Freitag, 18. Januar 2019

 
Dienstag, 6. Juni 2017

OSTELBIEN

Splitt und Schotter als Befestigung

Der Weg von Döbrichau in Richtung Lößfurth wurde mit Splitt ausgebaut.Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Nach Eröffnung des ostelbischen Lutherweges gab es vor allem bei vielen Radfahrern enttäuschte Gesichter. Die Feld- und Waldwege wurden mit Splitt und Schotter hergerichtet, was bei Pedalrittern auf wenig Gegenliebe stößt.

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Beilrode. Nach der Einweihung des Lutherweges mehrt sich Kritik in der Bevölkerung. Gemeinderat Karl-Friedrich Dierkes sprach in der letzten Sitzung sogar ganz offen davon, dass hier Geld verbrannt wurde. „Eine sinnlose Investition.“ Vor allem die Tatsache, dass ein Teil der Strecke mit Splitt wenig Radfahrer freundlich und in erster Linie für Wanderer, Touristen und Pilgerer ausgebaut wurde, stößt auf. „Wir haben ja auch Hunderte Wanderer!“, witzelt der Großtrebener. Es gibt vielleicht im Lutherjahr mal ein paar, die mit Rucksack losspazieren. Nächstes Jahr ist die Geschichte wieder vergessen. „Es handelt sich zudem hinter Döbrichau um einen Feld- und Wirtschaftsweg, wobei er auch nicht breit genug ist. Wenn die Strecke nach der Ernte kaputt gefahren ist, schauen sich alle fragend an. Die Gemeinde Beilrode hat kein Geld und knapst an allen Ecken und Enden. Wir schieben ein 600 000-Euro-Defizit vor uns her. Und hier werden 150 000 Euro zum Fenster rausgeschmissen“, schimpft der Gemeindevertreter, der damals zusammen mit Renate Brähler-Kollmann gegen das Projekt stimmte.

Auch in Döbrichau ist hier und da Enttäuschung zu spüren, weil der Splitt doch höchste Vorsicht und Konzentration abverlangt. „Ich habe gehört, dass schon zwei Frauen gestürzt sind“, zeigt sich Hans-Jürgen Mittmann wenig begeistert. Bürgermeister René Vetter relativiert und sieht trotzdem den Erfolg der Maßnahme. „Wir sind froh, dass wir den Weg von Döbrichau in Richtung Lößfurth mithilfe des Förderprogramms überhaupt  machen konnten. Der war nämlich gar nicht mehr nutzbar, völlig zugewachsen und mit tiefen Schlaglöchern versehen.“ Man habe bei der Deckschicht schon bewusst darauf geachtet, den Splitt nicht zu grobkörnig zu wählen und einen hohen Feinanteil zu haben. Diese Erkenntnis ergab sich, nachdem auch die Kollegen auf Brandenburger Seite von Lößfurth bis Beyern mit Problemen zu kämpfen hatten und nachbessern mussten. Sie hatten zuerst groben Splitt verarbeiten lassen. „Dieses Förderprogramm unterstützt keinen reinen Radweg. Deshalb stand der Einsatz von Asphalt, Pflaster oder Betonstreifen gar nicht zur Diskussion. Der Lutherweg soll ein Lehr- und Erlebnispfad sein. Ein Wanderweg!“, spielt René Vetter auf die klaren Vorgaben der Behörden beim Ausreichen der Fördermittel an. Man sei sehr froh über den Bescheid der Landesdirektion gewesen, der immerhin 103 000 Euro auswies, was 80 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Der Lehr- und Erlebnispfad führt von Torgau über Zwethau, Beilrode/ Falkenstruth bis über die Ländergrenze hinaus in Richtung Falkenberg/Herzberg. Dabei wurden drei Teilabschnitte mit Splitt ausgestattet. 

Die Rad AG Torgau hat den Lutherweg im Übrigen schon getestet und überwiegend für in Ordnung befunden. Bei den sanierten Teilstücken heißt es: Falkenstruth- Rehfeld Bahnhof & Rehfeld BHF-Döbrichau (Kirche) bzw. (2) Falkenstruth (Bahnhof)-Döbri-chau (HP) und Döbrichau (Kirche): Zum großen Teil gute Ausschilderung (Falkenstruth-Rehfeld–Döb-richau), größtenteils lehmiger, sandiger und steiniger Belag. Geteerte Landstraße Rehfeld Bhf-Döbrichau. Leichte Holprigkeit des Belages im Zwethauer Wald! Etwas reduzierterer Radfahrkomfort. Für Tourenräder kein Problem.  Für Touren mit Radanhängern weitgehend noch in Ordnung! Döbrichau-Lößfurth: War zum Zeitpunkt der Testfahrt noch nicht ausgebaut. Fiel deshalb als Wald- und Wiesenstrecke völlig durch. Lößfurth- Beyern: Gute Befahrbarkeit durch Aufbringen einer neuen und gut befahrbaren sandgeschlämmten Splittdecke. Für Tourenräder  empfehlenswert. Für Touren mit Radanhänger empfehlenswert.


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