Dienstag, 18. Dezember 2018

 
Dienstag, 13. März 2018

NORDSACHSEN

Schutzwesten-Diskussion noch nicht zu Ende

Ronny Henger: „Ich finde es traurig, dass über die Summe von 10 000 Euro überhaupt diskutiert werden muss.“Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Nachdem die Petition des Betriebsrates und der Rettungsdienstmitarbeiter des DRK Torgau-Oschatz im Kreissauschuss abgelehnt wurde, meldet sich nun einer der Betroffenen zu Wort: der stellvertretende Rettungsdienstleiter des DRK …

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Nordsachsen. Die Diskussion rund um die gewünschten stichschutzsicheren Westen ist noch nicht zu Ende. Nachdem die Petition des Betriebsrates und der Rettungsdienstmitarbeiter des DRK Torgau-Oschatz im Kreissauschuss abgelehnt wurde, meldet sich nun einer der Betroffenen zu Wort: der stellvertretende Rettungsdienstleiter des DRK. „Ich war von den Aussagen der Kreisräte teilweise sehr geschockt“, sagt Ronny Henger mit dem Blick auf den Artikel, der vergangene Woche in der OAZ und davor ebenfalls in der TZ erschien.

In dem Bericht ist der Grund der Petition noch einmal genau beschrieben: Immer öfter geraten die Sanitäter aufgrund von gewalttätigen Angriffen mit Messern oder anderen Gegenständen in Gefahr. Eine Weste, in Uni-Größe und im DRK-Westen-Design, würde weniger als 200 Euro kosten. Bei insgesamt 50 Stück – für jedes Rettungsdienstfahrzeug des Landkreises eine – wäre man somit bei nicht mal 10 000 Euro. Dennoch wurde die Petition abgelehnt.
Vor der Entscheidung teilten aber noch mehrere Kreisräte ihre Meinung mit. Henger hat bei deren Aussagen einiges anzumerken: „Die Äußerungen zeigen, dass die Mitglieder des Ausschusses kaum Ahnung von den Aufgaben der Mitarbeiter sowie von den Zuständigkeiten des DRK haben.“

Beispielsweise widerspricht er Roland Märtz. Der CDU-Bürgermeister von Doberschütz vertrat im Kreisausschuss die Meinung, dass das DRK für die Finanzierung der Ausstattung eines Krankenwagens und somit auch für die Schutzwesten zuständig sei. „Das stimmt nicht. Die Beschaffung der Fahrzeuge samt Inventar liegt in der Verantwortung des Landkreises“, erklärt Henger, der außerdem als Wachleiter des Rettungsdienstes im Bereich Oschatz tätig ist.
Zudem kritisiert er, dass bei der Entscheidung über die Petition nicht der Bereichsbeirat für den Rettungsdienst in Nordsachsen – unter anderem bestehend aus jeweils einem Vertreter der Sächsischen Landesärztekammer sowie der örtlichen Krankenhäuser – zu Rate gezogen wurde: „Ich habe mit Mitgliedern des Beirates gesprochen. Diese haben mir erzählt, dass keiner von ihnen zu dem Thema befragt wurde. Dabei sollen sie den Landkreis bei derartigen Fragestellungen, die den Rettungsdienst betreffen, durch ihre Meinung unterstützen.“

Für den stellvertretenden Rettungsdienstleiter ist es unbegreiflich, dass in dieser Angelegenheit über eine Summe von 10 000 Euro, über „Peanuts“, überhaupt diskutiert wird. „Ich arbeite seit sieben Jahren im Rettungsdienst und kann bestätigen, dass die Gefahr bei Einsätzen zunimmt. Aber auch ohne diese berufliche Erfahrung kann man durch die Berichte in den Medien erkennen, dass die Gewaltbereitschaft gegenüber Rettungssanitätern und Polizisten deutlich gestiegen ist. Das war vor fünf Jahren allerdings einfach noch nicht abzusehen“, meint Henger.

Er räumt zwar auch ein, dass der Eigenschutz immer Priorität hat. Aber in Situationen, in denen sich die Gefahr erst zeigt, wenn die Einsatzkräfte bereits beim Patienten vor Ort sind, sei das nicht so einfach. „Es gibt in diesem Moment die Möglichkeit, den Einsatz abzubrechen. Aber wir müssen immer daran denken, dass wir uns eventuell später einmal vor einem Richter rechtfertigen müssen, wie die Gefahr entstanden ist und warum wir den Patienten nicht versorgt haben. Schließlich sind wir dazu verpflichtet, erste Hilfe zu leisten.“ In solch heiklen Situationen habe Henger daher bisher versucht, den Patienten vorzeitig ins Rettungsfahrzeug zu verlagern. Dort können die Türen geschlossen werden, sodass sich die Sanitäter auch ohne Abbruch des Einsatzes in einer sicheren Umgebung befinden und sich weiter um den Patienten kümmern können.   

Die Rettungsdienstmitarbeiter werden nun keine erneute Petition starten. Das würde nichts bringen, erkennt Henger. Stattdessen werden die Kosten in der Gesamtkalkulation für die kommenden fünf Jahre berücksichtigt. Bis dahin erhalten die Sanitäter zwei Mal im Jahr vom DRK die Möglichkeit, an Deeskalationskursen teilzunehmen. „Ich habe solch einen Kurs selbst schon erlebt und kann die Sache wirklich weiterempfehlen. Man lernt dort zum Beispiel, die Körpersprache seines Gegenübers zu deuten oder wie man heikle Situationen auch verbal lösen kann“, berichtet der Wachleiter des Rettungsdienstes.   

Außerdem kam vom Landkreis erst kürzlich ein weiteres Angebot für die Rettungsdienstmitarbeiter: „Es handelt sich dabei um Kurse in Zusammenarbeit mit der Polizei, bei denen es um die richtige Vorgehensweise bei Terror-Einsätzen geht. Schon komisch, dass es einerseits heißt, wir sollen uns in keine bedrohliche Situation bringen und seien selbst daran Schuld, wenn wir damit nicht umgehen können. Aber andererseits sieht es der Landkreis trotzdem als notwendig an, uns auf den Umgang mit gefährlichen Einsätzen vorzubereiten.“


Das könnte Sie auch interessieren

TZ-ePaper

ePaper lesen

Lesen Sie das ePaper der Torgauer Zeitung bequem zu Haus oder unterwegs.

Jetzt 14 Tage lang unverbindlich testen!

 
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
09.01.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
16.01.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Weiterbildungsstipendium
23.01.2019, 18:00 Uhr - 23.01.2019
Neujahrsempfang: Gemeinsam für die Region
23.01.2019, 19:00 Uhr - 23:00 Uhr
Workshop: Werkvertrags(Bau)recht nach VOB/B und BGB
29.01.2019, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
Erfolgreiche Unternehmensstrategie
31.01.2019, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
Workshop: Werkvertrags(Bau)recht nach VOB/B und BGB
05.02.2019, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
06.02.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Workshop: Werkvertrags(Bau)recht nach VOB/B und BGB
12.02.2019, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
Gründerabend
13.02.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Treffpunkt für Unternehmen: E-Commerce
04.03.2019, 09:00 Uhr - 10:30 Uhr
IHK-Elternabend
05.03.2019, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
06.03.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
13.03.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
10.04.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
10.04.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
08.05.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
08.05.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
05.06.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
12.06.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
10.07.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
10.07.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
07.08.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
07.08.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
11.09.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
18.09.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
09.10.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
16.10.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
06.11.2019, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
06.11.2019, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

AKTIONEN

So schenkt Torgau

Wir sind die Guten

Festtagsmagazin

INFOS & EMPFEHLUNGEN