Donnerstag, 18. Oktober 2018

 
Mittwoch, 3. Januar 2018

LOKALGESCHEHEN

Düngeverordnung beschäftigt Bauern

Beim Ausbringen von Gülle und Dünger sind zahlreiche Vorgaben zu beachten. Foto: TZ/Archiv (N. Wendt)

von unserem Redakteur Nico Wendt

Das Jahr 2017 brachte für die Landwirte einige Veränderungen. Zum Beispiel die im Juni in Kraft getretene neue Düngeverordnung.

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Torgau. Das Papier stellt die Bauern vor große Herausforderungen. Sie müssen ihre Düngeplanung neu durchdenken und umfangreiche Dokumentationen führen. Unterstützung bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben geben dabei die Mitarbeiterinnen des Förder- und Fachbildungszentrums (FBZ) Wurzen. Die Behörde ist in diesem Jahr von Mockrehna nach Wurzen umgezogen. Ein Kraftakt. Das war im Juli.
„Das Gebäude in Mockrehna musste besenrein übergeben werden. Jeder weiß, was sich in 25 Jahren alles ansammelt. Wir haben bereits 2016 mit dem Aussortieren begonnen, Akten dem Staatsarchiv angeboten u.s.w.“, blickt Referatsleiterin Petra Bretschneider zurück.

In der Innenstadt von Wurzen erwartete das Personal ein komplett saniertes Haus mit neuen Möbeln. „Einen Standort nach 25 Jahren aufzugeben, ist mit vielen Emotionen verbunden, deshalb hat die Eingewöhnung etwas gedauert. Jetzt sind wir angekommen. Die Wege zu unseren Landwirten im Bereich der Flächenförderung sind nun etwas länger, da wir außerhalb unseres Dienstgebietes von Nordsachsen sitzen. Umgekehrt gilt das natürlich auch für die Landwirte“, so die Leiterin.  Umso mehr freute sie sich über die rege Teilnahme an der ersten größeren Infoveranstaltung. Zu dieser kamen am 13. Dezember über 100 Landwirte aus den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig, um sich am neuen Standort des FBZ über die novellierte Düngeverordnung sowie die Ergebnisse der Arbeit in den Arbeitskreisen Wasserrahmenrichtlinie zu informieren.
Fortgesetzt werden die alljährlichen Winterschulungen am 17. und 31. Januar in Delitzsch (Delitzscher Landhandel und Dienste GmbH) sowie am 18. Januar und 1. Februar in Audenhain (Meyers Gasthof). Auch hier wird die neue Düngeverordnung im Fokus stehen.

Ein weiterer Schwerpunkt in den Wintermonaten werden die Schulungen der Landwirte zum neuen Programm „Bilanzierungs- und Empfehlungssystem Düngung (BESyD)“ sein. Geplant sind acht Veranstaltungen in kleinen Gruppen am Standort Wurzen.  Der erste Termin ist der 23. Januar. Das Programm unterstützt die Landwirte bei den gesetzlich geforderten Berechnungen und Dokumentationen und löst das von vielen Betrieben bisher genutzte Programm „BEFU“ ab.
Ab dem Jahr 2018 werden in Sachsen die benachteiligten Gebiete neu ausgewiesen. „Ziel der Gewährung der Ausgleichszulage ist es, in benachteiligten Gebieten zur dauerhaften Nutzung landwirtschaftlicher Flächen beizutragen und dem Verlust der Artenvielfalt vorzubeugen“, erläutert Petra Bretschneider. Die Ausgleichszulage wird zum teilweisen oder vollständigen Ausgleich von natürlichen Nachteilen wie Trockenheit, Bodenbeschaffenheit und Steinigkeit, Durchwurzelungstiefe und Ertragsmöglichkeiten gezahlt.

2017 gab es auch eine Umstellung im Kontrollsystem für die Flächenzahlungen an die Landwirte in Sachsen. Die Fernerkundung wurde als Mittel für die Vor- Ort-Kontrolle eingeführt. „Dabei werden hochauflösende jahresaktuelle Satellitenbilder genutzt, um Lage, Größe und Kulturart am Bildschirm zu ermitteln“, so die Leiterin. Diese Aufgabe übernimmt eine Privatfirma. Dabei bleiben natürlich Sachverhalte übrig, die auf dem Bild nicht erkannt werden können. „Diese werden dann von uns vor Ort geprüft. Bei dieser Methode wird die Fläche von Sachsen in sogenannte Kacheln eingeteilt; davon gibt es 665 Stück. Aus diesen Kacheln werden die Kontrollzonen für Sachsen per Zufall ermittelt“, führt die Behörden-Leiterin weiter aus. „2017 gab es im Bereich Nordsachsen keine ausgewählten Kacheln für die Fernerkundung, wir waren vom Zufall nicht berücksichtigt worden. Das denke ich wird sich 2018 ändern und auch wir werden die Fernerkundung nutzen können.“

Das Jahr im Arbeitsbereich des Sachgebietes Fördervollzug ging mit der Bewilligung der Direktzahlungen für die Landwirte zu Ende. Am 28. Dezember sollten die Zahlungen bei allen Antragstellern auf dem Konto sein. Es gibt in diesem Jahr nur wenige Zurückstellungen. Für Nordsachsen werden rund 33 Millionen Euro gezahlt. Die Landwirte erhalten das Geld als Ausgleich für die zum Teil nicht kostendeckenden Preise, die sie für ihre Produkte erzielen und als Bezahlung der Leistungen, die sie für den Erhalt der Kulturlandschaft  und Natur erbringen. 


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