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Sonntag, 9. April 2017

NORDSACHSEN

Aus drei mach vier beim Heimatpreis

v.l.: Benno Kittler, Andreas Nüdling, Dr. Hansjochen Hancke, Ina Bär, Wolfgang Michael und Ulrich Fiedler .Foto: TZ/Leukhardt

Nick Leukhardt

Bei der großen Preisverleihung am 8. April gab es neben den drei Preisträgern in den Bereichen Geschichte und Kultur noch eine vierte, überraschende Ehrung.

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Torgau. „Heimat ist nicht Nostalgie. Heimat ist kein Märchen aus der Vergangenheit. Sie ist nichts gestriges und wird auch nicht vom Fortschritt überholt.“ Mit diesen Worten eröffnete Benno Kittler, Verleger der Torgauer Zeitung, am Samstag die nun bereits 25. Verleihung des Heimatpreises.
Zahlreiche geladene Gäste hatten sich an diesem Morgen im großen Festsaal des Torgauer Rathauses eingefunden, um der Verleihung beizuwohnen. Vier ehrenamtlich engagierte Bürger aus der Region Torgau-Oschatz wurden an diesem Vormittag mit dem begehrten Preis bedacht, zwei in der Kategorie Geschichte, einer im Bereich Kultur und einer mit einem Sonderpreis.

„Ich erinnere mich noch an den Anfang vor 26 Jahren, als ich bei unserer damaligen Landrätin Frau Burgunde Tomzcak vorstellig wurde und ihr meine Idee, solch einen Heimatpreis ins Leben zu rufen, unterbreitete“, erzählte Benno Kittler in seiner Eröffnungsrede. So habe er damals, nach der Gründung der Torgauer Zeitung, die Aufgabe dieser nicht nur in der Verbreitung von Informationen und Nachrichten gesehen, sondern auch, und ganz besonders, darin, zu vermitteln, was die Heimat für einen so lebenswert macht. Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf und einer Zusammenarbeit von Torgauer Verlagsgesellschaft, dem Landkreis und der Sparkasse Leipzig wurde dann auch der Heimatpreis gegründet. „Und ich bin mir sicher, dass dieser Preis nicht nur eine große Anerkennung für die damit Geehrten darstellt, sondern auch eine Motivation für all jene ist, die sich bei uns in der Region für die Erhaltung und Verbesserung ihrer Heimat ehrenamtlich einsetzen“, sagte Kittler.

Als erste Laudatorin des Vormittags wurde Gabriele Teumer an das Rednerpult gebeten. Sie erzählte von einem Mitglied des Oschatzer Geschichtsvereins, dessen „Arbeiten und Wirken in unserem Verein  seit 16 Jahren unentbehrlich ist. Und nicht nur für mich persönlich, sondern für alle Mitglieder unseres Vereins und darüber hinaus.“ Gemeint war Wolfgang Michael, welcher bereits seit fast 70 Jahren mit der Stadt Oschatz verbunden ist und den Heimatpreis in der Kategorie „Geschichte“ überreicht bekam. Mit den Worten „Als er 2001 in den wohlverdienten Ruhestand ging, sollte es doch eher ein Unruhestand werden“, drückte Teumer ganz treffend den Punkt aus, an dem das Wirken Michaels in den Reihen des Geschichtsvereins zu seinem absoluten Höhepunkt gelangte, nämlich mit seinen Veröffentlichungen zum Aufstieg und der Herrschaft des Nationalsozialismus in Oschatz, welche er in den Jahren 2005 bis 2014 erforschte und in drei Bänden in der Reihe „Oschatzer Geschichte(n)“ veröffentlichte. „Der besondere Verdienst von Wolfgang Michael ist es, die Geschichte einer Zeit zu veröffentlichen, über die in den Familien, aber auch in der Gesellschaft, wenig bis gar nicht gesprochen wurde“, sagte Gabriele Teumer in ihrer Laudatio.

Eine, auf besonders vielen Ebenen talentierte, engagierte Frau wurde von Laudator Dieter Mittag mit einer Rede bedacht.  Seit 1998 ist Ina Bär hauptamtliche Lehrkraft an der Kreismusikschule „Heinrich Schütz“, von der Musik begeistert, schon ihr Leben lang. Sie „hat es aber nicht auf die großen Bühnen der Welt gezogen. Ihre Bühnen sind die vielen kleinen  in der Heimatregion.  Hier möchte sie  ihre Leidenschaft mit möglichst vielen Menschen teilen und ihnen Freude zu bereiten“, drückte Mittag Bärs Liebe zur Region Torgau aus. So sei es für sie selbstverständlich, auf unzähligen Benefizkonzerten mitzuwirken, diese oft auch selbst zu gestalten und auch vielen öffentlichen und privaten Veranstaltungen, zur musikalischen Umrahmung beizutagen. Für dieses großartige Engagement, ihre zahlreichen musikalischen und anderweitig künstlerischen Verdienste sowie ihre pure Hingabe bei der Vermittlung ihres Wissens in der Musikschule erhielt Ina Bär den Heimatpreis in der Kategorie „Kultur“ überreicht.

Als eigentlich letzte Laudatorin des Tages trat Prof. Elvira Dreßen an das Rednerpult, um die Dankesrede für Dr. Hansjochen Hancke zu halten. „Ein Mann, der sich seit vielen Jahren unermüdlich, ehrenamtlich und  mit hoher Sachkenntnis für die Geschichte der Stadt Torgau und für Schloss Hartenfels einsetzt.“ Hierbei wurde besonders die Restaurierung des Hauses zum Mohren am Markt 4 hervorgehoben, welches er zu einem Heim machte, „in welchem heute gewohnt und gelebt werden darf.“ Auch der Garten der ehemaligen Mohrenapotheke, direkt hinter dem Haus gelegen, wurde von Hancke und seiner Frau wieder restauriert und belebt, sodass dieser, genauso wie das Haus, auch heutzutage noch ein wichtiger Teil des historischen Stadtbildes Torgau sind.

Drei Preisträger waren laut dem ausgelegten Programmheft für diesen Samstagmorgen eigentlich angekündigt. Als dann jedoch nach Elvira Dreßen mit Frank Lehmann noch ein weiterer Laudator an das Rednerpult trat, staunten die Anwesenden im Saal nicht schlecht. „Eine verdiente Ehrung für einen Aprilscherz, der sich als geistreich, kulturvoll und sehr unternehmerisch entpuppte“ titulierte Lehmann seine Laudatio, mit der er den Gründer des Heimatpreises, Benno Kittler, bedachte. Den Preis erhielt dieser jedoch nicht nur für die Gründung und Erhaltung des Heimatpreises, sondern auch für alle sonstigen Errungenschaften, die Kittler für die Region Torgau möglich gemacht hatte. So ist er unter anderem auch ein Gründungsmitglied der Internationalen Sächsischen Sängerakademie, welche Jahr für Jahr zahlreiche musikbegeisterte junge Menschen nach Torgau zieht und brachte mit der Bärenstiftung die Torgauer Maskottchen auf den Weg, die auch heute noch groß und klein begeistern. Vollkommen sprachlos von dieser Überraschung und der großen Ehre nahm Kittler den Preis entgegen und bedankte sich mit den Worten „Eigentlich war dies gar nicht mein Ziel, aber freuen tu ich mich natürlich trotzdem“ für diese ganz besondere Auszeichnung.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von vier Sängerinnen und Sängern der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“, welche unter der Leitung Prof Heiko Reintzsch zwischen den Reden einige Stücke zum besten gaben. Die Moderation übernahm Julia Tiedke und bei dem anschließenden Empfang mit einem üppigen Buffet bot sich noch die Gelegenheit für zahlreiche, angeregte Gespräche.

TZ wird die Laudationes für die vier Preisträger traditionsgemäß in Kürze in vollem Wortlaut veröffentlichen.

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