Sonntag, 22. Juli 2018

 
Freitag, 17. November 2017

NORDSACHSEN

Eine glückliche Kindheit ermöglichen

Andrea Bolze (links) und Melanie Große besprechen die nächsten Vorhaben der Fachstelle Familiennetzwerk des Landkreises Nordsachsen.Foto: TZ/Perz

Elisa Perz

Der Aufsuchende Beratungsdienst „Von Anfang an“, kurz VAN, berät werdende Eltern beziehungsweise Mütter und Väter mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Familie.

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Nordsachsen. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit bisher so gut angenommen wurde“, erzählt Melanie Große mit einem Lächeln im Gesicht. Sie zählt neben Andrea Bolze zu den Koordinatorinnen der Fachstelle Familiennetzwerk, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Müttern und Vätern im Landkreis bei der Erziehung ihrer Kinder zu helfen. Beide wissen, dass „der Familienzuwachs neben Freude auch neue Herausforderungen mit sich bringt, die nicht immer alleine zu bewältigen sind.“

Daher wurde 2007 das Netzwerk „Zusammen Auf-Wachsen“ gegründet, das die Unterstützungsangebote für Eltern bündelt und koordiniert. Seither hat sich nicht nur der Name der Fachstelle des Landratsamtes Nordsachsen zum „Familiennetzwerk – Prävention und Frühe Hilfen“ weiterentwickelt: Der Aufsuchende Beratungsdienst „Von Anfang an“, kurz VAN, berät werdende Eltern beziehungsweise Mütter und Väter mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Familie.  

Eines der freiwilligen und kostenlosen Angebote sind dabei Begrüßungsbesuche nach der Geburt. „Unsere Mitarbeiter des Aufsuchenden Beratungsdienstes werden vom Einwohnermeldeamt über die Geburten informiert und schlagen den frischgewordenen Eltern anschließend in einem Brief einen Willkommensbesuch vor“, erklärt Melanie Große den Vorgang.  „Einige bekommen durch den Aufdruck auf dem Brief vielleicht den Eindruck, wir seien eine Kontrollinstanz vom Jugendamt. Aber wir wollen den Familien neben wertvollen Tipps und Informationen lediglich eine kleine Überraschung zur Geburt ihres Kindes geben.“ In diesem Jahr haben zwei Mitarbeiter des Beratungsdienstes bereits 437 Familien (Stand Oktober) aufgesucht. Zusätzlich wurden 139 Willkommensgeschenke über Coupons in den Bürgerbüros an die Familien verteilt. „Dennoch steht für uns der persönliche Kontakt mit den Eltern an oberster Stelle. Daher wollen wir die Anzahl der Begrüßungsbesuche mithilfe von zwei weiteren Vollzeitstellen im nächsten Jahr erhöhen“, ergänzt Andrea Bolze. Dadurch könnten noch mehr Eltern hilfreiche Informationen zur gesundheitlichen Entwicklung ihrer Neugeborenen sowie passende Angebote von weiteren Netzwerkpartnern erhalten.

Zu den Partnern zählen unter anderem Familienhebammen und Familienkinderkrankenschwestern, die Schwangere oder Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr bei unterschiedlichen Problemen unterstützen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine schwierige familiäre Lage, Erschöpfung und Traurigkeit, ein Schreikind oder generell um eine Überforderung im Alltag handelt – Die Familienhebammen und -kinderkrankenschwestern stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.  

Manchmal fehlt einem aber lediglich die Zeit für ein paar Erledigungen oder jemand, der einen bei Freizeitaktivitäten mit Kindern begleitet. Nicht jeder kann in solchen Situationen auf Verwandte, Freunde oder Nachbarn zurückgreifen. Eine Alternative sind die Familienpaten der Fachstelle. Bisher gibt es davon acht im Landkreis. Die ehrenamtlich engagierten Bürger werden geschult und haben neben einem Herz für Kinder ebenso helfende Hände und ein offenes Ohr für die Eltern, um sie im Alltag zu entlasten. Eine Belastung empfindet jedoch jeder anders: „Wir bekommen oft mit, dass die Familien denken, ihre Probleme seien nicht groß genug für eine Patenschaft. Aber eine Überforderung äußert sich bei allen auf unterschiedliche Weise. Deshalb sollte sich niemand scheuen, auf einen Familienpaten zurückzugreifen.“

Ein weiterer wichtiger Netzwerkpartner ist der Verein der Frühförderstelle der Lebenshilfe Torgau. Zusammen mit dessen Team verwirklicht die Fachstelle Familiennetzwerk in der Regel viermal jährlich Elterntreffs mit je zehn Kurseinheiten rund um Themen, die das erste Lebensjahr eines Babys betreffen. „Dieses Angebot planen wir für 2018 weiterhin mit ein. Allerdings ist das nicht die einzige Idee für die kommende Zeit. Auch Mütter und Väter mit einem Nachwuchs von über drei Jahren müssen sich von uns nicht alleine gelassen fühlen“, berichtet Andrea Bolze. Nicht nur für die Fachstelle sind Medien ein wichtiges Instrument, um Eltern, insbesondere junge Paare, zu erreichen. Auch Kinder kommen in der heutigen Zeit immer früher damit in Kontakt. Daher sollen bei einer Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Medienpädagogischen Zentrum Torgau Informationen rund um den Umgang mit Medien vermittelt werden.

Wer Interesse an einem der zahlreichen Angebote hat, kann sich jeder Zeit an die Fachstelle Familiennetzwerk wenden.  Schämen braucht sich dafür niemand. „Es ist keine Schande, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Jeder Mensch gerät einmal in eine Situation, die ihn überfordert, und keiner muss perfekt sein“, versichert Melanie Große. Doch um das den Eltern begreiflich zu machen, bleibt den Mitarbeitern der Fachstelle Familiennetzwerk nur wenig Spielraum: „Es muss in den Köpfen einfach ‚Klick machen‘, wie man so schön sagt. Wir können nur denen helfen, die sich auch helfen lassen wollen. Aber wir hoffen, dass das weiterhin viele Familien sein werden.“


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