Montag, 29. Mai 2017

 
Mittwoch, 17. Mai 2017

NORDSACHSEN

Kältephase hat Schäden verursacht

Erfrorene Apfelblüten.Foto: dpa

von unserem Redakteur Nico Wendt

Müssen die Obstbauern der Region Frostschäden fürchten? Nach der langen Frostperiode fragte die TZ nach und sprach auch mit Kleingärtnern über ihre Strategien gegen die Kälte.

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Torgau. Obstbauer Jens Prietsch griff zu einem drastischen wie ungewöhnlichen Mittel, um seine diesjährige Ernte zu retten: Er setzte sich auf den Traktor, fuhr mit dem Pflanzenschutzgerät Runde um Runde auf seiner Plantage und „versprühte“ mit der Pflanzenspritze Luft. Drei Nächte lang. Teilweise bis früh um 7 Uhr. Und immer mit bangem Blick auf das Thermometer. „Ich denke, ich konnte einen Großteil retten“, bezieht sich der Dommitzscher auf seinen Süßkirschen- und Pflaumenbestand. So richtig vermag er das aber noch nicht einzuschätzen.

In den Nächten zum 19. zum 20. und zum 30. April waren für Jens Prietsch diese „Nachtschichten“ angesagt. Neun Hektar umfasst seine Plantage, 30 bis 40 Minuten dauerte eine Traktor-Runde, bestimmt zehn Mal fuhr er diese „Schleife“. Beim nächsten Kälteeinbruch im Mai konnte der Obstbauer darauf verzichten. „Es herrschte kein Luftfrost, allenfalls Bodenfrost“, so der Diplom-Gartenbauingenieur. Auch Berufskollegen von ihm zeigten sich kreativ, um Kälteschäden zu vermeiden. Zum Beispiel wurden auch Windräder eingesetzt, um gerade diese Luftverwirbelungen zu erzeugen. Manche entfachten Feuer. Der Angst vor herben Verlusten sitzt tief. „Es kommt noch hinzu, dass die Bienen in der Blütezeit nicht (oder nur kaum) fliegen konnten. Außerdem muss man abwarten, ob auf Grund der anhaltenden Kälte die Nährstoffe in den Bäumen gut transportiert werden konnten“, gibt sich der Dommitzscher vorsichtig.

Volker Meißner, Pflanzendoktor beim Regionalverband der Kleingärtner Torgau/Oschatz, legt sich dagegen schon mal fest: „Die Obsternte wird auf keinen Fall so gut wie die im vergangenen Jahr ausfallen.“ Der Torgauer, gleichzeitig Vorsitzender des Kleingartenvereins Eilenburger Straße, rechnet mit einem Drittel weniger Ertrag. Zumindest in seiner Anlage. Vor allem Pflaumen, aber auch zum Teil Kirschen und Äpfel habe es erwischt, sagt er mit Blick auf die Bäume, die in voller Blüte standen. Kleingärtner, die Gemüse anbauen und die Beete gut mit Vlies abgedeckt hatten, blieben aber zumeist verschont. Nur der Wassermangel bereitet allen Kopfzerbrechen. Es müsste mal wieder ausdauernd regnen. Kaum Winterschäden verzeichnen die Landwirte bei Getreide und Raps, wie Christine Richter vom Regionalbauernverband gestern noch einmal gegenüber TZ bestätigte, anders als die Forstleute: „Es hat auf jeden Fall Schäden gegeben. Vor allem bei den Eichenkulturen, sowohl in der Dahlener, als auch in der Dübener Heide“, zieht Dr. Gebhard Baronius vom Forstbezirk Taura ein Fazit. Derzeit seien die Revierförster noch dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Die bis zu zehnjährigen Pflanzungen sind besonders gefährdet. Gerade bei Erstaufforstungen, also Flächen, auf denen keine schützenden Altbäume stehen. Mit Totalausfällen rechnet Dr. Baronius aber trotzdem nicht. Allenfalls bilden die Jungbäume Nottriebe und es fehlt an Höhenzuwachs. Auch Wassermangel sei im Forstbezirk ein aktuelles Thema.

Die Gärtnereibetriebe sehen durch die lange Kälte vor allem zwei Probleme: Hohe Heizkosten und Mehraufwand. „Wir müssen die Gewächshäuser – was viele nicht wissen – auch jetzt in den Nächten noch konstant auf 15 Grad halten und wir haben natürlich ein Platzproblem, wenn der Abverkauf schleppend läuft“, so André Sachse von der Süptitzer Firma Blumen-Sachse. Schließlich muss in kalten Nächten alles schützend unter Dach und Fach gebracht werden. Vor etwa zwei Wochen war die Situation besonders heikel. Inzwischen laufe der Verkauf von Beet-und Balkonpflanzen aber richtig gut. Jetzt macht sich die milde Witterung bemerkbar.

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