Sonntag, 20. Oktober 2019
Montag, 23. Oktober 2017

BELGERN-SCHILDAU

"Bei Pilzvergiftung keine Milch trinken"

Philipp Anders

Elisa Perz

Schildau. Auch in diesem Jahr waren wieder viele Menschen aus der Region in den Wäldern unterwegs, um Pilze zu sammeln. Das zeigen die zahlreichen Fotos, die in den letzten Woche in der TZ-Redaktion eingegangen sind. Noch ein wenig Zeit bleibt jedem, um die Körbe erneut zu füllen. Was es dabei zu beachten gilt, erklärte der Torgauer Zeitung Pilzberater Philipp Anders:

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TZ: Wie lange lohnt sich die Pilzsuche noch?
P. Anders: Bis der erste Frost kommt, müssten sich noch genügend Pilze finden lassen. Anschließend ist die Saison in der Regel zu Ende.

Wo begegnen einem die meisten Pilze?
Generell sind Wegesränder gute Stellen, da dort mehr Wasser und Licht hinkommt. Einen Rat, in welchen Wäldern man am besten suchen sollte, kann ich nicht geben. Es kommt immer darauf an, welche Sorten man finden möchte.

Gibt es eine allgemeine Regel, mithilfe derer sich giftige von essbaren Pilzen unterscheiden lassen?
Der Tipp von Oma, dass man um Pilze mit Lamellen einen Bogen machen sollte und stattdessen auf Röhrenpilze, also solche mit Schwämmen, setzen sollte, trifft meistens zu. Aber am sichersten ist es natürlich, sich von einem Spezialisten beraten zu lassen.

Welche Sorten verwechseln die meisten Menschen häufig miteinander?
Oft werden die giftigen Karbol-Champignons für die herkömmlichen Champignons gehalten, da sie für Laien äußerlich kaum Unterschiede aufweisen.

Lassen sich auch ungewöhnliche Arten in unserer Region entdecken?
In diesem Jahr ist mir besonders der Falsche Rotfüßröhrling aufgefallen, den mir vermehrt Leute aus Herzberg und Schlieben gezeigt haben. Dieser stammt ursprünglich aus Amerika.

Wie bereiten Sie die Pilze am liebsten zu?
Butter, Knoblauch und Zwiebeln dürfen bei mir nicht fehlen. Außerdem ist es ratsam, sie mit Kümmel zu würzen. Auf diese Weise kann die Verdauung angeregt werden, da Pilze von Natur aus eher schwer verdaulich sind.

Existiert ein Hausmittel, welches im Notfall bei einer Pilzvergiftung helfen kann?
Nein. Früher wurde immer gesagt, man solle Milch trinken. Doch mittlerweile ist  es wissenschaftlich belegt, dass man diesem Rat eindeutig nicht folgen sollte, weil durch die Milch noch mehr Aminosäuren in den Körper gelangen.

 


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