Samstag, 21. Juli 2018

 
Mittwoch, 1. November 2017

BELGERN-SCHILDAU

"Mr. Judo" will kämpfen

Horst Schumann will um den Erhalt der Trainingsmöglichkeit in Schildau kämpfen. Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Schildau. Sanierung oder Abriss? Welche Zukunft erwartet die  Schildauer Turnhalle am Netto-Markt? „Mr. Judo“ Horst Schumann will sich jedenfalls nicht geschlagen geben.

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Schildau. Ob nun Rosa Luxemburg, Bertolt Brecht oder gar Günter Hörmann: Die Urheberschaft des Spruchs „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ ist Horst Schumann schnuppe. Wichtig seien ihm allein die wahren Worte. Nicht umsonst hängt jener Schriftzug in großen Lettern im Trainingsraum der Schildauer Judoka. Und die trainieren in einer Halle, um deren Zukunft in der jüngsten Belgern-Schildauer Stadtratssitzung ausführlich diskutiert wurde (TZ berichtete bereits).

Schumann, der mittlerweile seit 51 Jahren Judoka ausbildet und seit 45 Jahren allein in Schildau an der Matte steht, hat diese Diskussion merklich getroffen. Stellt man ihm die Frage, wie es mit der Sporthalle am örtlichen Netto-Markt weitergeht, braucht er nicht lange zu überlegen: „Was soll mit der Halle schon sein? Da gibt es doch viel schlechtere Objekte in der Region!“

„Mr. Judo“ wirkt mächtig mitgenommen. „Ich werde jedenfalls kämpfen“, wiederholt er während eines Gesprächs mit der Torgauer Zeitung mehrfach den bekannten Leitspruch. Schumann sitzt dabei auf einer Fitnessbank in einem kleinen Nebenraum. Dort sieht es aus, als sei der Auszug der Judoka bereits voll im Gange. Dabei hatte Belgern-Schildaus Bürgermeisterin Eike Petzold beteuert, dass noch längst nichts entschieden sei. Genau jener Satz war ein Grund, warum TSV-Präsident Uwe Tempel mit einem relativ guten Gefühl aus der jüngsten Stadtratssitzung ging.

Doch das Kofferpacken hatte nach Angaben Schumanns einen einfachen Grund: „Wenn wir einem Kompromiss nicht zustimmen, würde die Halle eben geschlossen“, erinnert sich der Schildauer an ein erstes Gespräch mit der Bürgermeisterin. „Das klang alles ziemlich deutlich“, sagt Schumann. Doch Kompromissvorschläge wie das Probsthainer Vereinsheim oder der ehemalige Jugendclub in Sitzenroda seien letztlich an den erforderlichen Platz- und Sicherheitsanforderungen gescheitert.

„Ich habe den Eindruck, dass hier mit aller Macht versucht wird, etwas kaputtzumachen“, stehen Schumann mit Blick auf all die Pokale der vergangenen Jahre Tränen in den Augen. Allein in den vergangenen drei Jahren holten die Schildauer Judoka 527 Podiumsplätze, davon auf nationaler und internationaler Ebene 280 erste Plätze. Zudem schlugen 15 Bezirksmeister-, 8 Landesmeister- und drei Mitteldeutsche Meistertitel zu Buche. „Es gibt kaum eine Ecke, in der wir noch nicht waren“, sagt Schumann, der nach wie vor glaubt, die Stadt wolle das Gebäude kleinreden. Ein Verdacht, der so ähnlich auch von Uwe Tempel während der Ratssitzung geäußert worden war.

Nicht zuletzt sorgte dann auch noch eine Aussage von Vize-Bürgermeister Matthias Griem für Aufregung. Dieser hatte sich  während eben jener Sitzung zu dem Satz  hinreißen lassen, dass nicht nur baulich etwas an der Halle getan werden müsse, sondern es auch inhaltlich Veränderungen geben müsse. Ursache hierfür war sein Besuch im recht spartanisch ausgestatteten Kraftraum der Judoka.

Auch Schumann war ob dieser Aussage überrascht, habe sich mit Griem jedoch schon längst darüber verständigt. „Gleich danach gab es ein Telefonat“, sagt der Schildauer. Bei diesem habe ihm Griem erläutert, dass er keineswegs die Trainingsmethoden der Judoka infrage stellen wollte. Ihm sei es lediglich um eine bessere Ausstattung mit Gerätschaften gegangen.

Übrigens: Was die von der Stadtverwaltung angeführten groben Sanierungskosten betrifft – unter anderem war die Rede von 20 000 Euro für Arbeiten im Erdgeschoss –, hatte Uwe Tempel vorgeschlagen, doch erst einmal abzuklopfen, was über das Vereinsnetzwerk möglich sei. Im Blick hatte er mögliche Eigenleistungen der Mitglieder und Sponsorleistungen.


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