Donnerstag, 23. November 2017

 
Freitag, 19. Mai 2017

NORDSACHSEN

"Nicht gleich zur chemischen Keule greifen"

Frieder VoigtFoto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Christian Wendt

Nordsachsen. Seit Wochenbeginn werden in Wittenberg 793 Eichen vorbeugend gegen den Eichenprozessionsspinner behandelt. Die Bäume stehen auf Friedhöfen, an Kindertagesstätten und Schulen sowie auf öffentlichen Grünanlagen. Ob auch hierzulande die chemische Keule geschwungen wird, erfragte die Torgauer Zeitung bei Sachgebietsleiter Frieder Voigt von der Unteren Forstbehörde des Landratsamts.

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TZ: Folgt man in Nordsachsen dem Beispiel der Lutherstadt?
Frieder Voigt:
Derzeit gibt es dazu keine Veranlassung. Stellen, an denen der Eichenprozessionsspinner erfahrungsgemäß auftritt, werden von uns kontrolliert.

Um welche Stellen handelt es sich?
Zu nennen wären hier beispielsweise zwei Vorkommen – eines entlang der
B 183 bei Weidenhain und eines bei Reibitz nahe dem Schullandheim. Hier wurden bereits betroffene Eichen mit Hilfe von Hubsteigern abgesucht.

Was wurde gefunden?
Eine gewisse Anzahl ist immer da. Doch gleich zur chemischen Keule zu greifen, ist nicht ratsam. Falls es zu einem verstärkten Auftreten kommen sollte, noch dazu an Stellen, wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Raupen mit Menschen in Kontakt kommen, werden wir über weitere Maßnahmen beraten müssen.

Dann also doch die Giftspritze!?
Nicht zwingend. Ebenso besteht die Möglichkeit, die Raupen samt ihrer kleinen Gespinste aus den Bäumen zu saugen. Doch wie gesagt, bevor gehandelt wird, muss eine Gefährdung gerade für Kinder, die zum Teil stark allergisch auf die Raupenhaare reagieren, gegeben sein. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal betonen, dass die Gefährlichkeit des Eichenprozessionsspinners allein in den Raupenhaaren besteht. Für die Forstwirtschaft besteht trotz Zuwachsverlusten durch Fraß keine Gefahr. Ebenso sollte bei aller Aufregung bedacht werden, dass nicht alle mit Gespinsten zugekleisterten Bäume auf das Konto des Eichenprozessionsspinners gehen. In den allermeisten Fällen handelt es sich um harmlose Mottengespinste, deren Anblick zweifellos viele irritiert.

Nun weiß der Laie zumeist nicht, welche Tierchen es sich gerade im Baum gemütlich machen. Was sollte man tun, wenn man auffällige Gespinste entdeckt?
Meldungen nehmen die Kommunen und auch wir vom Landratsamt entgegen. Gemeinsam wird dann entschieden, ob Handlungsbedarf besteht.  


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