Sonntag, 22. Juli 2018

 
Donnerstag, 15. Juni 2017

MOCKREHNA

Größter Bio-Hühnerstall im Altkreis Torgau

Die neue Stallanlage im Wildenhainer Ortsteil Leitpflock, Gemeinde Mockrehna. Die Hühner haben viel Auslauf. Sigrid Beuche, Mitarbeiterin der EG Wildenhain, mit frischen Eiern. Foto: Fotos: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Wildenhain/Leitpflock. Wer nicht gerade aus Wildenhain oder Mockrehna kommt, hat sicher von dem Ortsnamen Leitpflock noch nie etwas gehört. Eine kleine Siedlung etwas außerhalb.

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Bedeutung hat der Standort vor allem für die Geflügelproduktion, die hier seit den 50er Jahren im großen Stil betrieben wird. Nicht ohne Stolz wirft Matthias Böbel, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Wildenhain, einen Blick zurück. Man habe alle Entwicklungsformen mitgemacht und sei als Leistungsträger vorangegangen, was neue Haltungssysteme bei Hühnern betrifft. „Wir sind durch alle Höhen und Tiefen geschritten“, lächelt er mit Blick auf die Legehennenhaltung.

Dann erklärt Matthias Böbel: „Leitpflock gehört zu Mockrehna, „An der Geflügelfarm“ zu Wildenhain.“ Siedlung und Stallanlagen liegen jedoch so dicht beieinander, dass schwer eine Grenze auszumachen sei. Mittlerweile werde nur noch der Name Leitpflock genutzt und dies gehört zu Mockrehna, wie insgesamt ja die meisten Dörfer ringsum längst eingemeindet sind. Die EG Wildenhain hat Legehennenställe in Krostitz, Wurzen, Nerchau, wobei Wildenhain der größte Standort sei. Hier ist in den vergangenen Jahren viel passiert.

„Nachdem die Serum-Ei-Produktion eingestellt werden musste, hat die EG neue Wege gesucht. Auf Grund veränderter Kundenwünsche rückte der Bau eines Bio-Legehennenstalls in den Fokus“, so der Vorsitzende. Mittlerweile ist das Projekt umgesetzt und macht alle Beteiligten mächtig froh. Die Hühner werden hier nach ökologischen Maßstäben gehalten, haben viel Auslauf und bekommen nur Biofutter. Zum Beispiel Getreide, Erbsen und Mais aus ökologischer Produktion. „Wir haben auf der Fläche einen ehemaligen Junghennenstall umgebaut bzw. weggerissen“, so Böbel. Am 1. Dezember im vergangenen Jahr wurde das Objekt fertig.

Jetzt gackern und scharren hier 10 800 Biohennen, die in vier voneinander getrennten Ställen gehalten werden. Im gleichen Atemzug hat die Erzeugergemeinschaft Wildenhain auch 50 Hektar ihrer landwirtschaftlichen Produktion auf Bio-Bewirtschaftung umgestellt, um so den Kreislauf Pflanze-Tier zu schließen. Die Eier werden über ein eigenes System mit entsprechendem Label vermarktet. Dazu gibt es die Erzeugergemeinschaft Mitteldeutsches Bauernhof Ei GmbH mit Sitz in Torgau, Eilenburger Straße. Die Bio-Eier sind in Supermärkten und Lebensmittelgeschäften erhältlich.

Nach der Freude über den neuen Bio-Legehennenstall kam bei den Verantwortlichen in Wildenhain schnell Ernüchterung: Durch die Vogelgrippe und die damit verbundene Stallpflicht mussten die Hühner erst einmal drin bleiben. Die schönen weitläufigen Freianlagen blieben leer. Zum Glück war der Spuk auch bald wieder vorbei. Jetzt tummeln sich 10 800 Tiere unter freiem Himmel. Allerdings nicht immer: „Bei zu großer Hitze oder bei schlechtem Wetter bleiben die Hühner auch gerne mal im Stall“, lächelt Matthias Böbel. Und nachts sind sie ohnehin eingesperrt. Leider hat es sich offenbar auch im angrenzenden Wald herumgesprochen, dass es einen neuen Bio-Hennenstall gibt.

Denn Reineke Fuchs kommt inzwischen regelmäßig zu Besuch und freut sich über den reich „gedeckten Tisch“. „Wir verlieren täglich Hühner an den Fuchs. Es ist unser größtes Problem. Die Greifvögel bereiten weniger Sorgen. Meist schaffen es die Tiere bis zum nächsten Unterstand, wenn ein Bussard oder ein Hühnerhabicht auftaucht“, so der EG-Vorsitzende. Die Stallbelegung wird regelmäßig gewechselt. Der Besatz kommt dann in die Schlachtung, 18 Wochen alte Hühner werden zugekauft und wieder für gewisse Zeit gehalten.

Rund 9500 Eier kann die Erzeugergemeinschaft täglich allein aus der Bio-Legehennenanlage vermarkten. Und die Nachfrage ist groß. Weil Bio- und konventionelle Eier nicht in ein-  und demselben Unternehmen produziert werden dürfen, war die Gründung einer neuen GmbH in Wildenhain erforderlich. Auch darüber hinaus waren die bürokratischen Anforderungen nicht gerade gering. Neben den hiesigen Behörden gaben sich auch die Fachleute vom Öko-Kontrollverband mehrfach die Klinke in die Hand.

„Es stimmt schon. Die Tiere sind gesünder, weil auch die Besatzdichte geringer ist“, räumt Matthias Böbel ein. Ob man auch am Geschmack den Unterschied zu Eiern aus Boden- und Freilandhaltung erkennen würde, da will sich der Vorsitzende lieber nicht festlegen. Von seiner jüngsten Investition ist er dennoch fest überzeugt. Es dürfte sich um den ersten Bio-Legehennenstall im Altkreis Torgau handeln, der gewerblich und nicht privat betrieben wird.

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