Montag, 22. Januar 2018

 
Freitag, 15. Dezember 2017

TORGAU

Bauarbeiten abgeschlossen, Kostenplan eingehalten

Am Mittwoch gingen die Bauarbeiten dem Ende entgegen und die Bagger kamen für die letzten Maßnahmen zum Einsatz.Foto: TZ/Perz

Elisa Perz

Die Bagger haben ihren Einsatz erledigt. Nur die Bauarbeiter legen noch wenige Handgriffe an. Die letzten Maßnahmen zur Rekultivierung der Deponie Torgau laufen.

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Torgau. Nun kann vorraussichtlich bereits am kommenden Montag die Abnahme des dritten Bauabschnittes, der gleichzeitig dem vierten Deponiebereich entspricht, erfolgen. „Wir haben an den bisherigen Ergebnissen nichts zu beanstanden. Die Torgauer Bauunternehmung EZEL hat wie die anderen Firmen zuvor nicht nur qualitativ gute Arbeit geleistet. Auch der Kostenplan wird nach jetzigem Stand eingehalten“, zeigt sich Mathias Gründel zufrieden.

Der Projektmanager und technische Leiter der Abfallwirtschaft Torgau-Oschatz (A.TO) begleitet die Abdeckung der Deponie bereits seit mehreren Jahren. „Im August 2003 begannen die Arbeiten im ersten Baubschnitt. Der zweite Bereich wurde noch einmal unterteilt, sodass wir die erste Hälfte 2006 und die zweite 2007 in Angriff nahmen. Seit letztem Jahr läuft nun die Abdichtung des dritten Abschnittes. Insgesamt ergeben alle Bereiche zusammen eine Gesamtfläche von zirka 80 000 Quadratmetern.“
Bevor die großen Bagger loslegen konnten, musste sichergestellt werden, dass die Fertigung der einzelnen Schichten problemlos vonstattengeht: „Daher mussten die einzelnen Schritte der Rekultivierung zuerst auf einem Probefeld durchgeführt werden. Das Feld wurde mitten auf der Deponie angelegt und ist mittlerweile in die Abdeckung integriert“, erklärt der Projektmanager.  

Bei der Rekultivierung des dritten Bauabschnittes, der eine Fläche von 32 000 Quadratmetern umfasst, wurden von der Bauunternehmung EZEL fünf Schichten aufgetragen. Angefangen bei einer mineralischen Dichtung mit einem Volumen von 16 000 Kubikmetern, gefolgt von 9 600 Kubikmetern einer Drainageschicht sowie 32 000 Quadratmetern Vlies, bishin zu 32 000 Kubikmetern Mutterboden und 32 000 Quadratmetern Begrünung.
Bei den ersten beiden Bauabschnitten wurde abhängig von den deponierten Abfallarten wie Haus-, Gewerbe oder Sperrmüll ein 3,20 Meter starker Schichtenaufbau gewählt. Im dritten Bereich wurde hingegen lediglich eine Schichtstärke von zirka 1,80 Metern aufgetragen, da in diesem Bauabschnitt nur Erdaushub und Bauschutt lagern.

„Während der ersten beiden Rekultivierungen galt noch die Forderung, eine Oberflächenabdeckung herzustellen, die durch eine weitere notwendig werdende Oberflächenabdichtung hätte ergänzt werden müssen. Bei dem dritten Bauabschnitt fand hingegen nach der nun gültigen Deponieverordnung eine Abdichtung statt.“ Mittlerweile wurden jedoch auch die Abdeckungen des ersten und zweiten Bauabschnittes auf Antrag des Landkreises Nordsachsen als Abdichtungen von der Landesdirektion Sachsen anerkannt. „Somit haben wir für die gesamte Deponie eine gleiche Ausgangsbasis, ohne, dass neben den Abdeckungen noch eine Abdichtung des ersten und zweiten Bauabschnittes notwendig ist.“
Ein sehr aufwendiger Prozess der Rekultivierung ist die Beprobung: „Das bedeutet, dass ein Eigenüberwacher der Baufirma und ein externer Fremdüberwacher die Baustoffe sowohl vor ihrem Einsatz als auch nach dem Einbau überprüfen. Die Ergebnisse werden zur Landesdirektion Sachsen geschickt, die letztendlich die Freigabe erteilt, sofern alles in Ordnung ist.“ Erst danach können die Bauarbeiten theoretisch fortgesetzt werden. Doch im Interesse des Baufortschrittes und der Einhaltung des Endtermins sowie aufgrund fachlicher Erfahrungen wurden die Bauarbeiten durch die Firma EZEL auf eigenes Risiko fortgesetzt. „Die Beprobung muss Schicht für Schicht wiederholt werden und zur Überbauung freigegeben werden“, begründet der technische Leiter das Verhalten.

Die Kosten für die Herstellung der Oberflächenabdichtung für alle Bauabschnitte belaufen sich auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Die aktuellen Gebührenzahler müssen sich aber keine Sorgen machen: „Die Rekultivierungsmaßnahmen sowie die weiteren notwendigen Nachsorgearbeiten, wie beispielsweise die Grundwasseruntersuchung, finanzieren sich aus einer Rücklage.“ Diese wurde während der aktiven Betreibung der Deponie aus Deponiegebühren gebildet.


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