Donnerstag, 18. Oktober 2018

 
Samstag, 25. November 2017

BELGERN-SCHILDAU

Saftiger Aufschlag für Scheunen-Abriss

Von der Scheune steht nur noch der untere Teil. Links: So titelte die Torgauer Zeitung am 27. Dezember 2012. Foto: Foto/Repro: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Sitzenroda. Sanfte, weihnachtliche Klänge waren das, was die Sitzenrodaer an Heiligabend 2012 zu hören bekamen, nun wahrlich nicht: Es war DIE Meldung zu den Feiertagen vor fast fünf Jahren. Ein lautes Krachen übertönte am 24. Dezember nach der Christvesper das gewohnte Schlagen der Kirchglocke.

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Eine benachbarte Scheune war in sich zusammengekracht. Verletzte mussten glücklicherweise nicht beklagt werden, dennoch brannte sich das Ereignis in die Köpfe der Einheimischen. Die Belgern-Schildauer Stadträte haben bis heute etwas davon: Denn noch immer steht der teilweise abgetragene Scheunenkorpus nutzlos in der Landschaft. Von den einst versprochenen Parkplätzen ist noch immer nichts zu sehen.

60 000 Euro waren für den Abbruch des Gemäuers kalkuliert. Eine Fördermittelzusage in Höhe von 54000 Euro hätte den Großteil der Summe abgedeckt. Zur jüngsten Stadtratssitzung nun die Überraschung: Die Kosten für den Abriss kratzen schon fast an der 100 000er Marke. 90 400 Euro um genau zu sein. Die zugesagte Fördersumme bleibt indes unverändert. Soll heißen, dass die Stadt deutlich tiefer in die eigene Tasche greifen muss, als geplant. Denn ihr gehört das Areal.

Bei der Scheune handelt es sich ursprünglich um ein herrenloses Grundstück, für das das Sächsische Immobilien- und Baumanagement nur ein sogenanntes Aneignungsrecht hatte. Im Sommer 2014 zog die eingestürzte Scheune ein weiteres Problem nach sich. In ein Nachbargrundstück (TZ berichtete ausführlich) sickerte von hier aus Wasser. Eine Lösung gestaltete sich wegen der Eigentumsverhältnisse schwierig. „Herrenloses Grundstück hin oder her.“

Nach Meinung von Stadtrat Martin Böttger (FWG) sollte schon damals nicht immer gefragt werden, warum etwas nicht gehe. Seine Devise habe schon immer gelautet „das zu tun, was möglich ist“. Und Bürgermeisterin Eike Petzold hatte während der jüngsten Sitzung daran erinnert, dass sich der Stadtrat eben dafür ausgesprochen hatte, das Grundstück zu nehmen, auch wenn Dr. Kristin Baronius (CDU) noch mal vorsichtig nachhakte: „Hätte man dieses Grundstück tatsächlich nehmen müssen?“

Im Belgeraner Bürgersaal entschied sich der Stadtrat schließlich mit großer Mehrheit (zwei Gegenstimmen, eine Enthaltung) für die überplanmäßige Ausgabe. Diese, so hieß es, sei vordergründig auf Sicherungsarbeiten an einem Hang zurückzuführen. Die Scheune hat diesen bisher vor einem Abrutschen bewahrt. Fortan sollen diese Aufgabe sogenannte L-Schalen übernehmen.

Info:

Für eine Notsicherung der alten Scheune hatte das Landratsamt nach Angabe der Stadtverwaltung insgesamt 28000 Euro ausgegeben.


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