Mittwoch, 25. April 2018

 
Dienstag, 18. April 2017

TORGAU

Heimatpreis-Spezial

Torgau. Vier Heimatpreisträger sind in diesem Jahr geehrt worden. Vier Laudationes wurden gehalten, um ihre Verdienste zu würdigen. Die TZ hat alle vier für Sie zum Nachlesen zusammengestellt.

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Am vergangenen Samstag, 8. April, wurde im Torgauer Rathaus des Heimatpreis 2016 verliehen. Doch anstatt der üblichen drei Preisträger, wie es auf den Programmzetteln abgedruckt war, wurde noch eine vierte Person mit einer Trophäe geehrt. Neben einigen Heimatpreisträgern der vergangenen Jahren waren auch Gäste aus Vereinsleben und Lokalpolitik bei der Verleihung zugegen. Musikalisch untermalt wurde das ganze von vier Studenten der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy, unter der Leitung von Prof. Heiko Reintzsch. Die TZ würdigt das herausragende ehrenamtliche Wirken der diesjährigen Preisträger heute noch einmal mit der Veröffentlichung aller vier Laudationes.

Laudatio auf Ina Bär – Heimatpreis Kultur 2016

„Musik ist Liebe. Liebe ist Musik.
Unmittelbar kann sie die Seele rühren.
Fern allen Denkens öffnet sie uns Türen:
Wer je hindurchschritt, ihre Höh’n erstieg,
den wird sie festen Schritts durchs Leben führen.“

Welche wunderbaren Zeilen. Sie stammen nicht von einem bekannten deutschen Lyriker und natürlich auch nicht von mir, sondern von unserer heutigen Preisträgerin selbst. Das Schreiben solch gefühlvoller Gedichte ist nur eines ihrer vielen Talente.
Der Heimatpreis für Kultur geht dieses Jahr mit Ina Bär an eine Frau, die schon in früher Jugend ihre Liebe zur Kunst in vielfältigster Form gefunden hat.
Meine erste persönliche Begegnung hatte ich mit ihr an meinem 50. Geburtstag, als ihr beim offiziellen Empfang der Sparkasse die musikalische Begleitung oblag. Wie konnte ich damals ahnen, dass ich heute – fast zwanzig Jahre später – ihr zu Ehren diese Laudatio halten darf. Unsere Wege haben sich seit damals noch öfter gekreuzt. Seit 2009 arbeiten wir zusammen im Vorstand des Fördervereins der Kreismusikschule.

Ina Bär wurde 1966 in Hoyerswerda geboren, wo sie bereits mit zwölf Jahren ihren ersten Violoncellounterricht erhielt. Schon nach einem Jahr bestand sie die Aufnahmeprüfung an der Spezialschule für Musik in Dresden, die sie bis zum Jahr 1983 besuchte. Danach studierte sie an der Hochschule für Musik „Carl-Maria-von-Weber“ in Dresden – in der Celloklasse von Prof. Friedrich Milatz. „Das Wunderbare, bei ihm habe ich nicht nur das Handwerk des Cellospielens erlernt, sondern hier wurde der mühsame Weg zur Liebe zur Musik eröffnet“ so schreibt sie es selbst auf ihrer eigenen Internetseite.

Seit 1988 ist Ina Bär hauptamtliche Lehrkraft an der Kreismusikschule „Heinrich Schütz“ für die Fächer Violoncello, Keyboard und Musikalische Früherziehung. Außerdem leitet sie Musikprojekte an allgemeinbildenden Schulen.
In ihrem Unterrichtsraum hängt ein Bild von Jaqueline du Pré, der weltberühmten Cellistin, die leider viel zu früh verstorben ist. Sie, die auf allen großen Bühnen der Welt gespielt hat, hat sie sich zum großen Vorbild genommen und wie sie fühlt sie sich ihrem Instrument auf das Innigste verbunden. Von Anfang an entwickelte sie eine rege solistische und kammermusikalische Tätigkeit, so zum Beispiel im Leipziger „Burdjuk-Trio“.Ina Bär hat es aber nicht auf die großen Bühnen der Welt gezogen. Ihre Bühnen sind die vielen kleinen in der Heimatregion. Hier möchte sie ihre Leidenschaft mit möglichst vielen Menschen teilen und ihnen Freude zu bereiten.

So ist es für sie selbstverständlich, in unzähligen heimischen Benefizkonzerten mitzuwirken, diese oft sogar selbst zu gestalten und bei vielen öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit ihrem Spiel zur musikalischen Umrahmung beizutragen. Sie ist nicht nur erste Cellistin im Erwachsenenorchester der Kreismusikschule und Leiterin des Celloensembles, sogar mit eigenen Kompositionen hat sie sich bereits einen Namen gemacht. Ihre Werke haben auch außerhalb des nordsächsischen Kreises Anerkennung gefunden. So gelangten bereits zwei ihrer Orchesterkompositionen bei Veranstaltungen des Kulturraumes Leipzig im Leipziger Gewandhaus zur Aufführung. Mit dem Pianisten Prof. Alexander Meinel, der seit 2002 regelmäßig in Torgau konzertiert, hat sie ihre Komposition „Herbstleuchten“ auf CD eingespielt.

Ina Bärs besondere Liebe gehört den Musik-Theater-Projekten des Torgauer Johann-Walter-Gymnasiums, ob es 2015 das Projekt „Luther in mir – eine Hommage“ oder jüngst das Projekt „HerrInnen Käthe – Frauen zur Reformation“ – war. Für beide Werke hat sie 14 beziehungsweise 10 eigene Stücke für Orchester geschrieben. Mit Ihrem Engagement, ihren Kompositionen und ihrer musikalischen Leitung hat sie wesentlich zum großen Erfolg dieser Projekte beigetragen. Das Stück „Luther in mir“ ist sogar in Berlin einige Male zur Aufführung gelangt. Ihr Engagement gilt auch dem Jugendsinfonieorchester Nordsachen, für das sie die Sinfonie „Entree“ geschrieben hat, welche erst jüngst Torgau erklungen ist.

Trotz all ihrer Meriten ist sie aber eins geblieben – eine engagierte und erfolgreiche Musikpädagogin. Sie ist beliebt bei ihren Schülerinnen und Schülern, egal ob bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen. Nicht nur in der Musikschule, auch in den Kindergärten und Schulen vermittelt sie mit unendlicher Geduld und Einfühlungsvermögen ihre Liebe zur Musik auf alle Altersgruppen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung nur zu gut. Selbst bei mir  hat sie es geschafft, im Pensionsalter aus einem mäßig talentierten Musikliebhaber einen leidlichen Tastenspieler am Keyboard zu machen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ein Portrait von Ina Bär wäre natürlich unvollständig, wenn nicht auch ihre zweite große Leidenschaft zur Sprache käme – ihre Liebe zur Malerei. Malen und Zeichnen – schon in früher Kindheit liebte sie es, mit Farben zu spielen. Dabei wurde ihr Talent anfangs verkannt. In der Schule stießen ihre ungewöhnlichen farblichen Inspirationen zunächst auf Unverständnis. Erste Anerkennung fand sie, als sie bei einem Malwettbewerb nur als „Ersatzfrau“ teilnahm und überraschend den 1. Preis gewann. Das Bild machte eine internationale Reise bis nach Moskau. Seitdem malt und zeichnet Ina Bär alles, was sie sieht, hört, fühlt, was sich bewegt, vor allem aber, was sie selber bewegt.

Die Welt der „Monadi“ – so nennt Ina Bär selbst ihre Passion – ein Name für jene Vielfalt an Malutensilien, deren Bestimmung es ist, ihren Impressionen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Wer sich einmal einige ihrer Bilder auf ihrer eigenen Internetseite angeschaut hat, ist verblüfft, mit welchen Lyrik sie ihre Gefühle für das jeweilige Werk zum Ausdruck bringt.

Schon in vier Vernissagen konnte man ihre Bilder im Landkreis bewundern, so in der kleinen Galerie in Torgau, im Arbeitsamt Oschatz, in der Kirche in Polbitz und im Schloß Hartenfels. Und wer kennt nicht aus der Torgauer Zeitung ihre naturgetreuen Zeichnungen der heimischen Vogelwelt, mit denen sie die vogelkundlichen Beiträge ihres Musikschulkollegen und Duopartners Georg Frackowiak anschaulich illustriert.

Ina Bär ist eine überaus engagierte und schöpferische Künstlerin und Pädagogin, die nicht nur in unserer Heimat das Kulturleben maßgeblich beeinflusst, sondern auch über die Grenzen des Kreises hinaus Anerkennung gefunden hat. Und dennoch steht sie nicht gern im Mittelpunkt. Sie ist stets bescheiden im Auftreten geblieben und immer hilfsbereit. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Der Heimatpreis 2016 in der Kategorie Kultur geht an Ina Bär. Herzlichen Glückwunsch!
Dieter Mittag

Laudatio auf Dr. Hansjochen Hancke – Heimatpreis Geschichte 2016

Sehr verehrte Damen und Herren,
Als ich im vergangenen Jahr aufmerksam die Riege der Preisträger las, welche seit 1992 mit dem Heimatpreis in der Kategorie Geschichte geehrt wurden, vermisste ich einen Namen , von welchem ich sicher war, ihn neben all den verdienstvollen, geehrten Bürgern der Region und der Stadt Torgau auf der Liste zu finden.
Es musste eine Erklärung dafür geben, dass ein Mann, der sich seit vielen Jahren unermüdlich, ehrenamtlich und mit hoher Sachkenntnis für die Geschichte der Stadt Torgau und für Schloss Hartenfels einsetzt, nicht bereits vor Jahren schon, sondern erst heute mit dem Heimatpreis Geschichte ausgezeichnet wird.

Meine Erklärung dafür ist:
25 Jahre Heimatpreis, das ist ein besonderes Jubiläum und dieses erfordert besondere Preisträger!
Der Heimatpreis in der Kategorie Geschichte geht an Herrn Dr. Hansjochen Hancke.
Seit 1994 lebe ich hier in dieser Stadt und von Anfang an habe ich Herrn Dr. Hancke als einen Mann wahrgenommen, der sich beispiellos mit größtem Sachverstand , forschend und handelnd für die Geschichte der Stadt Torgau und ganz besonders für das Schloss Hartenfels engagiert.

Ich erinnere mich an meine erste persönliche Begegnung mit ihm anlässlich einer Elternvertreterversammlung im bis dahin noch namenlosen Gymnasium, wo Eltern und Schulleitung heiß um die Namensfindung diskutierten.
Ein Konsens konnte nicht gefunden werden, kaum jemand der Anwesenden wusste, wer Johann Walter war und entsprechender Wind blies uns Fürsprechern entgegen.
Der damalige Schulleiter, Herr Dr. Helmut Graul sagte:
„Wir müssen Dr. Hancke sofort hierher holen, nur er kann die schlagkräftigen Argumente pro Johann Walter liefern! “
Zehn Minuten später traf er ein. Man hatte ihn aus dem Keller seines Hauses am Markt 4 abgeholt, wo er vielleicht grad dabei war, die mittelalterliche Festungsmauer freizulegen, welche sich überraschenderweise, seinen Recherchen nach, direkt dort befindet!

Er war sich der Wichtigkeit dieses kleinen Überfalls wohl sehr bewusst und hat keine Sekunde gezögert , vor den Vertretern der Elternschaft über die Person, das Wirken und die Bedeutung Johann Walters ein Spontanreferat in druckreifem Deutsch zu halten, mit dem Resultat , dass sich niemand mehr einen anderen Namen als Johann Walter für das hiesige Gymnasium wünschte.
Erst später habe ich erfahren, dass es seine Idee war, das Gymnasium nach dem Weggefährten Martin Luthers zu benennen, wie es so viele Ideen gab, welche von ihm ausgingen, die in der Stadt aufgegriffen und realisiert wurden.

Herr Dr. Hansjochen Hancke ist kein gebürtiger Torgauer, geboren wurde er 1936 in Breslau, dennoch haben die Jahre seiner Kindheit im großelterlichen Haus in Torgau am Markt sein Leben geprägt und ganz besonders hat ihn die Geschichte um Schloss Hartenfels nie losgelassen.
Schon frühzeitig erwachte in ihm das Interesse an altem Gemäuer und dessen Geschichte! Unvergesslich sind ihm die Wege, die ihn während der Kindheit in Schlesien oft durch Schweidnitz, vorbei an der Friedenskirche führten. Vielleicht war es dieses Baudenkmal, welches das Saatkorn für den späteren Geschichts-und Baudenkmalforscher legte!

Als 1945 die Rote Armee vor den Toren Breslaus stand, floh die Familie zu den Großeltern nach Torgau, wo das Haus zum Mohren mit der Apotheke und das Schloss Hartenfels prägend für sein Leben wurden.
1952 erforderten die Umstände eine erneute Flucht und die Familie zog nach Hamburg.
Nach dem Abitur im Jahre 1955 schloss sich ein Studium der Rechtswissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Universität in Münster an, wo er auch promovierte.
Von 1967 bis 1997 war Dr. Hansjochen Hancke im wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in Münster, Trier, Bielefeld und Siegen tätig.
Als leitendem Bibliotheksdirektor der Universität Siegen oblagen ihm überwiegend Aufgaben der Organisation und Planung im Zusammenhang mit Hochschulgründungen.

Während all dieser Jahre, lange bevor der eiserne Vorhang fiel, blieb jedoch das geschichtliche Interesse und die damit einhergehende wissenschaftliche Forschung an Torgau erhalten.
 Anlässlich seines 70. Geburtstages im Jahre 2005 erschien ein von Prof. Gerhard Glaser verfasster Artikel in den Sächsischen Heimatblättern, aus welchem ich mir erlaube zu zitieren:
„Ich erinnere mich noch gut des abendlichen Anrufes zu Hause eines bis dahin Unbekannten – es war wohl 1988 – der sein großes Interesse an all dem bekundete, was zur Bewahrung der Werte der Stadt Torgau geschah, der Hilfe anbot bei der Gewinnung und Auswertung historischer Quellen. So begann Deutschland wieder zusammenzuwachsen.“

Nach dem Mauerfall kehrte Dr. Hansjochen Hancke gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg zurück nach Torgau, trat ein in den elterlichen Besitz, das Haus zum Mohren am Markt 4, welches seit 1896 der Familie gehörte.
Mit Enthusiasmus und schier unerschöpflicher Energie widmete er sich der Restaurierung des in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts erbauten Renaissance-Bürgerhauses.

Es ist ihm gelungen, ein Haus wiedererstehen zu lassen, in welchem jahrhundertelanges, bürgerliches Leben sichtbar und spürbar ist und in welchem heute gewohnt und gelebt werden darf. Er hat kein Museum mit toten, leeren Räumen geschaffen, sondern ein Haus, wo sich Gestern und Heute in Harmonie verbinden. Wer einmal das Privileg genießen durfte, von Dr. Hancke durch die Kellerräumlichkeiten des Hauses geführt zu werden, wird diese Eindrücke nicht vergessen.
Beinahe zu jedem Rundbogen, zu jedem Mauervorsprung, ja zu jedem Stein weiß er so spannend zu berichten, dass man meinen könnte, der Mann lebt seit 400 Jahren in dieser Stadt.

Sein Wissen um geschichtliche Details vermag er lebendig, klug und wortgewandt zu vermitteln. Dieses spiegelt sich auch in unzähligen Publikationen wider, von denen hier sein 1992 erschienener Artikel zur Entdeckung einer frühen Ansicht des Schlosses von Lucas Cranach – „Goldenes Zeitalter“ hervorgehoben sein soll.
Im Rahmen seiner Forschungsarbeit hat er die wohl älteste Schlossansicht aus der Zeit um 1530 ermittelt!
Doch viele seiner Publikationen und Vorträge verdienten Erwähnung, und immer stehen die Stadt Torgau und Schloss Hartenfels, als Zentrum der politischen Reformation, im inhaltlichen Fokus.

Besonders verdient hat sich Dr. Hansjochen Hancke im Rahmen der Restaurierung, Wiederherstellung und Erhaltung von Schloss Hartenfels gemacht.
Als ehrenamtlich agierendes Vorstandsmitglied im „Initiativkreis Schloss Hartenfels“ hat er die Maßnahmen auf Grundlage seiner intensiven Forschungen und als einer der besten Kenner der Bau –und Nutzungsgeschichte des Schlosses begleitet.
Er übernahm Verantwortung für die Bearbeitung und Konzeption, sowie die wissenschaftliche Umsetzung des Lapidariums, er setzte sich ein für die Wiederbeschaffung des Geläuts der Schlosskirche von 1621.

Seine umfangreichen wissenschaftlichen Forschungen und Veröffentlichungen begründeten die Anregung zu Bemühungen um die Anerkennung als Weltkulturerbe.
1998 berief der Sächsische Staatsminister des Inneren Herrn Dr. Hansjochen Hancke in den Sächsischen Denkmalrat. 2008 wurde er in Anerkennung seiner Leistungen und seiner hohen fachlichen Kompetenz vom Sächsischen Denkmalrat zum Ortskurator der Stadt Torgau berufen.

Wenn hier über das Haus zum Mohren am Markt geredet wurde, dann weiß jeder Torgauer, es handelt sich um das Haus mit der Mohrenapotheke!
In den Sächsischen Heimatblättern vom Januar 2004 erschien ein von Dr. Hansjochen Hancke anlässlich „500 Jahre Mohrenapotheke“ verfasster Artikel, welchen er im Rahmen eines Festaktes vorgetragen hatte!
Viel Interessantes kann man darin lesen!
Wir wissen alle: das Torgauer Bier war berühmt, aber wussten Sie, dass man in der Mohrenapotheke ein Eau de Cologne mit dem Namen „Eau de Torgau“ kaufen konnte?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Zutaten, die Ingredienzien im eigenen Apothekergarten angebaut wurden! Und schon sind wir bei einem weiteren ehrenvollen Verdienst von Herrn Dr. Hancke angekommen, welcher mich persönlich mindestens so sehr beeindruckt, wie alles vorher Benannte:
„Der Zaubergarten von Torgau“!
Zusammen mit seiner Frau hat er den seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts existierenden Apothekergarten an der Marienkirche gärtnerisch nach alten Vorbildern rekonstruiert, natürlich nicht ohne gründliche, wissenschaftliche Recherchen, welche auch in seiner Publikation über den alten Apothekergarten zum Kräuterbuch des Johannes Kentmann nachzulesen sind.

Das Buch erschien anlässlich der zweiten sächsischen Landesaustellung im Jahre 2004. Der Garten wurde zum Kulturdenkmal erklärt.
Wenn man durch die kleine Pforte zum hinter hohen Mauern verborgenen Garten geht, dann eröffnet sich ein Lebensgefühl, welches Jahrhunderte überdauert hat und uns noch heute eigen ist, doch was wir fast alle vergessen haben in unserem tagtäglichen, rasenden, zukunftsorientierten, digitalen Zeitalter der Globalisierung.
Möglicherweise gibt es in der geschichtlichen Forschung immer auch mehrere Wahrheiten, die Schwerpunkte der Forscher und die Erkenntnisse sind oft unterschiedlich, gesicherte Quellen setzen manchmal auch ein gewisses Maß an Glauben voraus.

Doch gesichert ist, dass mit Herrn Dr. Hancke heute ein Mann geehrt wird , der sich mit höchstem Sachverstand als Wissenschaftler, als Baumeister, als Förderer, als Ideen- und Ratgeber um das Schloss Hartenfels und die Geschichte der Stadt Torgau, um unsere Heimat verdient gemacht hat. An dieser Stelle sei unbedingt auch der Frau an seiner Seite, Ingeborg Hancke, gedankt, die ihn umsorgt, die ihn bestärkt, ermutigt und ergänzt. Zweifellos wäre sein umfängliches Tun und Handeln ohne Sie nicht möglich.
Mit großer Freude habe ich diese Laudatio übernommen!
Herzlichen Glückwunsch zum Heimatpreis, verehrter Herr Dr. Hancke!
Prof. Elvira Dreßen

Laudatio auf Wolfgang Michael – Heimatpreis Geschichte 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir eine große Freude und eine ebenso große Ehre heute die Laudatio für ein sehr engagiertes Mitglied unseres Oschatzer Geschichts- und Heimatvereines halten zu dürfen, dessen Arbeiten und Wirken in unserem Verein seit 16 Jahren unentbehrlich ist. Und nicht nur für mich persönlich, sondern für alle Mitglieder unseres Vereins und darüber hinaus.
Ich bin sehr glücklich Ihnen mitteilen zu können, dass der diesjährige Heimatpreis in der Kategorie Geschichte an Wolfgang Michael geht. Herzlichen Glückwunsch, lieber Wolfgang.

Wolfgang Michael wurde 1938 in Mitteldorf, heute ein Ortsteil von Stollberg, geboren. 10 Jahre später zog seine Familie dann nach Oschatz. Seit nunmehr fast 70 Jahren ist Wolfgang Michael intensiv mit unserer Stadt verbunden. Schulbesuch in Oschatz, Abitur 1956, anschließend dann ein Studium der Physik und Mathematik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig, welches er mit dem Lehrer-Staatsexamen 1961 abschloss.
Nach dem Studium in der Messestadt zog es ihn wieder nach Oschatz, wo er 37 Jahre an der EOS Thomas-Mann bzw. dem späteren Thomas-Mann-Gymnasium als Lehrer tätig war.

Als er 2001 in den wohlverdienten Ruhestand ging, sollte es doch eher ein „Unruhestand“ werden. Von der nun freien Zeit, die natürlich der Familie in erster Linie gewidmet wurde, konnte auch unser Verein profitieren. So begann der Mathematiker 2002 mit der digitalen Erfassung des Buchbestandes des Oschatzer Stadt- und Waagen-Museums. Die Transkription eines Rechenbuches aus dem Jahre 1782 und Vorträge zu dessen historischer Einordnung haben die Lust am Forschen geweckt. Und es kam was kommen musste:
Wolfgang Michael recherchierte in Archiven und alten Dokumenten zur frühen Oschatzer Schulgeschichte.

Ich erinnere mich noch genau an die Situation, als ich während einer Veranstaltung am „Wüsten Schloss“ 2003 Herrn Michael mit Herzklopfen fragte, ob er im Vorstand unseres Vereines mitarbeiten würde. Und als dann ein „naja – warum nicht!“ als Antwort kam fiel mir ein Stein vom Herzen. Seit dem ist er eine sehr große Bereicherung für unsere Arbeit. Sein jahrelanges Wirken als Stellvertretender Vorsitzender unseres Vereines und als kommissarischer Leiter 2014, all die vielen gemeinsamen Gespräche, Diskussionen und Vorbereitungen der verschiedensten Veranstaltungen haben das Gesicht unseres Vereines wesentlich mitgeprägt.

Und so blieb es auch nicht bei den Forschungsarbeiten zur Schulgeschichte. In Zusammenarbeit mit dem leider schon verstorbenen Vereinsmitglied und Heimatpreisträger Gerhard Heinz arbeitete er intensiv an der Broschüre „Oschatz – Kriegsende 1945“ mit. Das hatte letztendlich zur Folge, dass Wolfgang Michael in den Jahren 2005 bis 2014 den Aufstieg des Nationalsozialismus und seine Herrschaft in Oschatz in drei Bänden auf circa 650 Seiten intensiv erforschte und über unseren Verein in der Reihe „Oschatzer Geschichte(n)“ veröffentlichte.

Bereits im Juli 2007 – damals jährte sich wenige Monate später Hitlers Machtergreifung zum 75. Mal, gelang es unserem Heimatfreund Wolfgang Michael eine detaillierte Untersuchung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der Zeit von 1928 bis 1933 vorzulegen, die den Aufstiegt des Nationalsozialismus und seine Machtergreifung konkret für die Oschatzer Region beschreibt. Nicht nur regional, sondern auch in weiten Teilen Deutschlands und selbst im Ausland stießen diese Forschungen auf ein breites Interesse. Daraus ergab sich als logische Folge, diese Untersuchungen für die Zeit nach 1933 hier in Oschatz fortzuführen.

So entstand der 2. Teil: „Oschatz unterm Hakenkreuz – eine Chronik von 1933 bis1939. Trotz der relativ wenigen Zeitdokumente in den Oschatzer Archiven hat er es verstanden, in mühevoller Kleinarbeit die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen bis 1939 in der Oschatzer Amtshauptmannschaft umfangreich und im Kontext mit der Geschichte Deutschlands darzustellen. Sehr unterstützend wirken dabei die seltenen, bisher noch nicht veröffentlichten Fotos und das Plakatmaterial aus jener Zeit.

Den Abschluss dieser Trilogie beschreibt die Oschatzer Zeit im Krieg 1939 bis 1945. Das gesamte Leben wird nachhaltig vom Krieg geprägt. Nachforschungen im Staatsarchiv Leipzig zeigen einen nahezu realistischen Eindruck vom Alltag dieser Zeit. Die Gründe, warum so viele Menschen blindlings diesem System vertrauten werden am Beispiel von Oschatz und seinen Bürgern deutlich und lassen sich durchaus verallgemeinern. Der besondere Verdienst von Wolfgang Michael ist es, die Geschichte einer Zeit zu veröffentlichen, über die in den Familien, aber auch in der Gesellschaft, wenig bis gar nicht gesprochen wurde.

Lieber Wolfgang, an dieser Stelle möchte ich mich stellvertretend für unsere Mitglieder des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins und allen Freunden der Heimatgeschichte unserer Region herzlich für all Deine geleistete Arbeit bedanken.
Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung mit dem Heimatpreis Kategorie Geschichte 2016.
Gabriele Teumer

Laudatio auf Benno Kittler – Sonderpreis 2016

Torgau. Bereits zum 25. Mal wird in diesem Jahr der Heimatpreis verliehen. Bisher geschah dies stets in den Kategorien Kultur, Natur und Heimatgeschichte. Doch anlässlich des Jubiläums wird es einen Sonderpreis geben, der einem Manne zu teil wird, der sich diesen Sonderpereis mehr als verdient hat, obwohl er im Vorfeld nie etwas davon erfahren durfte, weil er dies sonst nie gewollt hätte. Er darf nicht nur als geistiger Vater und Initiator dieser Heimatpreises gelten, sondern sein Name steht gleichzeitig für ein enormes kulturelles, soziales und heimatverbundenes Engagement: Es ist der Verleger Benno Kittler!

Was zeichnet ihn als Menschen aus?
Benno Kittler liebt Musik, Kunst und Kultur, setzt sich auch selbst gern mal ans Klavier. Mit wachsamen Augen und offenen Ohren nimmt er seine Umgebung war, erkennt er Chancen aber auch Unzulänglichkeiten. All dies lässt ihn nicht los, bevor er nicht einen Weg zur Lösung und die dazu erforderlichen Partner gefunden hat. Dieser Wille zum Erfolg für seine Stadt, seinen Landkreis und die Menschen, die hier leben, haben ihm große Achtung von vielen Seiten eingebracht.

Geboren wurde Benno Kittler am 1. April 1950 in Bad Schmiedeberg. Er war also ein echter Aprilscherz, was sich bis heute in seiner großen Lebensfreude äußert. Auch für einen guten Witz ist er wohl deshalb noch immer stets zu haben. Seine Schulzeit absolvierte er von September 1956 bis Juni 1968 an der Allgemeinbildenden Oberschule seines Heimatortes. Was Bildung und Allgemeinwissen betrifft, da wurde und ist der Leitspruch seines Vaters „Jeder durchschnittliche Mitteleuropäer muss das wissen!“ für ihn zum Maßstab. Ständiger Wissenerwerb gehört für ihn zum Alltag.

Aus heutiger Sicht nicht nachzuvollziehen ist hingegen seine Berufswahl. Er wurde nämlich Chemieanlagenbauer im gleichnamigen VEB in Leipzig. An der Fachschule für Gummi- und Plasttechnologie, was für ein Name, in Fürstenwalde erlangte er den Abschluss als Ingenieur für Chemieanlagenbau. Mit dieser Qualifikation in der Tasche arbeitete er von 1975 bis 1977 als Technischer Leiter des Pflanzenfettwerkes in Dommitzsch, das heute noch besteht und von der Vandemoortele-Gruppe erfolgreich zu einem hochleistungsfähigen Teiglingswerk umgerüstet und erweitert wurde.

Von 1977 bis 1990 avancierte der Rat der Stadt Torgau zu seinem Arbeitgeber. Als Stadtrat für örtliche Versorgungswirtschaft bekam er den wirtschaftlichen Niedergang der DDR hautnah zu spüren. Trotz aller Versorgungsprobleme gehörte der Raum Torgau, auch dank seines Geschicks, zu den Regionen, die nicht von schwerwiegenden Engpässen betroffen waren. Die politische Wende im Herbst 1989 ging auch an Benno Kittler nicht spurlos vorbei. Durch Besuche in der Partnerstadt Sindelfingen lernte er den Verleger Werner Röhm kennen, die Idee von der Gründung einer eigenständigen Heimatzeitung für den damaligen Landkreis Torgau wurde geboren.

Und wieder einmal war es der 1. April, der eine entscheidende Rolle spielen sollte. An jenem Tag im Jahr 1990 kam es nämlich zur Gründung der Globus Druck GmbH mit sechs Mitarbeitern. Weder Gründer noch Mitarbeiter ahnten damals, dass sich daraus in kurzer Zeit ein leistungsstarkes Medienunternehmen entwickeln würde. Die Zeitungsgründung in Torgau war dabei zweifellos ein einmaliger Höhepunkt. Können Sie sich vorstellen, dass die geschäftliche Partnerschaft mit dem Röhm-Verlag in den ersten Monaten schlichtweg mit einem Handschlag besiegelt wurde? Was in nunmehr 25 Jahren daraus entwickelt wurde, darf auch getrost dem unternehmerischen Geschick und dem Engagement von Benno Kittler zugeordnet werden. Dabei ist es von Anfang an sein Leitsatz als Verleger gewesen, der auch mich persönlich beeindruckt hat: „Wir verstehen uns nicht nur als Vermittler von Informationen und als kritischer Betrachter, sondern immer auch als Förderer und Beförderer von Aktivitäten und Aktionen in unserer Heimat“.

Und dieses innere Verständnis von verlegerischer Tätigkeit hat sein Tun und Handeln auch in den Jahren als Torgauer Stadtrat der Freien Demokraten maßgeblich geprägt. Es würde den Rahme der Veranstaltung sprengen, würde ich an dieser Stelle all die Projekte und Aktivitäten aufzählen, die über die letzten 25 Jahre mit dem Namen Benno Kittler eng verbunden sind. Daher belasse ich es bei einer kleinen Auswahl.

Anbeginn an war es eine wesentliche Zielstellung der Heimatzeitung, nicht nur täglich eine aktuelle und interessante Ausgabe den Lesern zu offerierern, sondern auch in möglichst vielen Bereichen Entwicklungen zu befördern bzw. den Anstoß dafür zu geben. Dazu passte die Idee der Stiftung eines Heimatpreises, angeregt von Verleger Benno Kittler. Anfang Februar 1993 wandte er sich in einem Schreiben mit dieser Idee an die damalige Landrätin Burgunde Tomczak. Darin verwies er darauf, dass in den letzten 40 Jahren sehr wenig für die Pflege des Heimatgedankens getan wurde und dieser auch nicht an die jeweils folgende Generation weitergegeben wurde. Dabei hätten zahlreiche Bürger in aller Stille und mit großem Engagement solche Gedanken geflegt und aktiv umgesetzt.

Dies transparent zu machen, engagierte Bürger für ihr heimatverbundenes Wirken zu ehren, dass sollte förderhin mit der Stiftung eines Heimatpreises geschehen. Die Anregung lautete, jährlich in den Sparten Geschichte, Kultur und Natur einen solchen Heimatpreis zu verleihen. Dieser sollte in Form eines Sachgeschenkes und einer Prämie von 2000 DM (später 1000 Euro) dotiert werden. Eine entsprechende Urkunde sowie eine Laudatio würdigt das gezeigte ehrenamtliche Engagement in den genannten Bereichen. Eine Jury entscheidet schließlich über die Vergabe , nach dem die unterschiedlichsten Vorschläge von Vereinen, Organisationen, Kommunen und Einzelpersonen bei einer Notarin eingegangen sind.

Diese Idee Benno Kittlers fiel auf fruchtbaren Boden. Neben dem Landratsamt konnte auch die Sparkasse als Stifter gewonnen werden. So verfügte das damalige „Neue Torgauer Kreisblatt“ über zwei starke Partner, die ebenfalls regional stark verwurzelt waren und sind. Folgerichtig konnte bereist noch im Frühjahr 1993 zum ersten Mal der Heimatpreis (für 1992) vergeben werden. Die ersten Preisträger waren Horst Trampeli (Geschichte) und Dr. Ludwig Schellhammer (Natur).
Die Verleihung des Heimatpreises und die öffentliche Reaktion darauf zeigte, welch hohe Wertschätzung in der Öffentlichkeit damit verbunden war und ist. Und Benno Kittler stand stets in vorderer Front, wenn es darum ging, die Verleihungsveranstaltung in einem würdigen Rahmen zu gestalten. Bisher wurde der Heimatpreis an insgesamt 82 Personen bzw. Vereinigungen verliehen. Zu vielen Geehrten pflegte bzw. pflegt er auch private Kontakte, weiß um deren Leistungen. Und nun soll auch er selbst geehrt werden.

Doch kommen wir zunächst zu einem bärigen Vorstoß, den Benno Kittler mit initiierte – die Torgauer Bärenstiftung.
„Torgau und die Torgauer brauchen die Bären, ihre Bären“, lautet seine feste Überzeugung bis heute. Und damit dies nicht nur eine bloße Worthülse blieb, kam ihm die Idee der Gründung einer „Bärenstiftung“. Das war im Jahr 2007. Wir haben also im November einen Grund, das zehnjährige Bestehen dieser Stiftung zu feiern, denn am 19. November wurde sie ins Leben gerufen. Zu den Stiftern zählen vom ersten Tag an die Torgauer Verlagsgesellschaft, AVANCIS, die Torgau Druck GmbH, die Kraftverkehr Torgau Citypost GmbH, die Raiffeisenbank Torgau eG, die Torgauer Wohnstätten GmbH, die Autohaus Maluche GmbH Torgau, die Stadtwerke Torgau GmbH, die Bauunternehmung Ezel GmbH Süptitz, die Auto-Center Torgau GmbH und die Wohnungsbaugenossenschaft Torgau eG.

Gemeinsames Ziel aller Stifter und Unterstützer der Bärenstiftung ist von Beginn an der dauerhafte Erhalt und die Weiterentwicklung der Torgauer Bärenhaltung im Bärenfreigehege am Schloss Hartenfes als Beitrag zur Heimat- und Traditionspflege. Schauen wir auf das Ergebnis, das bis heute erreicht wurde, dann kann man den Stiftern nur gratulieren. Die haben unter der Führung von Benno Kittler dafür Sorge getragen, dass nicht nur in Zusammenarbeit mit Stadt- und Landratsamt sowie dem Initiativkreis Schloss Hartenfels eine damals fast unmögliche Sanierung des Bärengrabens zum Großteil bereits abgeschlossen bzw. in Planung ist.

Ein weiterer Aspekt der Bärenstiftung darf nicht unerwähnt bleiben. Schließlich wurden viele Bürger der Stadt, aber auch aus anderen Orten auf diese Weise motiviert, eine Tierpatenschaft zu übernehmen oder die finanzielle Unterstützung in Form von großzügigen Spenden vorzunehmen.

Intensiv ist in den zurückliegenden Jahren an der Verjüngung des Bärenbestandes gearbeitet worden. So manche Hürde musste da genommen werden. Doch am 9. Juli 2015 war es dann so weit. Während der Großteil der Torgauer noch in den Federn lag, trafen zwei Jungbären in ihren Transportkisten in Torgau ein. Ich durfte dabei sein und bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich daran zurück denke. Was für ein Glücksgefühl für mich als Torgauer! Und dann noch die Überraschung als die Namen der beiden Jungbären bekannt wurden: „Benno“ und „Bea“. Also wenn das nicht Schicksal ist! Von diesem Tag hatten gab es in Torgau Benno, den Bärenstifter und Benno den Bär! Das wird wohl einen besonderen Platz in der Stadtchronik finden.

Schon nach wenigen Tagen wurden Benno und Bea zu den ungekrönten Lieblingen der Torgauer und tausender Touristen. Benno Kittlers Vision erfüllte sich.  Noch gibt es viel zu tun. Die Bärenstiftung stimmt mehr als zuversichtlich, dass durch bürgerschaftliches Engagement eine Tradition auch in Zukunft bewahrt wird. Danke, Benno Kittler! Nun zum jüngsten Kind, dem sich Benno Kittler mit ganzer Hingabe verschrieben hat. Die Rede ist von der Internationalen Sächsischen Sängerakademie Schloss Hartenfels. Wie bereits erwähnt, ist er ja selbst ein großer Musikliebhaber. Musik als Identifikationspunkt und verbindender Faktor in einer globalisierten Welt, gepaart mit dem Blick auf eine touristische Attraktivität Torgaus – diese Mischung rückten von Anfang an die Wegbereiter der Akademie in den Fokus.

Ja und wenn man dann solch eine begeisternde und mitreißende Partnerin wie Prof. Elvira Dreßen an seiner Seite weiß, dann kann solch ein Projekt nur von Erfolg gekrönt sein. Die Tatsachen sprechen Bände!
Am 10. Juni 2012 erfolgte die Gründung der gleichnamige Stiftung zur Sängerakademie. Das entsprechende Dokument trägt die Unterschriften von Renate Mühlner (Geschäftsführerin der Stadtwerke Torgau), von Andreas Huth (Geschäftsführer der Torgauer Wohnstätten GmbH), von Ingbert Rabe (Geschäftsführer der Bauunternehmung Ezel Torgau), von Eckhard Knöchelmann (Geschäftsführer der Torgauer Maschinenbau GmbH), von Jens Köhler (Sparkasse Leipzig) und wie kann es anders sein, von Benno Kittler als Geschäftsführer der Torgauer Verlagsgesellschaft.

Musik als Abbild des Lebens der Menschen, Musik als Bindeglied zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Weltanschauung, Musik auch als Instrument gesellschaftlicher Entwicklungen – das alles kann und will die Internationale Sächsische Sängerakademie Schloss Hartenfels bewahren und befördern. Hinter all diesen Idealen steht Benno Kittler mit seiner Person. Deshalb engagiert er sich vom ersten Tag an für den erfolg der Akademie. Schließlich hat seine Stadt Torgau ja musikhistorisch enorme Bedeutung. Denken wir nur an Johann Walter oder Heinrich Schütz.

Nur folgerichtig zog es viele junge talentierte Sängerinnen und Sänger zur Premiere der Akademie nach Torgau. Um deren Erfolg zu sichern, war Benno Kittler unermüdlich vor Ort, sei es, um Organistionsfrage zu klären oder auch Präsenz bei öffentlichen Konzerten aber auch Proben zu zeigen.

Betrachtet man die Entwicklung der Sängerakademie bis auf den heutigen tag, dann darf mit Fug und echt von einer Erfolgsgeschichte gesprochen werden. Wünschte sich Prof. Elvira Dreßen bei der Stiftungsgründung noch eine Initialzündung durch diesen Akt, so kann man heute bilanzieren, dass die eingetreten ist und unter Teilnehmern und Gästen ein wahres Feuerwerk entfacht hat. Schon jetzt freuen sich Macher und Teilnehmer auf die diesjährige Auflage der Internationalen Sächsischen Sängerakademie Schloss Hartenfels. Sie wird Torgau als renommierte Kulturstadt weltweit weiter festigen. Und das ist durchaus ein Verdienst, an dem Benno Kittler maßgeblichen Anteil hat.
Zum Schluss meiner Worte will ich die Person Benno Kittler noch etwa näher beleuchten.

Dass er leidenschaftlicher Jäger ist, wissen viele. Als Vorsitzender der Hegegemeinschaft „Dahlener Heide“ trägt er auch hier Verantwortung, beweist Engagement. Dass er sich der Fasanenzucht verschrieben hat, Mitglied bei der WPAC (World Pheasant Association – einer Schutzorganisation zum Erhalt bedrohter Vögel) ist, wissen nur wenige.

Ehrenamtlich engagiert er sich im Lions Club Torgau und im Kentmann Verein.
Nicht zu vergessen ist seine Leidenschaft, rund um das Baugeschehen. Sein Spitzname „Benno der Baumeister“ kommt also nicht von ungefähr.
Ehren wir heute also einen Baumeister, der in den Bereichen Heimatverbundenheit und Kultur feste Fundamente gelegt hat, auf die künftige Generationen weiter getrost aufbauen können!
Frank Lehmann

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