Montag, 23. Oktober 2017

 
Montag, 25. September 2017

NORDSACHSEN

Eigene Internetseite für Sternenkinder

Das Grab auf dem Zinnaer Friedhof wird regelmäßig und liebevoll gepflegt.Foto: TZ/Perz

Elisa Perz

Ein Ort, um Abschied zu nehmen und trauern zu können. Ein Platz, auf dem Blumen und Andenken abgelegt werden.

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Zinna.  Ein Grab auf dem Zinnaer Friedhof, in dem sich mehr als 20 Urnen mit Sternenkindern befinden. „Mir hat die Idee gefallen, ihnen hier einen würdigen Platz und ein Gefühl von Geborgenheit zu geben“, erzählt Inge Höfner, Mitglied des Vereins „Sternenkinder“. Die Bezeichnung Sternenkinder, auch Schmetterlingskinder genannt, betrifft Säuglinge, die mit einem Gewicht von unter 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt versterben. Daher sind sie zu leicht für das Recht auf eine Bestattung. Doch der Verein ermöglicht den Eltern die Beisetzung ihrer Sternenkinder.

Bereits seit 1996 suchte der Bestattungsunternehmer Claus Höfner hierfür nach einer Lösung. Aber erst zehn Jahre später fand er auf dem Friedhof in Zinna einen geeigneten Platz, der pro Jahr mit einer weiteren Urne gefüllt wurde. Seit 2017 können sogar zwei Beisetzungen durchgeführt werden. Das ermöglichte die Vereinsgründung im vergangenen Jahr, bei der Jennifer Dademasch eine nicht unwichtige Rolle spielte. Die heutige stellvertretende Vorsitzende des Vereins wurde durch die Zeitung auf die Initiative aufmerksam. Nach ihrer eigenen Schwangerschaft und der Angst, ebenfalls ein solches Schicksal zu erfahren, sei ihr schnell klar gewesen, Claus Höfner helfen zu wollen. „Sie hat förmlich gedrängelt, sodass ich gar keine andere Wahl hatte, als den Verein zu gründen. Sie ist einfach unsere gute Seele hier“, berichtet der Vereinsvorsitzende mit einem Schmunzeln im Gesicht. Mittlerweile umfasst der Verein zwanzig Mitglieder, die sich nicht nur um die zweimal jährlich stattfindenden Beisetzungen der Schmetterlingskinder sowie um die Grabpflege kümmern. „Wir dienen auch als erste Auffangstation für die Eltern. Wir hören zu, sind für sie da und versuchen zumindest, den leeren Raum etwas zu füllen“, erklärt Antje Dademasch, die den Verein ebenfalls seit Beginn unterstützt.

Vor jeder Bestattung veranstalten sie zudem Kreativnachmittage, bei denen aus den abgegebenen Sachspenden, wie Wolle oder Stoff, Schmuck für die Beisetzung gebastelt wird: „Wir häkeln oder nähen zum Beispiel kleine Teddybären oder Mützen, jedoch immer zweimal. Eins der beiden Symbole ist für das Grab gedacht und das andere können die Eltern mit nach Hause nehmen.“ Außerdem wird auch die Holzurne, in der die Kinder eingebettet werden, gestaltet. Um den Eltern und Familien von Sternenkindern weiterhin helfen zu können, braucht der Verein allerdings mehr Geld: „Wir finanzieren uns bisher, abgesehen von einem Mitgliedsbeitrag von einem Euro pro Monat,  ausschließlich von Spenden.“

Daher haben sie sich bei „Wir Packen’S an!“ beworben und sind nun unter die sechs Finalisten gekommen. Mit dem Geld will der Verein vorrangig eine eigene Internetseite aufbauen. „Die Eltern kontaktieren uns bis jetzt über Facebook oder per Telefon. Doch nicht jeder ist in sozialen Netzwerken aktiv. Daher können wir mit einer eigenen Homepage einfach mehr Menschen erreichen“, so die stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Wir wollen stärker auf Sternenkinder, ein lange totgeschwiegenes Thema, aufmerksam machen, um den Betroffenen auch das Gefühl zu vermitteln, mit ihrer Trauer nicht alleine zu sein.“ ep


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