Biografie bekannt wurde. In der Robe des Dr. Hahnemann  sprach er von einer „unsäglichen Kündigung“, die mit der jetzt eröffneten Ausstellung wohl ein echtes Wunder bewirkt habe. Jung, selbst als Kind durch die Homöopathie von einer chronischen Bronchitis geheilt, wurde für sein Wirken durch Carola Scheuren zum ersten Botschafter des Internationalen Hahnemannzentrums Torgau ernannt. Eine Urkunde  belegt dies auch förmlich. Weitere Botschafter werden folgen, hieß es.

Für eine noch engere Zusammenarbeit plädierte Dr. Helge Landmann, Vorsitzender des Hahnemannzentrums Meißen, das seinen Sitz im ehemaligen Kloster „Heilig Kreuz“ hat. Gleichzeitig wünschte er dem Torgauer Verein sehr viel Erfolg, sehr viele Freunde und eine starke Bürgerschaft, die hinter dem Wirken des Vereins steht. In Meißen kann man darauf bauen.

Bereits am Freitag Abend hatte Andrea Staude, Vizepräsidentin der Landesdirektion Sachsen ihre Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass der Verein Internationales Hahnemannzentrum Torgau  in der Stadt geblieben ist und damit sowie mit der Ausstellung einen Anlaufpunkt für Homöopathen aus der ganzen Welt bietet. Und damit lag sie völlig richtig. Schon jetzt liegen zahlreiche Anmeldungen aus vielen Ländern zum Besuch in Torgau vor. Vorgestern beispielsweise traf eine Anfrage aus Kenia ein.

Mit Georg von Nessler, dem Kurator für Denkmalschutz (Leipzig) und gleichzeitig Chef eines breit aufgestellten Großunternehmens war ein weiterer hochrangiger Vertreter bei der Eröffnung anwesend. Er sprach von einem ehrlich sanierten Gebäude  und den Familien Schumann und Schneider als Vermieter dafür sein Kompliment aus. „Sie haben bewiesen, dass sich Nutzungskonzepte für historische Bausubstanz finden lassen, wenn man gezielt danach sucht“, erklärte er.

Gleichzeitig zeigte er sein Unverständnis, gegenüber der Kommunalpolitik bezüglich der Entscheidung zum Hahnemannhaus. Zum Glück gäbe es in Torgau ein bemerkenswertes Engagement von Menschen, die nicht aufgegeben hätten als sie aus dem Gebäude verdrängt wurden, fügte er an.
Als Vertreter der Stadtverwaltung nahmen Dr. Ina Kiirchöfer und Referatsleiter Dr. Michael Reiniger an der Eröffnung teil.

In einer sehr anschaulichen und übersichtlichen Form werden Leben und Wirken von Dr. Samuel Hahnemann dargestellt. Modernste Medientechnik liefert enorme Zusatzinformationen. Gezeigt werden unter anderem einmalige Zeugnisse seines Schaffens, dank der Zusammenarbeit auch mit Quellen in den USA. 

In einem Seminarraum können auch filmische Eindrücke vermittelt werden, Schon im Eingang des Hauses wird man auf die Ausstellung aufmerksam gemacht. Sie hat täglich, außer montags, von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

 


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