Sonntag, 18. Februar 2018

 
Mittwoch, 13. September 2017

DOMMITZSCH

Dommitzscher Wehr musste zum Wohnungsbrand

Qualm aus der Dachluke. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Die Feuerwehren Dommitzsch und Torgau mussten am Dienstagabend zum Wohnungsbrand in den Martinikirchhof nach Dommitzsch ausrücken. Was genau passiert war, lesen Sie hier:

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Am Montag noch wurde im Stadtrat darüber geredet. Am Dienstag schon hätte man sie dringend gebraucht: die neue Drehleiter! Sirenenalarm 20.05 Uhr in Dommitzsch. Die Leitstelle meldet einen Wohnungsbrand. Große Aufregung in der Kleinstadt. Die Einsatzkräfte rücken in den Martinikirchhof aus. Dort lodert es in einem Nebengelass im Hinterhof. Höchste Eile ist geboten, um ein Ausbreiten der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern.

Die Dommitzscher sind mit 23 Kameraden und fünf Fahrzeugen umgehend in geballter Stärke vor Ort. Drei Trupps mit Atemschutz starten den Innenangriff und kämpfen sich mit Schläuchen in die Räume vor. Parallel dazu setzen außen die Löscharbeiten ein. Das Dach muss geöffnet werden. Derweil sind auch die Einsatzkräfte aus Torgau angerückt, elf Kameraden mit drei Fahrzeugen inklusive Drehleiter stehen den Dommitzschern zur Seite.

Die ebenfalls alarmierten Mockrehnaer und Eilenburger können unterwegs schon wieder umkehren. Die Kräfte vor Ort bekommen die Situation relativ rasch in Griff. „Die Hausbewohner waren alle schon draußen. Wir mussten niemanden retten“, blickt Wehrleiter Bernd Schlobach am Tag danach auf die dramatischen Minuten zurück. Der Eigentümer habe den Rauchmelder im Hinterhaus – wo auch eine Sauna untergebracht ist – gehört und noch versucht, mit dem Feuerlöscher zu löschen. Aber das klappte nicht mehr. „Es war kurz vor der Durchzündung, als wir eintrafen. Dann hätten wir einen richtigen Vollbrand gehabt.

Die Hitze war schon enorm stark und der Dachstuhl innen bereits angegangen“, so der Wehrleiter. Dass die Dommitzscher die ernste Lage nach kurzer Zeit in den Griff bekamen, liegt nicht zuletzt an der hoch modernen Technik, die in den letzten Jahren angeschafft wurde. „Damit können wir jetzt ganz anders auftreten. Strahlrohre, Tanker, die Tatsache, dass gleich Wasser zur Verfügung steht und nicht erst irgendwo ein Hydrant gefunden und angezapft werden muss – das alles macht sich bemerkbar. Auch die Wärmebildkamera, mit deren Hilfe Glutnester ausfindig gemacht und eliminiert wurden, macht sich bezahlt“, so Schlobach.

Er freute sich zudem, dass die Torgauer Kameraden so schnell mit der Drehleiter zur Stelle waren. Letztlich habe die Brandbekämpfung lehrbuchmäßig geklappt. Die eigentliche Wohnung des Grundstücksbesitzers blieb verschont. „Das Feuer beschränkte sich auf das Nebengebäude, wobei allerdings erhebliche Schäden entstanden – auch in den unteren Räumen, die durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden“, beschrieb der Wehrleiter.

Nach Aussage der Polizei gilt wahrscheinlich ein technischer Defekt an der Saunaanlage als Grund für den Ausbruch des Feuers. Diese hatten Bewohner erst kurz zuvor angestellt, später aber für eine geraume Zeit unbeaufsichtigt gelassen, hieß es. So konnte der Brand unerkannt entstehen und sich von der Sauna auf den Dachstuhl ausweiten. Die Polizei ermittele nun wegen fahrlässiger Brandstiftung. Fazit am Rande: Es hat sich gezeigt, dass die Investitionen der Stadt  in neue Feuerwehrtechnik nützlich waren. Wenn demnächst die neue Drehleiter (Ersatzbeschaffung) zur Verfügung steht, wird die Dommitzscher Truppe noch schlagkräftiger sein.  


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