Montag, 15. Oktober 2018

 
Freitag, 22. Dezember 2017

TORGAU

Kita "Käthe Kollwitz" zum halben Preis

von unserem Multimedia-Redakteur Sebastian Lindner

Torgau. Für Eingeweihte war es nichts Neues, doch öffentlich wurde es erst jetzt, obwohl die Verhandlungen bereits seit Sommer liefen: Die Torgauer Wohnstätten werden die neue Kindertagesstätte „Käthe Kollwitz“ bauen.

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Das bestätigte deren Geschäftsführer Andreas Huth im letzten Stadtrat. „Unser Aufsichtsrat hat die Investition beschlossen“, erklärte er. Kostenpunkt: 3,6 Millionen Euro. Und damit etwas weniger als die Hälfte des Baus, der mit etwa 7,3 Millionen Euro noch im Frühling dieses Jahres durch die Ratssitzungen kursierte und nicht umgesetzt werden konnte, weil es schlichtweg nicht finanzierbar gewesen wäre. „Deswegen kam Oberbürgermeisterin Barth im Sommer auf mich zu und hat angefragt, ob wir uns ein solches Projekt vorstellen könnten“, so Huth gegenüber TZ.

Schon einmal hatten Wohnstätten und Stadt in Sachen Kita kooperiert. Die „Bärentatzen“ in der Bahnhofstraße, 2013 eröffnet, eine umgebaute Villa, sind ebenfalls eine Investition der Immobiliengesellschaft. Einziger Unterschied: Während dort die Stadt direkt als Betreiber fungiert, ist im aktuellen Fall noch die Volkssolidarität mit im Boot. Sie wird die Kindertagesstätte ­- wie auch bisher - betreiben und von den Wohnstätten mieten.

Bis zur Einweihung liegt der Stein des Handelns jedoch in den Händen der Wohnstätten: „Wir beauftragen allerdings einen Generalübernehmer“, so Geschäftsführer Huth. Bei dem liegen dann alle Planungs- und Ingenieursleistungen in einer Hand. Und weil 3,6 Millionen Euro immer noch ein stattlicher Preis sind, kommen die Wohnstätten auch nicht gänzlich um eine Fremdfinanzierung herum: „20 Prozent werden wir aus eigenen Mitteln stemmen.“ 80 Prozent der Summe müssen daher auf anderem Weg beschafft werden.

Aufgrund dieses unternehmerischen Risikos stellte Huth auch ein paar Bedingungen auf, die Grundlage für ein Engagement der Wohnstätten seien. „Wir erwarten einen langfristigen Mietvertrag von mindestens 20 Jahren“, stellte er klar. Zwar sei die anzusetzende Miete schon relativ hoch, trotzdem brauche er Sicherheit. „Darüber hinaus müssen Stadt und Stadtrat dazu bereit sein, das Grundstück, etwa 4000 Quadratmeter, in die Gesellschaft einzubringen.“ Gebaut werden soll nach wie vor auf dem Garagenkomplex neben der Sporthalle am Wasserturm. Auch die Volkssolidarität muss dazu bereit sein, einen zehnprozentigen Zuschuss zu zahlen. „Das ist aber bereits geklärt, die Bereitschaft ist gegeben“, sagte Huth, der auch generell die gute Zusammenarbeit mit der VS lobte. Nicht zuletzt muss dafür Sorge getragen werden, dass die Baugenehmigung bis September 2018 steht. „Das ist Pflicht“, sagte Huth, denn der Zeitplan sei eng gestrickt.

Im Sommer 2019 soll die neue Kita nämlich bezugsfertig sein. Mit der bisher angedachten monolithischen Bauweise sei dies unmöglich. Deshalb setzt Huth auf eine modulare Bauweise. „Das spart bis zu 70 Prozent Bauzeit“, weiß er. Denn es wird mit Fertigbauteilen gearbeitet, mit Ausnahme des Estrichs gibt es damit keine Trocknungszeiten zu beachten. „Wenn das Fundament einmal steht, beträgt die reine Bauzeit nur noch drei bis vier Monate.“

Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer. „Bei der Gründung erwarten uns schwere Verhältnisse. Weil die oberen Erdschichten nur bedingt tragfähig sind, wird eine alternativlose Bohrpfahlgründung notwendig werden, um die Traglast in die tieferen, stabileren Schichten zu verschieben. 50 Bohrpfähle mit einer Länge von zehn Metern müssen dafür gesetzt werden.“ Der Gründungsmehraufwand betrage dadurch aus heutiger Sicht etwa 250 000 Euro netto.

Wie genau der Aufbau dann aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest. „Wir wissen bisher nur, dass es ein zweigeschossiger Bau wird, vermutlich in L-Form“, so Huth. Für alles weitere habe man sich bereits diverse andere Kitas angesehen. Die detaillierte Planung steht für das kommende Jahr an. „Hier - wie auch in allen anderen Bereichen der Bauphase - bitten wir um Unterstützung von den Fachämtern der Stadt“, sagt der Geschäftsführer.

Unterstützung gab es bereits bei einer neuerlichen Analyse des Bedarfes. Statt den ursprünglichen 200 Plätzen in der Kindertagesstätte soll nun für 180 gebaut werden. Diese verteilen sich auf 100 Hort, 50 Kita- und 30 Krippenplätze.


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