Dienstag, 14. August 2018

 
Mittwoch, 13. September 2017

DOMMITZSCH

Dommitzscher Schule bekommt Namen

Der Ratssaal war voll besetzt. Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Die letzte Stadtratssitzung in Dommitzsch lockte ungewöhnlich viele Besucher an. Es ging um die Namensgebung für die Grundschule und die Anschaffung einer Drehleiter für die Feuerwehr.

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Dommitzsch. Selten, dass eine Stadtratssitzung in Dommitzsch so gut besucht und kein Platz mehr frei ist. Am Montag war das der Fall. Die Themen „Namensgebung für die Grundschule“ und „Ersatzbeschaffungen für die Feuerwehr“ lockten sowohl Lehrerschaft als auch Brandschützer ins Rathaus. Beide Gruppierungen gingen am Ende zufrieden nach Hause. Thema 1: Fast 30 Jahre hatte die Schule keinen Namen. „Das ging gut, aber es stand auch immer ein Aber“, eröffnete Gudrun Kamella den Punkt. Ein Name verleihe Identität, Unverwechselbarkeit. Und er signalisiere das Programm der Schule.

„Bislang fehlte uns die zündende Idee. Doch dann kam uns der 80. Geburtstag von Sigmund Jähn zu Passe und wir begannen schon im zeitigen Frühjahr damit, die Verbindung herzustellen.“ Der Kosmonaut aus dem Vogtland, 1978 erster Deutscher im Weltraum, habe nicht gleich Hurra geschrien, sondern sich bescheiden und zurückhaltend gezeigt. Es gab mehrere Telefonate, er wollte erst einiges über das Schulprogramm wissen und war dann doch sehr erfreut über die Ehre, so Gudrun Kamella. Es folgten Gespräche mit Eltern, Lehrern, Schülern, der Schulkonferenz. Und schließlich mit Bürgermeisterin Heike Karau, die wiederum in den letzten Wochen ihre Räte darauf einstimmte.

Die Bibliothek stellte Material über das Leben von Sigmund Jähn zur Verfügung. Und über seinen Flug, der Mut, Ausdauer, Disziplin und Willenskraft voraussetzte. „Alles Ideale, die wir an unsere Schüler weitergeben möchten“, fasste die Leiterin zusammen. Die Stadträte hatten nichts einzuwenden, trafen den Beschluss mit einer Enthaltung ohne längere Debatte. Somit steht der Festwoche vom 25. bis 29. September an der Grundschule nichts mehr im Wege. Höhepunkte sind am Dienstag eine Fahrt nach Morgenröthe-Rautenkranz, wo Sigmund Jähn die Schüler aus Dommitzsch persönlich in seiner Heimat empfängt und durch eine Ausstellung führt sowie die offizielle Namensweihe am Freitag.

Gudrun Kamella:  „An dem Tag ist Herr Jähn leider in Köln. Er wird uns aber bestimmt später einmal besuchen.“ Neugier und Interesse der Kinder seien jedenfalls geweckt. Man habe schon vor dem 100-jährigen Jubiläum der Schule nach einem Namen geforscht und einige Sportler in Betracht gezogen, die dann aber wenig Interesse zeigten. Mit der jetzigen Wahl herrscht allseits große Begeisterung. Dazu bekannte sich auch Bürgermeisterin Heike Karau. Der Kosmonaut decke die ganze Palette ab: Sport, Disziplin, Geschichte. Sigmund Jähn sei ein Vorbild in jeder Hinsicht. Nach Recherchen der Leiterin gibt es bislang nur eine Schule im Vogtland und eine in Fürstenwalde, die den Namen trägt.
Thema 2: Die Dommitzscher Drehleiter, 2012 gebraucht erworben und mittlerweile fast 40 Jahre alt, hat die Revision im Mai nicht bestanden. Eine Ersatzbeschaffung muss her.

„Es gibt viele Objekte in der Stadt über acht Meter Höhe. Doch wir brauchen die Leiter nicht nur als Rettungsmittel, sondern auch als zweiten Löschweg“, machte Bernd Schlobach, Wehrleiter und Stadtrat, die Dringlichkeit deutlich. Eine Reparatur für rund 113 000 Euro sei wenig sinnvoll. „Wir hatten das Gerät eigentlich in der Hoffnung gekauft, es zehn Jahre nutzen zu können. Das Leben spielt manchmal anders“, merkte Heike Karau an. Bernd Schlobach hätte sich in den letzten Monaten mit Erfolg kundig gemacht.

Die Ersatzbeschaffung sei sogar ein Schritt nach vorn. Man liebäugelt mit einer modernen Drehleiter, wie sie seit 20 Jahren produziert wird – mit Drei-Mann-Korb und Magirus-Fahrgestell. „Sie ist Baujahr 1997, gehörte zur Berufsfeuerwehr Chemnitz und war zuletzt in Nordhausen im Einsatz. Wir haben uns das Gerät angesehen. Alle notwendigen Durchsichten und Überholungen liegen vor“, so der Wehrleiter. Rund 77 000 Euro beträgt der Preis, rund 700 000 Euro hätte diese Leiter neu gekostet. Für die Ersatzbeschaffung gibt es keine Fördermittel. Man muss einen Kredit über 70 000 Euro aufnehmen, erklärte Kämmerer Michael Busse. Die Stadträte gaben ihre Zustimmung.

Immerhin gelang es am letzten Sonntag, die defekte Drehleiter für 9500 Euro an einen Privatbieter aus München zu versteigern. Am Montag wurden auch weitere wichtige Anschaffungen für die Feuerwehr bestätigt. Mit Hilfe von 75 Prozent Fördermitteln können vier neue Pressluftatmer für rund 8000 Euro erworben werden. Ein hydraulisches Rettungsgerät für rund 12 000 Euro gilt ebenfalls als Ersatzbeschaffung – 75 Prozent Fördermittel. Weil fünf neue Kameraden in die Wehr aufgenommen wurden, brauchte es auch neue Schutzausrüstung.


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