Mittwoch, 24. Januar 2018

 
Donnerstag, 21. Dezember 2017

MOCKREHNA

"Dafür habe ich kein Verständnis"

Neben Bürgermeister Peter Klepel (2.v.l.) hatte Prof. Dr. Andreas Berkner Platz genommen. Foto: Christian Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Klitzschen/Mockrehna. Die letzte Zusammenkunft der Mockrehnaer Gemeinderäte wartete am Dienstagabend im Klitzschener Sonneneck mit recht wenig Sonnenschein auf:

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Grund war die Diskussion um den künftigen Status der Gemeinde. Soll Mockrehna nun Grundzentrum werden oder nicht? Wäre man nach dem Willen der sich zu Wort meldenden Räte gegangen, hätte kein Weg am Grundzentrum vorbeigeführt. Dumm nur, dass um jenen Titel mit Belgern-Schildau und Beilrode auch noch zwei andere Kommunen in der Region ringen. Die Chancen für Dommitzsch scheinen derzeit alles andere als gut, obgleich hier ein bundeslandübergreifender Modellverbund mit Bad Schmiedeberg geschmiedet werden soll.

Um Informationen zum aktuell vorliegenden Beteiligungsentwurf des Regionalen Planungsverbands Leipzig-Westsachsen aus erster Hand zu bekommen, hatte in Klitzschen auch Prof. Dr. Andreas Berkner Platz genommen. Dass dieser mit bohrenden Fragen konfrontiert werden würde, hätte angesichts der bereits in Dom-mitzsch gelaufenen Diskussion jedem klar sein müssen. Und Berkner begann gleich mit dem Ende: Sollte die Fortschreibung des Regionalplans reibungslos verlaufen, rechne er mit einem Satzungsbeschluss in ziemlich genau einem Jahr – nämlich am 14. Dezember 2018.

Dabei sparte der Chefplaner nicht damit, die Vorteile Mockrehnas zu benennen: Die Gemeinde verfüge über einen S-Bahn-Anschluss sowie über Einkaufsmöglichkeiten, die in vergleichbaren Kommunen nicht selbstverständlich seien. „Bislang ist Mockrehna auch nicht als zentraler Ort (vergleichbar mit dem Grundzentrum-Status, Anm. d. Red.) ausgewiesen gewesen. Trotzdem habe sich die Welt hier weitergedreht, was vor allem einer „außerordentlich klugen und maßvollen Entwicklung“ geschuldet sei. Berkner bestärkte die Räte, daran festzuhalten. Doch denen liegt nun einmal viel am Status Grundzentrum.

Und das nicht nur, weil damit Probleme bei der Ausweisung von Gewerbeflächen, die größer als 800 Quadratmeter sind, vermieden werden könnten (siehe Diskussion um künftigen Penny-Standort in der Mockrehnaer Dorfmitte). Bürgermeister Peter Klepel spürt mehr und mehr Schwierigkeiten bei der Wohnbebauung. Behörden stünden Projekten in kleineren Ortsteilen nicht immer offen gegenüber. Klepel sprach diesbezüglich von Bremswirkung, die es mit dem Titel Grundzentrum so wohl nicht gebe. Bezüglich der 800-Quadratmeter-Grenze regte Klepel an, diese Restriktion ohnehin aufzuweichen, womit er bei Berkner auf offene Ohren stieß.

„Die Zeit, solche Sachen nach Dresden zu tragen, ist mit der neuen Führung recht günstig“, sagte der Chefplaner, der gleich noch einen Seitenhieb für die Beamten in der Landeshauptstadt parat hatte: Es mache schon einen großen Unterschied, ob man geerdet mit den Leuten auf dem Lande ständig kommuniziere, oder in Dresden in den Amtsstuben hocke. Obgleich Peter Klepel sowie die Gemeinderäte Dietmar Kloß (CDU), Robert Schübel (CDU) und Detlef Bölke (FWG) anderer Meinung waren, sei für Berkner der Status Grundzentrum gerade für Mockrehna nicht entwicklungsentscheidend.

Dietmar Kloß machte zudem klar, dass es ihm überhaupt nicht schmeckt, dass Mockrehna momentan aus dem Rennen um den Grundzentrum-Status zu sein scheint. Seiner Meinung nach sei eine weitere Entwicklung der Gemeinde nur mit eben jenem Titel und den damit gelockerten Planungsvorgaben gegeben. Kloß und Bölke stellten zudem die Frage, warum ausgerechnet das künstliche Gebilde Belgern-Schildau zu einem Grundzentrum werden solle.

Bölke: „Dafür habe ich kein Verständnis.“ Jene offensichtlich politischen Gründe seien für ihn nicht nachzuvollziehen. Man sei doch nicht dafür da, negative Entwicklungen zu heilen, für die vor Jahren der Freistaat verantwortlich zeichnete“, mahnte ein sich „wahnsinnig hochgepuscht“ fühlender Kloß schließlich an.
Berkner gab zu verstehen, dass das Rennen um den Titel ein schwieriges Thema werden wird und es an der ein oder anderen Stelle gewiss noch zu Änderungen im Plan kommen werde. Nach Meinung von Sandro Oschkinat (FWG) habe es weit und breit kein anderer Ort so sehr verdient, den Titel Grundzentrum zu tragen, wie Mockrehna.


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