Donnerstag, 20. Juli 2017

 
Sonntag, 16. Juli 2017

LOKALSPORT

Klare Worte zu Box-Gerüchten

Links: Die Teilnehmer am Dart-Turnier stellten sich gemeinsam mit Volker Lippmann (links) zum Gruppenfoto. Rechts: Laura Meinel im Sparring mit der Delitzscherin Joanne Jentsch. Die BSV-Boxerin soll im kommenden Jahr um die Sachsenmeisterschaft kämpfen.Foto: TZ/Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Boxen/Dart. Mit Sparrings und einem Dartwettkampf hat der Belgeraner Sportverein sein Sommerfest gefeiert. Chef Volker Lippmann nahm am Rand Stellung zu Meisterschafts-Gerüchten.

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Boxen/Dart. Das ehemalige Kino der Rolandstadt entwickelt sich zu einem kleinen Sportzentrum. Am zurückliegenden Wochenende tummelten sich dort nicht nur die Boxer des Belgeraner Sportvereins (BSV), sondern lieferten sich auch 16 Dartspieler einen spannenden Wettkampf. Und es sieht ganz danach aus, als würde die Abteilung des SV Roland für die gesamte neue Saison mit der Heimspiel- und Trainingsstätte Altes Kino planen. Dem Vereinshaus des SV Roland am Sportplatz im Döhner würden sie damit den Rücken kehren.

BSV-Chef Volker Lippmann freut sich über das Interesse der Dart-Sportler. „Ich habe großen Respekt für das, was die Truppe in Vergangenheit geleistet hat und ich finde es gut, dass sie künftig bei uns spielen wollen.“ Befürchtungen, dass es zu Überschneidungen im Wettkampf- und Trainingsbetrieb zwischen Boxern und Dartern kommen könnte, hat er nicht. „Das lässt sich mit gegenseitigem Respekt immer organisieren.“ Siehe den zurückliegenden Sonnabend. Lippmann schenkte Getränke aus, die Dart-Entourage warf über Stunden ihre Pfeile auf nicht immer tadellos funktionierende Automaten, und am Ende wurde gemeinsam gefeiert.

Den Sieg im Turnier holte sich übrigens Marcel Goldschmidt. Keine Überraschung, der Belgeraner ist das mit Abstand größte Talent der Region, und wenn er nicht gerade an seiner erfolgreichen Ausbildung bei Interpane in Liebersee bastelt, trainiert er hart dafür, es ins Hauptfeld eines der großen Profiturniere zu schaffen. Bislang war noch immer in den Qualifikationsrunden Schluss, doch Vater Heiko – größter Förderer und Fan zugleich – ist sich sicher, der Durchbruch wird kommen.

Bis dahin führt Marcel Goldschmidt seine Roland-Mannschaft durch die lokale Wettkampfszene. Nachdem das Team in der zurückliegenden Saison aufgestiegen ist, soll in der Mittelsächsischen Dartsliga, Staffel A ein sicherer Mittelfeldplatz her. Sagt Matthias Winkler. Denn: „Gegen den Abstieg zu spielen, ist nicht unser Anspruch!“ Mit zum Erfolg der Belgeraner Pfeilewerfer beitragen wollen auch René Langer und Thomas Ruge. Der eine kommt aus Mühlberg, der andere aus Neu-Seußlitz. Beide brennen für den Präzisionssport und haben quasi über das Internet nach Belgern gefunden.

Dass unzählige Menschen im kommenden Jahr in die Stadthalle Belgern finden, ist eines der großen Ziele von Volker Lippmann. Mit dem BSV hat der sich für die Ausrichtung der Sächsischen Landesmeisterschaften beworben (Lesen Sie dazu auch das Interview auf dieser Seite.)  Sollte der Zuschlag kommen, wird es nicht nur ein gewohnt hochklassig organisiertes Boxevent in der Stadthalle geben, sondern auch ein Dart-Turnier in diesem Rahmen. Vonseiten der Mannen um Goldschmidt und Winkler gibt es für dieses Vorhaben bereits Grünes Licht. Sie freuen sich auf die Gelegenheit, ihren Sport auch mal einer größeren Öffentlichkeit vorzuführen. Denn zumindest bei den  Punktspielen ist nicht wirklich viel Platz im Vereinsheim gewesen, und auch das Alte Kino bietet diesbezüglich nur überschaubare Möglichkeiten.

Improvisation wird sicher gefragt sein, wenn es um das Bestehen gegen die winterliche Kälte geht. „Die Heizungsanlage ist unser nächstes großes Projekt“, erklärt Volker Lippmann, dass es in diesem Winter im Kino auf jeden Fall noch ohne gehen muss. Zwar gehe die Herrichtung des Gebäudes stetig voran – zuletzt wurden die Versorgungsanschlüsse inklusive Stroms gelegt – „aber wir werden uns dafür nicht verschulden“, macht der Vereinschef klar, dass das Tempo überschaubar bleiben wird.

Auf Kontinuität setzen die Boxer in der Rolandstadt auch bei ihrer Nachwuchsentwicklung. Wer wollte konnte sich davon beim Sparring am Sonntag überzeugen. Das war ebenfalls Bestandteil des Sommerfestes. Zu Gast waren die Faustkämpfer aus Delitzsch, unter ihnen auch Aron Lange, zweiter der Deutschen Meisterschaften. Für Lippmann sind die Sparrings wichtig, um die Entwicklung seiner Schützlinge besser beurteilen zu können. Im Blick hat er derzeit besonders Laura Meinel und Valentin Tauchnitz.

Egal, wo nun die Sächsischen Meisterschaften im kommenden Jahr stattfinden, sollen beide für den BSV in den Ring steigen. Fit gemacht werden sie dafür unter anderem von Mirko Penz, der sich mit all seiner Erfahrung nun in die Jugendarbeit des BSV einbringt. Er sei froh, Penz dabei zu haben, sagt Lippmann. „Mirko hat die olympische Lizenz in der Tasche und wird auch im kommenden Winter wieder die Schulbank drücken, um seine Fertigkeiten als Trainer zu festigen.“

Kurzinterview

„Ja, wir haben uns beworben“

Belgern. Wenn er nicht gerade daran bastelt, den Rolandstädter Boxsport nach vorne zu bringen, ist Volker Lippmann in der Republik unterwegs, um als Kampfrichter Turniere zu begleiten. Seit 2012 ist er im Besitz der Internationalen Lizenz, darf entsprechend hochrangige Kämpfe leiten. Die TZ sprach mit Lippmann über die Erfahrungen, die er dabei sammelte und entlockte ihm ein paar Worte zu einem schwelenden Gerücht.

TZ: Das erste Halbjahr 2017 ist vorbei, Sie hatten eine Reihe von Einsätzen. Welcher war der eindrucksvollste?
Volker Lippmann:
Seit dem 14. Januar habe ich zehn Veranstaltungen begleitet, die allesamt viel Spaß gemacht haben. Sechs davon waren international besetzt, auch zwei Landesmeisterschaften in Dresden gehörten dazu. Am meisten aber habe ich mich über die Ansetzung für die 1. Bundesliga gefreut: Hartha BSC Berlin gegen UBV 48 Schwedt.

Was ist das Besondere an einem Bundesligakampf – die Atmosphäre?
Die sicher auch. Vor allem aber ist es die Qualität der einzelnen Kämpfe. Das sind Welten! Die Boxer sind super athletisch ausgebildet und auch technisch versiert. Da geht keiner k.o..

Was nehmen Sie von den großen Wettkämpfen, die Sie als Kampfrichter besuchen, für den Heimatboxstall mit?
Viele Erfahrungen in Sachsen Ausbildungsstand. Wo liegt der Standard in Sachen Technik und Taktik, wo müssen wir hin!

Wo müssen wir denn hin?
Wieder hin zum technisch versierten Boxen in einer guten Kombination mit Schlagkraft. Das bringt mehr, als nur nach vorne zu gehen und über die Offensive den Erfolg zu suchen.

Zurück zu den Erfahrungen. Schauen Sie sich auch organisatorisch etwas ab?
Vorteil dieser großen Veranstaltungen ist es, dass man mit den maßgeblichen Leuten zusammenkommt und über die Neuerungen der Wettkampfbestimmungen gesprochen wird. Das fließt natürlich in die Organisation unserer Wettkämpfe mit ein.

Apropos Wettkämpfe in Belgern. Es wird gemunkelt, Belgern will wieder eine Landesmeisterschaft ausrichten.
Das stimmt, wir haben uns um die Sächsische Landesmeisterschaft im olympischen Boxen aller Altersklasse – bis auf die Schüler – beworben. Im September entscheidet sich, ob wir den Zuschlag bekommen.

Wann wäre die Meisterschaft?
Laut Plan vom 9. bis zum 11. März 2018 in der Stadthalle Belgern.

Was bedeutet alle Klassen, außer Schüler?
Die jüngste Altersklasse würde außen vor bleiben, was ich sehr schade fände. Beginnen würde es dann mit den Kadetten – ab zwölf Jahre – bis hoch zu den Senioren, der Elite also.

Das wären ziemlich viele Kämpfe ...
... deshalb auch drei Tage. Grob geplant sind bis zu 40 Halbfinalkämpfe und damit bis zu 20 Finalkämpfe. Fällt noch eine Entscheidung zugunsten der Schüler, steigt die Zahl der Kämpfe entsprechend.

Warum pochen Sie so auf die Schüler?
Ich halte diese Alterklasse unheimlich wichtig für die Nachwuchsarbeit und finde, man sollte sie deshalb nicht vernachlässigen.

Würden wir im Rahmen der Landesmeisterschaften auch Belgeraner Faustkämpfer im Ring sehen?
Zwei einheimische Kadetten wären dabei: Laura Meinel und Valentin Tauchnitz.

Das wäre gut für die Zuschauerresonanz.
Sicherlich. Wir haben allerdings schon 2013 festgestellt, dass die Belgeraner am Boxsport interessiert sind. Circa 200 Besucher hatten wir damals pro Tag, das würde auch unser Ziel im kommenden Jahr sein. Ich denke sogar, das Potenzial wäre noch größer, weil wir noch etwas gemeinsam mit den Dart-Spielern aus Belgern planen. (Mehr dazu im neben stehenden Beitrag).Gespräch: Sebastian Stöber


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