Freitag, 28. Juli 2017

 
Donnerstag, 20. April 2017

TORGAU

Wenn das Geld nach dem Waschen zur "Blüte" wird

Kornelia Kraft mit einem 50-Euro-Schein, der kein falscher 50er ist. Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Die Freude auf das neue Möbelstück verging Kornelia Kraft blitzartig an der Kasse. Plötzlich hieß es beim Bezahlen: Sorry, mit dem einen 50-Euro-Schein stimmt etwas nicht. Die 60-jährige Torgauerin erlebte anschließend einen nervenaufreibenden Nachmittag und eine schlaflose Nacht. Hatte sie wirklich Falschgeld im Portemonnaie?

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Doch nochmal von vorn. Schon vor Wochen hatte sich Kornelia Kraft zusammen mit ihrem Lebenspartner in jenem Möbelhaus ein neues Schlafzimmer ausgesucht. Wie üblich wurde bereits eine Teilsumme angezahlt. Das Ehepaar war glücklich. Was sie gesehen hatten, entsprach genau ihren Wünschen und Vorstellungen. Fortan hob die Torgauerin bei jedem Besuch in der Sparkasse Geld ab, um es zu Hause zu deponieren. Bis endlich der Tag gekommen war, an dem die guten Stücke abgeholt werden sollten. Die Formalitäten hatte man schnell geklärt. Kornelia Kraft reichte 900 Euro über den Verkaufstresen und sah sich gedanklich schon daheim beim Aufbau, als der Handel plötzlich ins Stocken kam.

Routinemäßig hatte die Verkäuferin jeden einzelnen 50-Euro-Schein durch ein Prüfgerät gezogen. Doch mit dem einen stimmte offenbar etwas nicht. Jetzt schaltete sich auch eine Kollegin ein und nutzte noch ein anderes Gerät, das ebenfalls „Fehler“ anzeigte. „Sie hat es bestimmt zwanzig Mal probiert, bis sie mir dann höflich sagten, dass sie diesen Geldschein nicht nehmen könnten. Der Verdacht von Falschgeld stand im Raum“, erzählt Kornelia Kraft, die nun ihren Puls und ihre Angst spürte. Noch nie hatte sie es mit Polizei und Gerichten zu tun gehabt.

Würde man jetzt gegen sie ermitteln, weil sie mit einer „Blüte“ bezahlen wollte? Die Sparkassen-Filiale war an jenem Tag schon geschlossen, sodass sich die gelernte Raumpflegerin reichlich den Kopf zerbrach über mögliche Folgen. Den Restbetrag für das Schlafzimmer konnte sie glücklicherweise gleich im Möbelcenter per Banküberweisung erstatten. „Eine andere Kundin, die alles mitbekam, sah sich den 50-Euro-Schein genau an und sagte, dass die Ziffern komisch aussehen. Aber ansonsten schien alles echt. Auch die Möbelhaus-Verkäufer zuckten nur mit den Schultern“, so die Torgauerin.

Bei der Sparkasse gab’s dann am Folgetag die nächste Überraschung: Das Geld ist gewaschen worden, lautete hier die Vermutung. Und zwar nicht im kriminellen Sinne, sondern ganz im wahrsten Sinne des Wortes. Möglicherweise seien bei einem Spülgang in der Waschmaschine Schäden entstanden. Die Geräte in der Sparkasse wiesen dennoch die Echtheit des Geldscheines nach. Kornelia Kraft zog es trotzdem lieber vor, den „falschen“ echten 50er in der Bank zu lassen und zwei 20er und einen 10er mit nach Hause zu nehmen. Von ihrem Erlebnis, das sie noch viele Tage beschäftigte, berichtete sie der TZ-Redaktion, die sich wiederum an die Pressestelle der Sparkasse Leipzig wandte. Kann es wirklich sei, dass eine „Wäsche“ den Ärger verursacht hat? Passiert das öfter?

„Wir haben hin und wieder mal Scheine von Kunden, die von den Lesegeräten nicht als echt erkannt werden“, bestätigte Dr. Frank Steinmeyer. Das liege aber auch an der Tatsache, dass es viele Lesegeräte von unterschiedlicher Qualität gibt. Gerade die Geräte im Einzelhandel seien in der Regel nicht zertifiziert und checken zumeist nur einfache Erkennungsmerkmale ab – Silberstreifen, Wasserzeichen, die richtige Größe etc. Im Zweifelsfall wird „Vorsicht“ signalisiert. „Das kann bei alten stark gebrauchten Geldscheinen, die schon mal in der Waschmaschine gelandet waren und kleine Risse aufweisen, tatsächlich schnell passieren“, beruhigte der Pressesprecher. Das habe nichts Gravierendes zu bedeuten.

„Unsere Kunden können sich gern an unsere Sparkassenfilialen wenden. Sie bekommen dann einen neuen Schein ausgereicht oder die Summe auf dem Konto gut geschrieben, wenn die Echtheit bestätigt ist. Wir haben zertifizierte Geräte. Sollten auch die ein Problem signalisieren, geht der „Problem-Schein“ an die Firma Heros, dem Bargeldienstleister der Sparkasse bzw. dann zurück an die Bundesbank. Es sei ganz selten, dass tatsächlich mal eine richtige „Blüte“ auftaucht und die Polizei Ermittlungen aufnehmen muss. Falschgeld wird allerdings von keiner Bank ersetzt.

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Falschgeld2017


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