Donnerstag, 19. Oktober 2017

 
Freitag, 9. Juni 2017

NORDSACHSEN

FDP-Kandidat Christoph Waitz

Christoph Waitz fühlt sich im Grünen wohl. Mit der TZ traf sich der FDP-Kandidat im Eilenburger Stadtpark.Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Die Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus: TZ stellt heute Christoph Waitz vor, der für die FDP im Raum Nordsachsen kandidiert. Was der Leipziger beruflich und privat macht, lesen Sie nachfolgend ausführlich.

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Torgau. Die Menschen in Torgau haben ganz andere Themen auf dem Schirm als die in Taucha, Eilenburg, Delitzsch oder Oschatz. Christoph Waitz weiß das. Er sieht es deshalb als enorm große Herausforderung, sie alle im Wahlkampf gleichermaßen „abzuholen“ und zu motivieren, am 24. September ihre Stimme abzugeben. Möglichst für die FDP.

Deshalb will der Markkleeberger in den nächsten Wochen und Monaten auch nichts unversucht lassen. Aus seiner Sicht sei es überaus entscheidend, zwei bis drei liberale Abgeordnete aus Sachsen in den Bundestag zu bekommen, um als Partei politisch überhaupt wieder wahrgenommen zu werden. Das persönliche Wahlergebnis sei in dieser Hinsicht zwar zweitrangig. „Aber ich würde mich natürlich über ein gutes Abschneiden sehr freuen“, macht der 56-Jährige aus seinen Ambitionen keinen Hehl.

Christoph Waitz war schon einmal Mitglied im Bundestag. 2005 hatte er kandidiert und wider Erwarten gleich im ersten Anlauf den Sprung nach Berlin geschafft. Kultur und Medienpolitik lagen in seinem Zuständigkeitsbereich. Waitz empfand es als eine ungeheuer spannende Zeit. „Man lernt unglaublich viel dazu und es öffnen sich zahlreiche Türen.“ Gerne hätte er weitergemacht. Aber vier Jahre später reichte es nicht mehr. Nun sieht der Bundestagskandidat erneut eine reale Chance. „Es gibt schwerwiegende Probleme in Nordsachsen von fehlender Infrastruktur, Straßenanbindungen, dem Kampf um die B 87n bis hin zu den katastrophalen Erzeugerpreisen in der Landwirtschaft. Ich habe den Eindruck, dass sich viele Menschen nicht gut vertreten fühlen.“

Christoph Waitz ist in Heidelberg geboren. „Die Familie meines Vaters hatte sich dort nach der Flucht aus Thüringen wieder einen Handwerksbetrieb, eine Fleischerei, aufgebaut. Man war über die grüne Grenze gen Westen aufgebrochen. Später kamen wir durch den beruflichen Wechsel meines Vaters nach Wiesbaden, wo ich im Wesentlichen meine Schulzeit verlebt habe.“
Als 12- bis 13-Jähriger wollte er eigentlich Tierarzt werden. „Ich war begeistert von Schlangen und wollte unbedingt ein Terrarium“, lacht Waitz. Den Anstoß hatte im Urlaub die Begegnung mit einer Kreuzotter gegeben, „die ich überlebt hab“, wie er mit Augenzwinkern hinzufügt. Seine Eltern hätten dann entschieden, dass es maximal für ein Aquarium reicht. 

Später hängte er diesen Berufswunsch an den Nagel und begann ein Jura-Studium. Auch sehr interessant, spielt er auf die unterschiedlichsten Themengebiete an. Nachdem Christoph Waitz erfolgreich zwei Staatsexamen abgelegt hatte, arbeitete er einige Zeit als Anwalt mit den verschiedensten Betätigungsfeldern ob Mietrecht, Sozialrecht oder Gesellschaftsrecht. In zwei Jahren Ravensburg habe er sich seine ersten Sporen in der umkämpften Branche verdient. 1992 kam Waitz durch den damaligen Arbeitgeber nach Erfurt. Da war er bereits Niederlassungsleiter in einem Sachverständigenbüro. „Ich hatte den Wunsch mich selbständig zu machen.“

Das klappte. 1994 gründete der Leipziger ein eigenes Sachverständigenbüro, wo er seit 23 Jahren als geschäftsführender Gesellschafter wirkt. Maschinenbewertungen für unterschiedliche Auftraggeber sind das Aufgabengebiet. Käufer und Verkäufer lassen einzelne Produktionsanlagen gerne noch einmal „aufnehmen“, um einen möglichst realistischen Verkehrswert zu erhalten. Politische Themen hätten im Leben von Christoph Waitz schon immer eine Rolle gespielt. „Ich komme aus einer Familie, die – seit ich denken kann – politisch interessiert ist. Meine Mutter war über 30 Jahre Mitglied im Gemeinderat in dem Städtchen, in dem wir wohnten. Selbst beim Abendbrot wurde diskutiert.

In den 70er Jahren ging es da zum Beispiel um Atomkraft und den Nachrüstungsbeschluss“, erinnert er sich. Richtig politisch in Erscheinung trat Christoph Waitz aber erst zehn Jahre später während seines Referendariats in Oberschwaben. „Ich musste ja sehen, wie ich die Abende sinnvoll gestalte.“
Als der FDP-Kandidat 1997 in Leipzig- Markkleeberg eine neue Heimat fand, erlebte er damals den ansässigen Ortsverband in einer traurigen Verfassung. „Ich hatte beschlossen, ihn wieder aufzubauen, und es hat funktioniert. Es gelang tatsächlich, dem Verband neues Leben einzuhauchen.“ Waitz wurde schließlich Kreisvorsitzender für den damaligen Kreis Leipziger Land.

Sein Ehrgeiz ist auch heute ungebrochen. Viele 100 Kilometer will er in den nächsten Monaten mit seinem Wagen zurücklegen, um für sich und seine Partei zu werben. Der Wahlkreis ist riesig, schon allein von Markkleeberg bis Torgau seien es locker 80 Kilometer. Privat muss da zwangsläufig einiges auf der Strecke bleiben. Zum Beispiel sportliche Aktivitäten, wie der 56-Jährige bedauert. Die angepeilten 10 000 Schritt pro Tag – da baut der Vater von zwei großen Töchtern (24/16) auf ein entsprechendes Zählgerät – seien wohl nicht immer zu schaffen.

Zum Glück gibt es den großen Hund der Familie, der ausgedehnte Spaziergänge liebt und regelmäßig ausgeführt werden muss. Viel Zeit verbringen seine Frau und er zudem im großen Garten. Christoph Waitz schwärmt: „Wir haben viel Obst und irgendwann die Idee gehabt, daraus Schnaps zu brennen.“ Ein Vorhaben, das sich als gar nicht so einfach herausstellte. Zu Weihnachten gab es dann eine Brennanlage, die gerade noch zulässig ist, was die rechtlichen Bestimmungen betrifft. „Und damit haben wir die ersten Versuche gestartet. Im vorigen Jahr war es Wacholder-Gin, diesen Sommer will man es mit „Kirsch“ probieren. „Ich habe gestaunt, wie viel Spaß das macht“, gibt der Naturliebhaber zu. Derzeit hat aber der Wahlkampf für den FDP-Kandidaten oberste Priorität.


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