Sonntag, 15. Juli 2018

 
Donnerstag, 14. Dezember 2017

TORGAU

"Sie macht mehr, als sie eigentlich machen müsste"

Ines Graner ist sprachlos und sichtlich gerührt: TZ-Chefredakteur Sebastian Stöber überreicht ihr das kristallene Symbol für die Aktion „Nachbarn mit Herz“ und einen wunderschönen Präsentkorb. Foto: TZ/Zahn

von unserer Redakteurin Gabi Zahn

Für die Aktion „Nachbarn mit Herz“ hat Gisela Zöllner aus Beilrode Ines Graner vorgeschlagen / Die Heimatzeitung überraschte diese dann auf der Arbeit

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Torgau. Nanu? Ein zusätzlicher Patient in der Mittagspause? Ines Graner ist etwas ratlos, als sie von ihrer Chefin Monika Otto in einen freien Behandlungsraum gebeten wird. Noch verblüffter ist sie, als sich Sebastian Stöber, der vermeintliche Patient, als Chefredakteur der Torgauer Zeitung vorstellt, aber kein Behandlungsrezept mitgebracht hat, sondern eine Zuschrift unserer Leserin Gisela Zöllner aus Beilrode. Bei der Aktion „Nachbarn mit Herz“ möchte sie unbedingt die Physiotherapeutin Ines Graner berücksichtigt wissen, hatte sie geschrieben: „Ohne sie würde es mich vielleicht schon gar nicht mehr geben. Sie macht mehr, als sie eigentlich machen müsste“, hatte die 81-Jährige mitgeteilt.
Als Ines Graner diese Worte hörte, schießenTränen in ihre Augen. Noch will sie gar nicht glauben, dass dieser Termin und der ganze Aufwand ihr gilt. Die Chefin schmunzelt. Sie war in den Plan eingeweiht, hat auf Bitten der TZ das Überraschungsprozedere ausgeklügelt.

Ines Graner schüttelt immer wieder den Kopf: „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass mir so etwas Schönes widerfährt!“, sagt sie tief gerührt. „Ich kenne die Aktion, aber eigentlich geht es doch eher um Nachbarschaftshilfe!“, versucht sie einzuwenden. Wir stellen jedoch klar: Die Aktion gilt jenen Mitmenschen, die – egal auf welcher Ebene – über das übliche Maß hinaus anderen helfen und Gutes tun.
Genau das macht Ines Graner seit vielen Jahren bei Gisela Zöllner. Die Patientin war schlimm erkrankt und musste seit 2002 fast jedes Jahr einmal im Kentmann-Krankenhaus behandelt werden. „Und stets kümmerte sich genau diese Therapeutin um mich, sogar wenn sie keinen Dienst hat. Sie ist sehr einfühlsam und enorm engagiert. Ich bin ihr unendlich dankbar“, teilt Gisela Zöllner der Heimatzeitung mit.

Als Chefin bestätigt Monika Otto: „Frau Graner ist eine Kollegin, die ihrer Arbeit mit Herzblut nachgeht – kompetent und mit sehr viel Mitgefühl für die Patienten.“ Tatsächlich könnte sich Ines Graner gar keinen anderen Beruf als den einer Physiotherapeutin vorstellen. Sie hat ihn einst im Torgauer Krankenhaus erlernt und ist an Ort und Stelle geblieben. „Es ist mein Traumberuf, ich habe mir nie einen anderen gewünscht“, bekennt sie, und kommt auch auf die anderen zwölf Kollegen im Team zu sprechen: „Wir sind alle mit Freude bei der Arbeit und damit auch bei unseren Patienten“, versichert sie. Das Physiotherapeutische Zentrum sei sowohl für ambulante als auch für stationäre Patienten zuständig – Letzteres in allen Bereichen des Krankenhauses, u.a. Chirurgie, Innere, Gynäkologie und Kinderstation. Deshalb seien die Anforderungen an jede Fachkraft sehr hoch.

Zudem genießt jede Physiotherapeutin, jeder Physiotherapeut, auch eine gewisse Vertrauensstellung: „Wir begleiten den Patienten oft viel länger als die Ärzte und Schwestern. Wir machen Mut, motivieren, hören von ihren Sorgen und Nöten, freuen uns mit ihnen über jeden kleinen Fortschritt.“ Und manchmal, so erzählt sie, scheint es wie ein Wunder, wenn schwerkranke Menschen plötzlich wieder ins Leben zurückkehren. „Auch Gisela Zöllner ist so ein Stehaufmännchen. Ich bin sehr glücklich, wenn ich ihr dabei etwas helfen konnte“, sagt Ines Graner.
Über das kristallene Herz, das die Aktion symbolisiert, freut sich sie sich riesig, ebenso über den wunderschön gestalteten Präsentkorb aus der Torgauer Kaffeerösterei „Arabica“. Allerdings entscheidet sie spontan: „Davon bekommen auch meine Kollegen etwas ab, wir sind nun mal ein gutes Team, und das braucht man, wenn man seiner Arbeit mit Hingabe nachgehen will.“

Im nächsten Jahr wird Ines Graner 61 Jahre alt und möchte sich dann nach 45 Dienstjahren in den Vorruhestand verabschieden, aber nicht, ohne ihren Traumberuf weiter zu empfehlen: „Eine fachlich fundierte Ausbildung ist sehr wichtig. Doch neben dem Fachwissen braucht es eine einfühlsame Zuwendung und die Fähigkeit, gut zuhören zu können“, gibt sie dem potentiellen Nachwuchs mit auf den Weg.


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