Mittwoch, 25. April 2018

 
Samstag, 30. Dezember 2017

TORGAU

Das Kulturhaus-Jahr: Rückblicke und Ausblicke

Links: Heidi Peterson hat ihr Team sonst lieber auf Augenhöhe, doch zum Dekorieren steigt sie gern ein paar Stufen nach oben - hier mit Sebastian Grimm Antje Bussenius Cindy Stecher und Kerstin Natzel. Rechts oben: Unvergesslich – Armin Mueller-Stahl musizierte am 22. Januar im Kreisi. Rechts unten: Viel Spaß gab es beim Neujahrskonzert 2017 mit dem Johann-Strauss-Orchester unter Leitung von Erik Schober gemeinsam mit dem Leipziger Johann-Strauss-Chor.Foto: TZ/Archiv

von unserer Redakteurin Gabi Zahn

Torgau. Für die Elbestadt geht ein beschwingtes Jahr zu Ende, mit einer Vielzahl von kulturellen Höhepunkten – zu Ehren Luthers oder auch „nur“ zur Freude eines tausendfachen Publikums. Ein beachtlicher Teil der Veranstaltungen wurde durch den gemeinnützigen Verein Torgau-Kultur e.V. gestemmt. Er betreibt das Kulturhaus am Rosa-Luxemburg-Platz. Gemeinsam mit der TZ hält Geschäftsführerin Heidi Peterson Rückblick auf das Kulturjahr, und sie gewährt Ausblicke auf bevorstehende Ereignisse.

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TZ: Frau Peterson, als Konzerthöhepunkt 2017 wurde vor Jahresfrist der Auftritt von Armin Mueller-Stahl bezeichnet, der bereits am 22. Januar im Kulturhaus gastierte. Ist er das geblieben?
Heidi Peterson:
Ja. Eindeutig ja. Nach seiner grandiosen Bilderausstellung im Vorjahr auf Schloss Hartenfels darf man das Konzert des begnadeten Künstlers gemeinsam mit Günther Fischer und Tom Götze tatsächlich als unser diesjähriges Highlight betrachten. Armin Mueller-Stahl hat uns allen mit seinen lauten und leisen Tönen direkt in die Herzen gespielt und gesungen, und dort hat er auch für immer seinen Platz beim Torgauer Publikum. Es hat ihn mit minutenlangem Standing ovations gefeiert.

War es schwer, nach so einem grandiosen Jahresauftakt die Besucher weiterhin zu begeistern?
Es gibt in jedem Jahr Ausnahme-Veranstaltungen, aber das wissen wir. Das weiß auch das Publikum. Unser Haus ist weit über Torgaus Grenzen für ein abwechslungsreiches Programm bekannt und zwar in vielen Genres. Jedes findet sein Publikum auch über die Grenzen unseres Landkreises hinaus. So war kürzlich die „Pfeffermühle“ erneut bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Vor allem im Sommer doppelten sich Kulturtermine verschiedener Anbieter aufgrund des Luther-Jubiläumsjahres ...
Das stimmt, und dennoch konnten wir auch während des Kultursommers im Schlosshof von Hartenfels gut punkten. Vor allem das Six-Konzert gemeinsam mit dem Leipziger Sinfonieorchester bleibt mir und meinem Team in Erinnerung. Trotz anfänglichen Unwetters und strömenden Regens haben Band, Orchester und Zuschauer miteinander gerockt, so dass es ein fantastischer Abend wurde. Ebenso begeisterte „Moving Shadows“ das Publikum mit farbenfrohen Schattentheater – zum Glück geschah das an einem lauen Sommerabend. Manche Bilder, die dabei aufgenommen wurden, erinnern an Kunstwerke.

Welche Veranstaltungstraditionen haben sich für das Kulturhaus bewährt?
Neben der „Pfeffermühle“, die ja schon viele Jahre bei uns gastiert, und dem zuletzt 11. Kultursommer sind es insbesondere das Irish Heartbeat-Festival, das musikalisch-kulinarische Event „Opera & Pasta“ sowie das Kindermusical zu Weihnachten und der jährliche Silvesterball.

Gab es auch herbe Enttäuschungen?
Nur insofern, dass uns das Wetter einmal ganz gewaltig einen Strich durch die Rechnung machte. Die Open-Air-Theaterproduktion „In Gottes eigenem Land“ mit den Landesbühnen Sachsen und mit Gojko Mitic in der Hauptrolle musste am 22. Juni im Schlosshof abgesagt werden. Ein Hurrikan hatte eine halbe Stunde zuvor das komplette Bühnenbild zerlegt.

Das Programmangebot für 2018 ist fast komplett. Auf was möchten Sie besonders aufmerksam machen?
Schon am 25. Januar können sich alle Fans des Black Gospel auf das Konzert „Back to the Roots“ freuen. Am 17. Februar wird es spannend: Six-Gründer Stefan Krähe geht mit „Krähe“,   seinem neuen Projekt, auf Tour. Wir sind stolz, dass er so schnell bei uns in Torgau gastiert. Am 25. Februar erwarten die Kleinsten „Pittiplatsch und seine Freunde“. Am 9. März gibt es wieder „Irish Heartbeat“ – St. Patrick’s Day Feeling zu erleben.

Und für den 12. Kultursommer ist alles klar?
Da stehen bereits zwei Höhepunkte fest: Am 25. August gibt Michael Hirte mit dem Johann-Strauss-Orchester & Chor Leipzig ein Open-Air-Konzert im Schlosshof. Einen Tag später wird dort „Die Hexe Babajaga“ erwartet, eine Märchenkomödie als Musical für die ganze Familie.

Gibt es bereits ausverkaufte Veranstaltungen?
Ja, tatsächlich, zum Beispiel am 2. Februar ist Uwe Steimle mit „Günther allein zu Haus“ komplett ausverkauft, ebenso Katrin Weber am 3. März.
 
Wagen wir mal einen Ausblick in eine andere Richtung: Demnächst dürfte sich entscheiden, ob das Kulturhaus mit Blick auf die Landesgartenschau 2022 saniert oder ob ein neuer Torgauer Kulturtempel gebaut wird. Wie ist Ihr Kenntnisstand?
Nicht anders als Ihrer. Ich hatte aus der Torgauer Zeitung erfahren, welche Reaktionen es dazu auf die Bürgerfragestunde im Stadtrat gab.

Werden Sie nicht einbezogen in die Ideenfindung?
Bereits im März dieses Jahres hatte ich auf Anforderungen der Oberbürgermeisterin reagiert und entsprechende Zuarbeiten übergeben. Darauf gab es bis jetzt keine Reaktion, aber ich hoffe, dass sich die verantwortlichen Mitarbeiter damit befassen.

Was wäre Ihr Wunsch-Plan?
Falls man sich zum Neubau entscheidet, sollte es keine übliche Mehrzweckhalle sein, sondern ein Haus mit ordentlichem Akustiksaal inklusive Parkettboden.

Warum keine Mehrzweckhalle?
Die gibt es im Umkreis von 20 Kilometern gleich dreifach: in Belgern, Schildau und Beilrode. Alle drei Einrichtungen haben Probleme mit der Betreibung, sind kaum ausgelastet, ganz einfach deshalb, weil das Ambiente fehlt. Es sind eben keine Kulturhäuser mit Gastronomie. Darin lassen sich gut und gern Volksmusik-Mucken veranstalten, aber keine Bälle, so wie sie hier im Torgauer Kulturhaus stattfinden. Unsere 100-jährige Geschichte wirkt nach, verleiht dem Haus ein gewisses Flair, auch wenn es weiterer umfangreicher Modernisierungen bedarf. Hier haben Generationen von Jugendlichen ihre Tanzstundenbälle gemeistert und erste Diskos erlebt. Und: Ich finde, so einen Standort inmitten der Stadt gibt man nicht einfach auf! Doch es soll Pläne geben, das ehemalige Färber-Schlachthofgelände zu nutzen und bis ran an die Elbmauer zu bauen. Ist das nicht Hochwasserschutzgebiet? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort eine Stadthalle sicher gebaut werden kann!

Was wäre Ihr Vorschlag?
Anlässlich der Landesgartenschau 2006 in Oschatz wurde das dortige alte Kulturhaus ausgebaut und saniert. Der Oschatzer Bürgermeister Kretschmar hat mir selbst erzählt, dass er dafür entsprechende Fördermittel kombinieren konnte. Es hat funktioniert, und funktioniert noch immer. Das heutige Thomas-Müntzer-Haus wird als attraktive Tagungsstätte mit modernster Bühnen-, Veranstaltungs- und Präsentationstechnik angenommen, mitten im historischen Stadtzentrum von Oschatz. Das könnte hier auch so sein.

Mit wem diskutieren Sie in Torgau über das Kulturhaus-Thema?
Wir werden sehr häufig direkt vom Publikum angesprochen, im Zuge von Veranstaltungen oder bei Ticketbestellungen. Da kommen diese Fragen, wie es weitergeht mit unserem Kulturhaus. Natürlich beschäftigt das auch unsere Mitarbeiter. Aber ich kann leider noch keine Antwort geben.

Ihre Wünsche für 2018?
Bezüglich dieser Pläne wünsche ich mir sehr, dass wir einbezogen werden in die Planungen. Denn wir besitzen das Wissen, was funktioniert, und was nicht geht. Bezüglich unseres neuen Jahresprogramms hoffen wir, wieder den Geschmack des Publikums getroffen zu haben. Ich möchte an dieser Stelle noch sagen, dass wir unsere Veranstaltungen mit Sorgfalt und vor allem mit großer Freude planen und durchführen. Wir spüren an den Reaktionen der Künstler und des Publikums, dass das auch wahrgenommen wird. Nicht vergessen möchte ich den Tag der Sachsen, der uns Kulturmachern sehr am Herzen liegt. Dieser möge uns allen miteinander gut gelingen.


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