Freitag, 15. November 2019
Montag, 15. Januar 2018

MOCKREHNA

Wehrleitung sagt Alkohol und Rauchen den Kampf an

Frank Dörschmann geht in sein letztes Jahr als Wehrleiter. Mit dieser Nachricht wartete er bis zum Schluss des offiziellen Teils der Jahreshauptversammlung. Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Auch diesmal blieb sich Mockrehnas Wehrleiter Frank Dörschmann treu: Während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr kritisierte er in der ihm ureigenen Art und Weise Dinge, die dringend abgestellt gehören.

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Mockrehna. „Ich kann nur an die Vernunft jedes Einzelnen appellieren“, sagte er bei der Verlesung des Rechenschaftsberichts. Mit Kameradschaft habe das alles nichts mehr zu tun. „Kameraden, so macht es ehrlich gesagt keinen Spaß mehr.“
Für Dörschmann wird es das letzte Jahr in dem Spitzenamt. In seinem Schlusswort kündigte er an, im kommenden Jahr nicht mehr für den Wehrleiter-Posten kandidieren zu wollen. „Ich bereite mich langsam auf meine Rente vor“, sagte er. In drei Jahren wird es soweit sein. Spätestens 2023 sei für ihn auch das Kapitel ehrenamtlicher Kreisbrandmeister abgehakt. Ein Posten, zu dem er im März 2017 durch den nordsächsischen Kreistag berufen wurde.

Manch einer hätte sich für Dörschmanns letzten Jahresbericht gewiss eine freundlichere Grundstimmung gewünscht. Denn was nun noch kommen sollte, zeigte auf, wie groß die Missstände in der Feuerwehr nach Ansicht Dörschmanns sind. Nicht nur, dass der Wehrleiter mangelnde Kameradschaft anführte. Zum Haareraufen war vor allem die mangelnde Beteiligung an den Ausbildungsdiensten. Noch dazu lasse die Disziplin bei einigen zu wünschen übrig.

In diesem Jahr gibt es deswegen klare Regeln. Die umfassen nicht nur eine weitestgehende Verschiebung der Ausbildungsstunden vom Freitag auf den Samstag – einen Tag, an dem es nach Ansicht der Wehrleitung weniger Ausreden fürs Fernbleiben geben wird. Ebenso will die Wehrleitung der Problematik Alkohol zuleibe rücken. „Ich habe nichts dagegen, wenn ihr euch nach dem Dienst ein Bierchen genehmigt“, blickte Dörschmann in den halbvollen Versammlungssaal. Doch während des Dienstes sei dies fortan tabu. Wer bereits alkoholisiert zum Dienst erscheine, dürfe sofort wieder nach Hause gehen. Und noch eine Verhaltensmaßnahme wird ab diesem Jahr bei einigen Kameraden nicht gerade für Begeisterung sorgen. Geraucht werden darf künftig bei Diensten nur noch dann, wenn die dafür vorgesehene Raucherpause angebrochen ist.

Dörschmann stand mit seinen deutlichen Worten nicht allein da. Auch Vize-Wehrleiter Jens Radtke pflichtete dem scheidenden Chef bei. Auch er habe die Nase voll. Oftmals würden sich Ausbilder umsonst auf Dienste vorbereiten, weil diejenigen, die es gebrauchen könnten, dem Dienst einfach fernblieben.
Dass es am Ende der zweistündigen Ansage dann doch noch gemütlich zuging, lag einerseits am guten Essen, andererseits auch an einem Briefumschlag, den die Kameraden von einem Bürger zugesteckt bekamen. Dieser hatte in den Umschlag nicht nur ein Dankesschreiben für die geleistete ehrenamliche Arbeit gesteckt, sondern auch gleich noch eine größere Summe, mit der sich die Kameraden doch bitteschön mal einen schönen Tag machen sollten. Ein Katalog für Kurzreisen war beigefügt.

Auf „Kurzreise“ weilt derzeit auch Bürgermeister Peter Klepel. Dörschmann kündigte an, dass es nach dessen Urlaub noch einmal zu einem Gespräch wegen der fehlerhaften Alarmierung kommen werde, bei der vor wenigen Tagen wegen eines BMW-Abflugs auf der B87 in Höhe Abzweig Audenhain/Gräfendorf anfangs nur eine Handvoll Kameraden über Funkmeldeempfänger alarmiert werden konnten. Der Sirenenalarm war daraufhin nur nach Drängen des Wehrleiters von der Leitstelle aus initiiert worden (TZ berichtete bereits ).

Dass nur so wenige Kameraden zu Beginn am Gerätehaus erschienen waren, habe an den vielen defekten Funkmeldeempfängern gelegen, hatte Dörschmann erklärt. Jener Umstand rief sofort den hauptamtlichen Kreisbrandmeister auf den Plan, der sich an die Rettungsleitstelle und die Gemeinde Mockrehna wandte. Immerhin ist Letztere für die Ausstattung der Feuerwehr zuständig. „Für defekte Empfänger muss die Gemeinde Ersatz beschaffen. Das muss man endlich mal begreifen“, sagte Dörschmann. Einer möglichen Alarmierung über Handy beziehungsweise Smartphone erteilte der Wehrleiter eine Absage. Teilweise schlechte Netzabdeckung und der mitunter schlechte Empfang in Gebäuden seien hierfür der Grund. Dennoch lobte Dörschmann die grundsätzliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde und insbesondere mit dem Bürgermeister. Hier habe sich vieles verbessert.
Übrigens: Angesichts seiner Kritik an der mangelnden Dienstbeteiligung sah sich Dörschmann am Freitag auch nicht veranlasst, Beförderungen durchzuführen.


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