Mittwoch, 22. November 2017

 
Mittwoch, 13. September 2017

MOCKREHNA

Trinkwasser wird ab Januar billiger

Von Kathrin Kabelitz

Mockrehna. Der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (CDU) ist der alte und neue Vorsitzende des Versorgungsverbandes Eilenburg-Wurzen (VEW). Die Wiederwahl des 60-Jährigen war wegen der Bürgermeisterwahl notwendig geworden.

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Märtz wird das Amt mit seinen Vize Uwe Weigelt (Lossatal), Jörg Röglin (Wurzen) und Ralf Scheler (Eilenburg) ausüben. Die erste Sitzung, die der alte und neue Chef jetzt leitete, brachte für die Verbraucher in puncto Gebühren positive Nachrichten.
Die Verbandsversammlung hat den von Geschäftsführerin Ramona Seifert vorgelegten Wirtschaftsplan 2018 bestätigt. „Für uns ist das wichtig, dass dies so zeitig beschlossen wird, damit auch die Ausschreibungen gleich Anfang des Jahres erfolgen können“, so Seifert. 2017 hätten sich die Umsatzerlöse zu 2015/2016 erhöht, 115 000 Kubikmeter Wasser wurden verkauft, dieser Trend setze sich fort. Der VEW kann damit Projekte angehen, die bisher so nicht möglich waren.

„Wir wollen verstärkt nicht mehr benötigte wasserwirtschaftliche Anlagen wie kleinere Pumpstationen oder Brunnen zurückbauen.“ 2018 würden allein dafür 180 000 Euro eingeplant. Die an die Gemeinden der Verbandsmitglieder zu zahlenden Gewerbesteuern umfassen nächstes Jahr 350 000 Euro. Das wohl größte Projekt ist der Neubau des Wasserwerkes Wedelwitz. Normalerweise investiert der VEW jährlich um die zwei Millionen Euro, 2018 sind es 5,87 Millionen Euro. Allein der Posten Wasserwerk nimmt 3,325 Millionen Euro ein.

„Dafür wird aber die Aufnahme eines Kredites nötig sein“, so Seifert. Insgesamt steckt der Wasserverband 2018 in seine Anlagen 3,37 Millionen Euro, in Rohrleitungen weitere 2,22 Millionen Euro. Neben der Kreditaufnahme werden Kredite in Höhe von einer Million Euro getilgt. Für Seifert ist dies eine positive Entwicklung. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Kredite jetzt nach und nach auslaufen, wir wieder investieren können und trotzdem die Preise nicht erhöhen müssen.“

Letzteres macht sich in der Gebührenkalkulation für den Zeitraum 2018 bis 2020 bemerkbar. Die Preise werden ab Januar leicht sinken. „Wir mussten, das ist üblich, für 2013 bis 2017 nachkalkulieren. Dabei hat sich herausgestellt, dass es zwar für 2013 einen Fehlbetrag von rund 400 000 Euro gibt, wir für die Jahre 2014 bis 2017 aber einen Überschuss von insgesamt 700 000 Euro erwirtschaftet haben“, so Seifert. Das heißt: Ab 1. Januar 2018 wird der Mengenpreis pro Kubikmeter Wasser um zwei Cent gesenkt. Bisher betrug er 1,96 Euro pro Kubikmeter, neu sind es 1,94 Euro. Die Grundgebühr bleibt konstant bei zehn Euro.

Der Rechtsstreit mit dem Mockrehnaer Unternehmen Alfra geht in die nächste Runde. Der Geflügelschlachter klagt gegen den VEW und den Freistaat Sachsen. Bei den Differenzen geht es um die Einleitung von Mehrmengen an Abwasser der Ortsentwässerung in die Kläranlage des Betriebes Anfang der 1990er-Jahre.  Im Abwasser-Bereich ist der VEW heute nicht mehr tätig. Seit Jahren wird gestritten, welche Menge Abwasser tatsächlich in die Anlage eingeleitet wurde und ob und wie viel Geld der Verband zu zahlen hat. Im März sah das Oberlandesgericht Dresden mit seinem Urteil den Wasserverband im Recht, das Unternehmen will nun aber weiter gehen, hat den Bundesgerichtshof eingeschaltet. Dort werde derzeit geprüft, ob das Verfahren weiter gehe.


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