Donnerstag, 20. Juli 2017

 
Montag, 17. Juli 2017

NORDSACHSEN

3 Schwerpunkte für die Zukunft

von unserem Multimedia-Redakteur Sebastian Lindner

Nordsachsen. In seiner Juni-Sitzung hat der nordsächsische Kreistag ein neues Integrationskonzept beschlossen. Das 30-seitige Papier führt detailliert aus, wie sich das Landratsamt künftig die Arbeit und den Umgang mit Asylsuchenden vorstellt.

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Nachdem in den Jahren 2015 und 2016 zunächst die Unterbringung der in großen Zahlen nach Nordsachsen gekommenen Flüchtlinge im Fokus stand, rückt der in den letzten Monaten erarbeitete Entwurf nun die Integration jener Menschen in den Vordergrund.

Ausgangspunkt für das Konzept war die Integrationskonferenz in Delitzsch im vergangenen September mit allen Akteuren, die an der Flüchtlingsarbeit beteiligt sind. In einer Folgeveranstaltung im Dezember wurden in Workshops dann die Schwerpunkte herausgearbeitet.

Dass Integration nur mit dem Erlernen der deutschen Sprache möglich sein kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Deswegen hat auch der Landkreis die „Deutschsprachförderung als dringendes Erfordernis bereits erkannt“, wie es im Integrationskonzept heißt. Von Behördenseite passiert das über die Volkshochschulen und die Integrationssprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die jedoch als sehr ansprchsvoll gelten und nicht immer mit der Erteilung eines Zertifikates enden. Oft sind Zusatzstunden nötig.

Andere Kurse, die einen Einstieg bilden, werden mittlerweile ebenfalls von der VHS angeboten. Darüberhinaus beteiligt sich mittlerweile auch die Privatwirtschaft an der Vermittlung von Sprachkenntnissen. Hinzu kommen die Möglichkeiten, die durch Bürgerinitiativen oder einzelne Freiwillige angeboten werden. Diese Angebote werden in erster Linie von den Erwachsenen genutzt. Für Kinder und Jugendliche – sowohl unbegleitete minderjährige Asylbewerber (UMA) als auch jene in Familien – wurden andere Möglichkeiten geschaffen. Auch für Kinder mit Migrationshinergrund besteht in Deutschland Schulpflicht.

DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) gibt es landkreisweit an acht Grundschulen, sieben Oberschulen und vier Beruflichen Schulzentren. „Die bereitstellung von Kita-Plätzen bildet hier ebenso eine wichtige Voraussetzung nicht nur zur Förderung von Sprache und Bildung als Voraussetzung für den späteren Schulbesuch, sondern auch für die Teilnahme der Eltern an Sprachkursen und weiteren Aus- und Fortbildungen“, heißt es im Konzept.

Um sämtliche Erfordernisse und Angebote in einer Hand zusammenzuführen, hat der Landkreis beim Bundesministerium für Bildung und Forschung einen Antrag auf Förderung eines Bildungskoordinators gestellt. Dieser wurde für die Jahre 2017 und 2018 bewilligt. Sind die Grundvoraussetzungen geschaffen, sieht der nächste Schritt vor, die Erwachsenen auf den Arbeitsmarkt zu vermitteln. „Als vorrangige Zielgruppe werden Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive gesehen“, steht es geschrieben. Neben der Ausbildung ist es wichtig, die Potenziale der vermeintlichen Fachkräfte nicht nur zu erschließen, sondern auch systematisch zu erfassen.

Die Entwicklung eines einheitlichen, datenbasierten Programmes das Informationen über Sprachkenntnisse, Schulabschlüsse, Berufserfahrungen und ähnliche Faktoren erfasst, steht auf der Prioritätenliste weit oben. Bereits umgesetzt ist das Modellprogramm der Arbeitsmarktmentoren, von denen zwei im Landkreis tätig sind. Sie bieten §beratung und Begleitung für geflüchtete Menschen auf dem gesamten Weg der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration.“ Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Integration weiblicher Flüchtlinge.

Ohne Hilfe kann der Landkreis die Integration der Flüchtlinge nicht stemmen und ist deshalb nach wie vor auf das Ehrenamt angewiesen, dass bereits trotz vieler Aktivitäten und Programme wie Hausaufgabenhilfen, Begegnungscafés oder Nähtreffs weiter gestärkt werden soll. Eine „professionelle und wertschätzende Begleitung“ dieser Helfer ist dabeiausdrücklich erwünscht. Diese Aufgabe wird aktuell durch die Kommunalen Integrationskoordinatren (KIK) abgesichert.
Bei der Schaffung von weiteren Projekten soll zunehmend Wert darauf gelegt werden, gemeinsame Angebote für Menschen mit ohne Migrationshintergrund zu schaffen. Vereinsmitgliedschaften sind ein erklärtes Ziel. Auch hier soll der Fokus verstärkt auf Frauen liegen.


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