Freitag, 24. November 2017

 
Dienstag, 14. November 2017

TORGAU

Zuckerrüben-Ernte versüßt Bauern das Erntejahr

Einsatz bei Döbeln. Die Zuckerrüben werden am Feldrand zwischengelagert.Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Die Landwirte in der Region haben in diesem Jahr mehr Zuckerrüben angebaut. Die Ernte läuft noch bis Ende des Monats. Warum die Flächen vergrößert wurden, wie die Erträge ausfallen, lesen Sie hier:

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Haushoch türmen sich am Feld-rand die Berge mit Zuckerrüben. Das Roden geht fix, dank moderner Technik. Vielerorts laufen derzeit die Arbeiten. Und der Eindruck täuscht nicht. Die Landwirte haben in diesem Jahr tatsächlich mehr Rüben angebaut und werden mit einer super Ernte belohnt.

„Die Erträge liegen deutlich über dem fünfjährigen Mittel. Es werden im Schnitt etwa sieben Tonnen je Hektar mehr eingefahren als letztes Jahr“, schätzt Dr. Wolfgang Bock, Betriebsleiter der Südzucker AG, Werk Brottewitz, ein. Es gab ja im Sommer keine Trockenperiode. Der ständige Regen hat die Kulturen wachsen lassen. Dadurch, dass die Anbaufläche noch um 26 Prozent vergrößert wurde, läuft die Kampagne diesmal ungewöhnlich lange. 137 Verarbeitungs-Tage hat das Werk Brottewitz angesetzt. Bis 22. Januar werden die Feldfrüchte angeliefert, schon am 8. September fiel der Startschuss. 

Die größere Menge hängt mit dem Wegfall der Zuckerquote zusammen. „Früher gab es genaue Vorgaben von der EU, wie viel angebaut werden durfte. Jetzt haben wir einen freien Markt und uns dafür entschieden, von den Landwirten mehr produzieren zu lassen, um das Werk in Brottewitz noch wirtschaftlicher betreiben zu können“, sagt Dr. Bock. Entsprechend „gewachsen“ ist auch die Zahl der Mitarbeiter. Etwa 125 Beschäftigte (Hilfskräfte und Azubis mitgerechnet) – davon viele aus der Region Torgau – sichern die Schichten des Standortes bei Mühlberg ab. Rund 6200 Tonnen Zuckerrüben werden jeden Tag entweder gleich in Zucker, oder in Dicksaft, ein Zwischenprodukt, verwandelt.

Das Einzugsgebiet ist gleich geblieben. Es erstreckt sich über den gesamten mittleren und östlichen Teil Sachsens bis Zittau, über das südwestliche Brandenburg und über Teile im Südosten von Sachsen-Anhalt. Insgesamt rund 420 Unternehmen liefern nach Brottewitz. Etwa zehn Prozent der Abnahme-Menge stammt aus der Elb-aue, also zum großen Teil aus der Torgauer Region. Für die Bauern hier ist es ein wichtiges Standbein.

Vor allem in diesem Jahr, weil die Getreideernte und die Erlöse unter den Erwartungen blieben. Zufrieden ist Dr. Wolfgang Bock auch mit dem Zuckergehalt der angelieferten Rüben. Er liegt im Schnitt bei 18 Prozent und ist damit ebenfalls überdurchschnittlich. Insgesamt ernten die Landwirte durchschnittlich etwa 80 Tonnen je Hektar. Ende November soll das Roden abgeschlossen sein.

Weil nicht alles sofort abtransportiert und verarbeitet werden kann, müssen bestimmte Mengen an Zuckerrüben aufgeschichtet in großen Mieten auf den Feldern zurückbleiben. Teilweise aufgereiht in Bergen mit bis zu 3000 Tonnen. Die genauen Abholrunden werden vom Werk Brottewitz festgelegt. Bis jetzt läuft alles ohne Probleme und Verzögerungen, freut sich Dr. Wolfgang Bock.


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