Mittwoch, 24. Januar 2018

 
Donnerstag, 29. Juni 2017

OSTELBIEN

Den Adlern in die Kinderstube geschaut

Die drei Fischadlerjungen staunten nicht schlecht, als sie Besuch bekamen. Foto: Mitnetz Strom

von unserem Redakteur Christian Wendt

Beilrode. Eigentlich gehören solche Touren für Norbert Beier und David Peters zum beruflichen Alltag. Eigentlich. Obgleich es in der Beilroder Falkenstruth gestern wieder hoch hinaus ging, machten die beiden Monteure der Mitnetz Strom diesmal in gut zwanzig Metern Höhe mit drei buchstäblich federleichten Fischadlerjungen Bekanntschaft.

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Die bekommen es in ihrem stählernen Horst normalerweise recht selten mit Menschen zu tun. Klar, dass sie sofort in Bewegungslosigkeit verfielen und somit einem Abtransport nach unten nichts im Wege stand. Hier wartete bereits Peter Reuse. Der Förster aus dem Raum Meißen ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelwarte Hiddensee und bestens mit dem Fischadlervorkommen in der Region vertraut.

Schon bevor Beier und Peters den ersten von insgesamt sechs Masten der 110kV-Leitung erklommen hatten, sprach Reuse von einem guten Fischadlerjahr. Noch besser: Die Anzahl der Vögel habe in den vergangenen Jahren eine leicht steigende Tendenz. Bei „leicht steigend“ musste Monteur David Peters lächeln. Denn leicht war sein Marschgepäck hinauf nicht gerade. Ob Leine oder Karabiner – die gesamte Sicherheitstechnik brachte gut und gerne 15 Kilogramm auf die Waage. Und die mussten zunächst knapp einen Kilometer quer über einen Weizenschlag geschleppt werden. „Bloß gut, dass das hier kein Raps ist“, atmete Norbert Beier auf. Denn Raps sei wie Urwald. Kaum ein Durchkommen möglich.

Gestern saß dem Trio die Zeit im Nacken, drohten doch ausgiebige Regenfälle. Tags zuvor sah das schon ein wenig ruhiger aus. Da war man unter anderem in der Region Dreiheide und Bad Düben unterwegs. Hier mussten fünf Adlerhorste kontrolliert werden. 13 Fischadlerjunge konnten auf jener Tour beringt werden.
Gestern waren es in den sechs Nestern elf, denen Peter Reuse jeweils zwei Ringe verpasste – einen Vogelwartenring mit der Aufschrift „Hiddensee“ und einen Kennring, der auch auf große Entfernung dank seiner großen Beschriftung entziffert werden kann. Der Clou: Sitzt der Kennring links wurde der jeweilige Jungvogel auf einem Gittermast geboren.

Sitzt er rechts handelt es sich um einen Vogel, dessen Geburtsort in natürlicher Höhe lag. Doch in Sachsen gebe es derzeit nur Fischadler mit linkssitzenden Kennringen, erklärte Peter Reuse, der nach dem Wiegen sowie Vermessen der Flügel auch noch ein Augenmerk auf die Schnabellänge der fünf bis sechs Wochen alten Jungvögel legte. Denn an der Länge sei das Geschlecht ablesbar. Auf dem Mast Nummer 30, dem ersten gestern früh, hockten demnach drei Weibchen mit einem Gewicht zwischen 1,6 und 1,8 Kilogramm. „Die stehen alle gut im Futter“, kommentierte Reuse den Zustand der Tiere, die nach etwa 20 Minuten wieder hinauf ins Nest gezogen wurden.

Dort werden sie nach Schätzung des Vogelexperten wohl noch zwei Wochen ausharren müssen, bis sie flügge sind.
Doch warum beringt man die Adlerjungen eigentlich? Reicht es nicht aus, wenn man weiß, wie viele geboren worden? „Mit der Beringung ist es möglich, Rückschlüsse auf das Überwintern der Vögel zu ziehen“, sagte Reuse. Normalerweise würden Fischadler in Westafrika überwintern. Doch auf Grund des Klimawandels zögen manche Greifvögel nur noch bis in den Mittelmeerraum.


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