Sonntag, 22. Juli 2018

 
Dienstag, 26. September 2017

MOCKREHNA

U(h)rlaub hinterm Haus

Margitta Nehring und Hans Dieter Warnick genießen die Zeit in ihrem Garten.Foto: TZ/Tiedke

Von Julia Tiedke

Audenhain. Wer mit dem Fahrrad durch Audenhain fährt und dabei den Blick von Zeit zu Zeit über die Gärten entlang der Straße schweifen lässt, könnte unter Umständen einen Märchengarten entdecken – den der Familie Nehring.

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Als hätte das hektische weiße Kaninchen aus dem Klassiker „Alice im Wunderland“ sich hier ein Refugium geschaffen, tickt über den bunten Pflanzinseln des großzügigen Grundstücks eine meterhohe Bahnhofsuhr.

Wie kommt die dorthin? „Das nostalgische an ihrem Design hat mich am meisten fasziniert“, verrät Margitta Nehring, genau darauf angesprochen. Ihr Lebensgefährte Hans Dieter Warnick arbeitet bei einer Hoch- und Tiefbau-Firma und war am Abbau der Straßenuhren mit rotierendem Werbekasten an verschiedenen Orten in Leipzig beteiligt. Dass sie einfach verschrottet werden sollten, kam ihm nicht richtig vor. Immerhin funktionierte die Technik noch einwandfrei, war nur nicht mehr „zeitgemäß“ fürs Stadtbild. Erst habe sie die Größe abgeschreckt und dass sie wirklich wieder stehen und fortan im heimischen Gartenidyll die Zeit anzeigen sollte, konnte sich Margitta Nehring da einfach noch nicht vorstellen.

Aber da ihr Liebster, wie sie sagt, „ein kreativer und handwerklich begabter Hobby-Gartengestalter“ sei, habe sie ihm vertraut. Und das Resultat sieht eben fantastisch aus! Ein weiterer der ehemaligen Zeitanzeiger wurde vom Ständerwerk getrennt und als Tisch für eine Art Weinlaube umfunktioniert. Es mag merkwürdig klingen und ohne einen Blick auf das Arrangement würde man es auch nicht glauben, aber das Flair dieser untypischen Installation ist romantisch und beruhigend geworden. Keine Chance für das weiße Kaninchen.

Wenngleich man in diesem Idyll natürlich gern mit einem abendlichen Gläschen anstößt, ist die Zeit der Arbeit am gesamten Garten deshalb noch lange nicht vorbei. Vor einigen Jahren hatte sie damit begonnen, dass eine neue Drainage gelegt werden musste und somit eine große Fläche aufgegraben wurde – quer über den Rasen. Da das Paar Nehring/Warnick das als Chance für ihre grünen Daumen begriff, entstand in der Folge nach und nach ein schattiges Plätzchen unter den uralten Apfelbäumen, ein sommerliches Hängebett, ein kleines Teehaus, in dem die Bänke im Kreis an der Wand entlang gestellt sind und kühle Tage am Öfchen zu gemütlichen Runden einladen.

Das Gärtnerauge findet hier in jedem Winkel etwas neues zum Staunen. Ein eigener Teich, in dem mancher Stichling aus dem Bach dank Enkelsöhnchen ein neues Zuhause findet, liegt nun am ehemaligen Poolstandort an der Terrasse. Auch das Thema Palettenmöbel griffen die zwei wieder auf und bauten mit den Kindern und Enkelkindern zusammen zum Beispiel einen großen Strandkorb mit Blick in den Sonnenuntergang. „Die Kinder sind gerne bei uns, helfen auch, wo sie können. Wahrscheinlich ist es auch einfach spannend zu sehen, was Oma und Opa nun wieder verändert haben.“

Ob nun am Bach, beim Bestücken eines Insektenhotels, Buddeln an der Rabatte oder Ernten überraschend gewachsener Kürbisse – hier gibt es immer etwas zu erleben. Dass die Familie hier einen ruhigen, inspirierenden und einfach schönen Ort fern des Alltags findet, macht den Garten der Nehring/Warnicks zu einem kleinen Paradies. Sie seien schon immer Dorfkinder gewesen und jeder Arbeitsschritt hier, sei er auch noch so anstrengend, mache ihnen Freude, so Hans Dieter Warnick.

Schließlich gebe es genug Probleme im Alltag, die sich nicht so leicht lösen lassen, wie ein vernünftiger Heckenschnitt. Die zwei aus Audenhain sind sich einig, ihrer grünen Leidenschaft so lange nachgehen zu wollen, bis es körperlich wirklich nicht mehr geht. Und das dürfte den einen oder anderen tierischen Besucher aus Feld und Wiese, die spazierenden Nachbarn und eben auch durchfahrende Radler sehr freuen.


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