Dienstag, 23. Oktober 2018

 
Dienstag, 13. Februar 2018

TORGAU

Verein Tierhilfe Torgau stellte sich den Stadträten vor

Kristin Engel sowie ihre Mitstreiterinnen Ulrike Blavius und Kerstin Müller freuten sich über die Möglichkeit, ihr Anliegen vor den Stadträten zu erläutern.Foto: TZ/G. Zahn

Pressemitteilung

„Wie die wenigsten wissen, ist der Tierschutz seit 1972 grundgesetzlich verankert.“ Mit diesem Satz begann die Vorstandsvorsitzende des Vereins Tierhilfe Torgau, Kristin Engel, am Mittwoch ihre Präsentation vor den Torgauer Stadträten.

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Torgau. Der Verein zählt mittlerweile knapp 70 Mitglieder, die das Ziel haben, ein eigenes Tierheim in Torgau oder Umgebung zu etablieren. „Aktuell suchen wir nach weiteren Mitgliedern, Unterstützern, Sponsoren und führen eigene Aktionen durch. Dabei arbeiten wir mit Vereinen, Interessengemeinschaften und Unternehmen zusammen, weil wir festgestellt haben, dass zusammen mehr erreicht werden kann“, fuhr sie fort und betont den Vorteil, bereits eine Tierärztin, eine Hundefriseurin, einen angehenden Hundetrainer und Mitglieder andere Tierschutzvereine im Verein zu haben.

Auch über nötige geplante Weiterbildungen, darunter den Erwerb des §11 (Erlaubnis für den gewerblichen Umgang mit Tieren), wurde gesprochen. „Wir wollen in der Bevölkerung mehr Verständnis und Verantwortung für Tiere und Tierschutz erreichen“, so Kristin Engel. Doch warum ein eigenes Tierheim in Torgau?

„Um ihrer gesetzlichen Pflicht nachzukommen, braucht die Stadt Torgau einen starken Partner. Und das könnten wir sein. Herzberg ist keine relevante Anlaufstelle mehr. Zudem sollten weite Strecken künftig vermieden werden. Wir haben mit einigen Tierheimleitern gesprochen. Das Fazit war überall gleich: Sie sind überfüllt und ihre Kapazität ausgeschöpft.“ Die Vorsitzende zählte auf, welche Alternativen Torgau bisher hatte. So wurden einige Fund-Hunde in das Tierheim Eilenburg gebracht. Das Tierheim sei überfüllt und habe bereits einen Hilferuf in diversen Zeitungen und im Internet geschalten, da die Futtermittel knapp wurden.

Das Tierheim Arzberg beherbergt Katzen und Kleintiere, aber keine Hunde. Zudem soll das Tierheim künftig nur noch als Gnadenhof fungieren, hat jedoch seit dem betrieblichen Entzug im Tierheim Herzberg eine Vielzahl an Katzen aus Torgau, Großtreben, Audenhain, Großwig und Werdau aufnehmen müssen. Zudem wurde erneut auf die Situation im Tierheim Herzberg hingewiesen. Hier wurde im August 2017 die Betriebserlaubnis entzogen. Gründe dafür waren die groben Tierschutzverstöße und die fehlende Qualifikation der Tierheimleitung.

Im zweiten Teil der Präsentation stellte Schatzmeisterin Kerstin Müller die Tierheime vor, mit denen der Verein in Kontakt getreten ist. „Unser Vorhaben stellt uns vor eine große Aufgabe und die Frage „Was bedeutet ein eigenes Tierheim für Torgau?“ Um diese beantworten zu können, haben wir die Tierheime Eilenburg, Ostrau und Wurzen besucht und sind mit Oelzschau telefonisch in Kontakt getreten. Wie funktioniert ein Tierheim? Welche Größe sollte es haben, um eine bestimmte Anzahl Tiere aufnehmen zu können? Wie sieht der Tierheimalltag aus? Wer macht die Arbeit? Denn für in Not geratene Tiere besteht eine gesellschaftliche und moralische Verpflichtung einer tierschutzgerechten Versorgung. Wir wollten wissen, welche Ausgaben und Einnahmen es gibt und was die Städte und Gemeinden, die vertraglich mit den Tierheimen verbunden sind, an Fundtierpauschale zahlen?“
Kerstin Müller präsentierte deutlich die Vielseitigkeit der unterschiedlichsten Heime. Anhand dieser Recherchen haben die Vorstandsmitglieder versucht zu reflektieren, was ein Tierheim für Torgau bedeutet. „Dies ist jedoch nur bedingt möglich, da viele Faktoren nicht bekannt sind, wie zum Beispiel  wo und wie groß das Grundstück sein wird und ob ein Gebäude vorhanden ist. Danach richtet sich auch die Aufnahmemöglichkeit der Tiere“, so die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Blavius.

Sie sprach über Ausgaben und Einnahmen, aber auch darüber, was der Verein von der Stadt Torgau möchte und zählte dabei drei wichtige Punkte auf. „Wir möchten von der Stadt Torgau eine angemessene Fundtierpauschale von 1 Euro pro Einwohner. Wichtig ist auch ein passendes Grundstück, wenn möglich mit einem ausbaufähigem Gebäude. Wir hatten bereits ein Angebot von einem privaten Grundstück vorliegen.

Leider war kein ausbaufähiges Gebäude vorhanden. Daraufhin informierten wir uns über die Möglichkeiten eines Neubaus und dessen Förderung. Schnell mussten wir feststellen, dass die Fördermittel für einen Neubau begrenzt sind.“ Zum Abschluss betonte Ulrike Blavius, dass der Verein sich wünschen würde, dass sich die Stadt Torgau für ein eigenes Tierheim in Torgau positioniert und den Verein bei dessen Vorhaben unterstützt.

Für Fragen waren die Vorstandsmitglieder gewappnet. Doch Wortmeldungen gab es von Seiten der Stadträte keine. „Wir waren schon ein wenig enttäuscht, da sicher noch einiges zu klären gewesen wäre, was wir in unserer zehnminütigen Präsentation nicht unterbringen konnten. Wir hoffen, dass Stadt und Stadträte uns künftig unterstützen werden, denn was wir vor haben, wird die Stadt Torgau bereichern“, so Kristin Engel.


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