Dienstag, 14. August 2018

 
Mittwoch, 14. Februar 2018

DOMMITZSCH

Wahlkampf für das Bürgermeisteramt

Bringfried Otto (l.), Herbert Schröder (M.) und Heidrun Schröter bleibt nicht mehr viel Zeit. Foto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Nur noch zweieinhalb Wochen, dann wird es ernst: Die Trossiner wählen einen neuen Bürgermeister. TZ fragte nach, welche Aktionen vorgesehen sind, um am 4. März besonders gut abzuschneiden.

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Trossin. Für Amtsinhaber Bringfried Otto sowie für die beiden Mit-Kandidaten Herbert Schröder (CDU) und Heidrun Schröter (DIE LINKE) nicht mehr viel Zeit im ohnehin kurzen Wahlkampf.

• Bringfried Otto
Bringfried Otto, seit sieben Jahren Oberhaupt, plant vier Veranstaltungen, unter anderem in Dahlenberg, Roitzsch und Falkenberg. „Das Gespräch mit den Einwohnern gehört dazu. Genauso habe ich das auch schon 2011 gemacht“, blickt der Wörblitzer auf seinen ersten Wahlerfolg zurück. Inzwischen sei er stolz, was in seiner Amtsperiode geschaffen wurde. „Die ganze Vielfalt: Wir haben die Doppik eingeführt, die Kita in Größenordnung umgebaut, in Falkenberg eine neue Straße errichtet und die Turnhalle in Trossin saniert. Die Gemeinde konnte drei Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehren kaufen und ein kleines Breitbandnetz realisieren“, zählt Bringfried Otto auf. Das alles sei nur möglich gewesen, weil viele Akteure – vom Gemeinderat über die Verwaltung bis zum Bauhof – mitwirkten. „Ich werde deshalb einen Tag der Vereine organisieren, um das Ehrenamt zu würdigen“, sagt er.
Der Neubau eines Gerätehauses in Falkenberg, die Sanierung der Lindenstraße in Roitzsch und der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen sind Pläne, die er für die Zukunft hat. Die Gemeinde Trossin sei ihm ans Herz gewachsen, vieles trage schon seine Handschrift und es habe seinen Reiz, etwas für die Orte zu erreichen, sie lebenswerter zu gestalten. „Es ist nicht nur ein Ehrenamt. Als Bürgermeister bin ich auch Arbeitgeber für 13 Angestellte, verantworte einen Haushalt mit 2 Millionen Euro Volumen und bin zuständig für vier Feuerwehren, eine Kita und viele Spielplätze. Diesem Anspruch will ich gerecht werden“, sagt der 54-Jährige.
Der gelernte Karosseriebauer ist verheiratet, hat zwei Kinder (9/33) und ist mit einem Großhandel für Eisenwaren selbständig. Geboren und aufgewachsen ist Bringfried Otto in Wörblitz.

• Herbert Schröder
Für Herbert Schröder hat sich die Kandidatur erst in den vergangenen Wochen „so ergeben“, wie sagt. „Viele sind an mich herangetreten und haben gefragt, ob ich es nicht machen will, weil sie mit der aktuellen Situation doch nicht ganz zufrieden sind“, schildert der Dahlenberger seine Beweggründe. Erst war er abgeneigt, dann entbrannte sein Entschluss, doch wieder Verantwortung zu übernehmen. „Es braucht mehr Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Der Kindergarten ist fertig zu stellen, bei den Feuerwehren gibt es riesigen Nachholebedarf – sowohl was Technik und Ausrüstung, als auch was Nachwuchsgewinnung betrifft. Etliche Gerätehäuser haben noch DDR-Standard und müssen dringend umgebaut werden. Die Vereine halten das Dorfleben aufrecht. Sie müssen mehr Unterstützung bekommen. Das Gemeindeamt selbst und die kommunalen Gebäude müssen mal auf Vordermann gebracht werden“, zählt Herbert Schröder auf.
Lange war er Ortschaftsratsvorsitzender, Feuerwehr-Chef und Gemeindewehrleiter. Seit 1998 sitzt er im Trossiner Gemeinderat. „Durch meine berufliche Tätigkeit komme ich mit vielen Einwohnern ins Gespräch, habe das Ohr immer an der Masse“, so der 64-Jährige. Insofern habe er keine speziellen Wahlkampf-Auftritte geplant, um sich vorzustellen. „Ich werde aber Flyer verteilen“, bekräftigt Schröder. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und vier Enkel und ist in Dahlenberg geboren und aufgewachsen.
Der CDU-Kandidat hat Schmied gelernt, sich später zum Schmiedemeister qualifiziert und bringt gewerbsmäßig für die Alba Fäkalien aus. Das macht er noch stundenweise. „Denn seit Oktober bin ich Rentner, könnte mich also in die Bürgermeister-Tätigkeit voll hinein knien“, so Herbert Schröder.

• Heidrun Schröter
Heidrun Schröter war die erste, die bereits im Dezember ihre Kandidatur öffentlich machte. Seitdem nutzte die Roitzscherin viele Gelegenheiten, ihre Wahlziele aufzuzeigen und Bürger für sich zu gewinnen. „Ich war zum Beispiel beim Faschingsverein, habe einen Rentnernachmittag und drei Jahreshauptversammlungen der Feuerwehren besucht, deren Termine ich in Erfahrung bringen konnte. Leider hat es mir der Bürgermeister untersagt, bei dieser Gelegenheit das Wort zu ergreifen“, so die Linke-Kandidatin.
„Ich bin auf jeden Fall dafür, alles für die Eigenständigkeit der Gemeinde zu tun. Alle drei Bürgermeister von Trossin, Elsnig und Dommitzsch haben am 1. Februar 2017 eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichnet, die viele Konzentrationen auf Dommitzsch vorsieht. Uns wurde das Papier erst am 23. Januar 2018 in einer Ratssitzung präsentiert. Die Bauhöfe sollen zum Beispiel in Dommitzsch konzentriert werden mit Außenstellen in den Orten. Es sind wahnsinnige millionenschwere Investitionen ins Mehrgenerationenhaus, ins Landambulatorium sowie in die Festwiese geplant. Woher soll das Geld kommen, wenn nicht von uns“, kritisiert Heidrun Schröter. „Das ländliche Leben spielt sich hier ab, hier brauchen wir Möglichkeiten“, betont sie. Die 69-Jährige engagiert sich für starke Trossiner Vereine, ist selber in einigen Vereinen Mitglied. „Ich würde für die Feuerwehren mehr bewegen, mich mit den Einwohnern zusammensetzen und Bürgernähe zeigen“, verspricht sie. Mit 69 Jahren fühle sie sich fit und als Rentnerin habe sie genug Zeit, das Bürgermeisteramt nicht nur stundenweise auszuführen.
Heidrun Schröter stammt aus Leipzig, wohnt seit 2000 in Roitzsch. Die studierte Betriebs- und Verkehrs-Eisenbahnerin ist ledig, kinderlos und seit 2007 im Ruhestand.


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