Donnerstag, 18. Oktober 2018

 
Dienstag, 11. April 2017

MOCKREHNA

"Kunstgut wieder in sehenswertem Zustand"

Links: Aus diesen Überresten zauberten die Restauratoren den neuen Schalldeckel. Rechts: Fachgerecht aufbereitet hängt der Schalldeckel nun wieder dort, wo er 1966 demontiert wurde.Foto: TZ/S. Lindner, D. Preisler

Von unserem Redakteur

Mockrehna. „Jetzt hoffen wir, dass es die nächsten 350 Jahre hält“, sagte eine glückliche Pfarrerin Dorothea Preisler gestern in der Mockrehnaer Kirche. Im Laufe des Vormittags wurde ein komplett restaurierter Schalldeckel der Kanzel an den Platz gesetzt, an dem er 1966 demontiert wurde. Zuletzt lagen die Überreste auf der Empore und darbten vor sich hin.

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Bis Restaurator Thomas Holle aus Leipzig kam, der in Absprache mit der oberen Denkmalschutzbehörde aus ein paar Resten alten Holzes in Kooperation mit der Tischlerei Albrecht aus Schildau einen neuen Deckel erstellte.

Holle, der auch schon Restaurationsarbeiten in Audenhain und Melpitz durchgeführt hatte, sprach von einer großen Herausforderung: „Die Rekonstruktion war nicht einfach. Vor allem die Abstimmung der Farben hatte es in sich.“ Hilfreich seien die Analogien des Kanzeldeckels zum Altar gewesen. „Ein altes Foto aus den Zwanzigern, dass wir vom Heimatverein bekommen haben, hat auch gute Dienste geleistet.“ Das größte Problem sei der Schriftzug gewesen, der einmal um den Deckel führt.

„Mit etwas Wasser konnte man die komplett verblasste Schrift auf dem alten Holz teilweise wiedererkennbar machen“, schildert Holle sein Vorgehen. „Im Internet hab ich dann anhand der einzelnen Wörter Bibelverse gesucht, die passen könnten. So hab ich dann auch den richtigen gefunden, der etwas verkürzt dargestellt wurde.“ Nächste Prüfung war dann die Vergoldung. „Um Holz entsprechend einzufärben, bedarf es einiger Vorbereitungsschritte. Das ist nicht so einfach wie bei Metall.“ Ende Februar hatte Holle mit den Arbeiten begonnen. „Am Ende hatte es etwas länger gedauert als erwartet“, sagte er.

Die Restaurierung und Anbringung des neuen, alten Schalldeckels ist aber nur einer von drei Bauabschnitten, die im Rahmen der Kanzelerneuerung durchgeführt werden. „Wir haben bereits die vier Bilder an der Kanzel erneuert, der Rest soll dann später folgen“, erklärte Pfarrerin Preisler. Ab Juni – „wenn der Landkreis noch die Fördermittel zur Verfügung stellt“, schränkte sie ein. 15 000 Euro kosten die drei Maßnahmen zusammen. Ein Drittel davon soll Nordsachsen dazugeben, ein Drittel trägt die Kirchgemeinde selbst.

„Wir sammeln schon seit einer ganzen Weile Spenden und haben unser Ziel auch fast schon erfüllt. Den Rest übernimmt unser Hauptsponsor, so Preisler. Dabei handelt es sich um Alfra-Chef Christian Borchers, der gestern ebenfalls vor Ort war und den Tischlern aus Schildau, die ein kleines Gerüst gestellt hatten, kurzerhand beim Aufhängen des Schalldeckels zur Hand ging.

Karfreitag soll der Deckel offiziell eingeweiht werden. Damit ist dann das Innenleben der Mockrehnaer Kirche weitestgehend auf dem neusten Stand. „Vor genau zehn Jahren ist der Altar fertig geworden.  Vor 12 Jahren wurde der Taufstein erneuert. Damit ist sämtliches Kunstgut in unserer Kirche wieder in einem sehenswerten Zustand.“

 


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