Samstag, 15. Dezember 2018

 
Mittwoch, 14. März 2018

DOMMITZSCH

"Eingemeindung kein Thema"

Bürgermeister Otto will Irritationen ausräumen.Foto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

"Eine Eingemeindung nach Dommitzsch steht derzeit überhaupt nicht zur Diskussion. Das war kein Thema und das wird auch kein Thema sein.“

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Trossin/Dommitzsch. Dies hat Trossins Bürgermeister Bringfried Otto im Gespräch mit der TZ noch einmal klargestellt. Er hätte im Übrigen auch gar nicht die Befugnis, eine solch wichtige Entscheidung im Alleingang zu fällen. Da hätten die Gemeinderäte ein gewichtiges Wort mitzureden.

Anlass waren die kritischen Aussagen von Heidrun Schröter, Linke-Kandidatin, kürzlich beim Wahltalk in der Trossiner Narrenklause. Die Roitzscherin, die im zweiten Wahlgang nicht mehr antritt, hatte die Eingemeindung mit Abschluss der Gemeinschaftsvereinbarung quasi als vollzogen gesehen. „Das war Wahlkampf pur“, ärgert sich Bringfried Otto im Nachhinein. Oder sie habe die Vorgänge tatsächlich nicht verstanden. Auf jeden Fall aber hätte der Punkt für große Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Derart große, dass die Trossiner Seite kurzfristig entschied, bei der Sitzung des Gemeinschaftsausschusses in Dommitzsch die Unterschrift aufzuschieben und erst Aufklärungsarbeit zu leisten.
„Man hat darum gebeten, erst mal noch damit zu warten“, bestätigte gestern Lothar Forstner, der zurzeit die erkrankte Bürgermeisterin Heike Karau vertritt. „Es gibt keinerlei Bestrebungen in Bezug auf eine Eingemeindung. Das ist in Trossin völlig verkehrt rübergekommen“, wunderte auch er sich über die Aussagen. Man wolle vielmehr sehen, ob sich auf verschiedenen Gebieten Einsparungen erzielen lassen. „Es ist schön, wenn sich die Bürgermeister von Dommitzsch, Elsnig und Trossin näher kommen und an Verbesserungen in der Zusammenarbeit denken. Das war nicht immer so. Aber Eingemeindung ist völlig falsch“, so Forstner. Wenn gewisse Kosten zum Beispiel bei der Sanierung des Landambulatoriums auftreten, müsse Trossin nicht mitbezahlen. Den Eigenanteil trägt Dommitzsch allein.

Bürgermeister Bringfried Otto hält angesichts der Brisanz des Themas eine Einwohnerversammlung für dringend notwendig. Nächsten Dienstag, um 19 Uhr, will man im Saal der ehemaligen Trossiner Gaststätte die Bürger informieren und die Vorgänge erläutern. „Es gibt da viele Punkte in dem Papier, das in der Dommitzscher Verwaltung erarbeitet wurde. Wir wollen zeigen: Wir stehen dahinter, dass sich in der Region etwas tut“, meint Otto. Das Projekt ziehe sich über neun Jahre hin. Wenn Trossin eine Investition hat, die die Allgemeinheit interessiert, könnte man sie auch mit einbinden und Fördermittel erhalten. Beispielsweise die Turnhallte betreffend. „Die Gemeinde Trossin hat 1300 Einwohner und keinen Arzt. Vielleicht können wir einen Allgemeinmediziner begeistern, der aller 14 Tage in der Gemeinde Sprechstunden anbietet und die Räume finanzieren“, nennt der Bürgermeister weitere Punkte.

Dass die Masse der Leute die Hintergründe offenbar missverstanden hat, findet Bringfried Otto bedauerlich. Man habe im Januar in einer öffentlichen Ratssitzung über das Papier gesprochen und es fand  im Februar eine Ausschusssitzung statt, bei der es den Räten erläutert wurde. „Als Frau Schröter beim Wahltalk sagte, dass der Trossiner Bauhof nach Dommitzsch soll, löste das nur Kopfschütteln bei mir aus. Wir können unsere Technik gar nicht in der Gänsebrunnenstadt deponieren. Das wäre auch Schwachsinn, wenn der Traktor dann von dort aus immer in unsere Ortsteile zuckeln soll. Im Gegenteil. Dommitzsch will eventuell selber wieder einen Bauhof aufbauen und einen Mitarbeiter einstellen. Die Überlegung ist, wie man bei Abrechnungen und bei der Beschaffung von Betriebsstofffen zusammenarbeiten kann. Oder bei Ausnahmesituationen wie dem letzten Orkan: Dann kann man Kräfte und Technik aus Elsnig, Trossin und Dommitzsch vielleicht bündeln und gemeinsam agieren. Das muss vertraglich geregelt sein“, so Otto.

Die „Interkommunale Zusammenarbeit“ mit Bad Schmiedeberg, die am Montag bei der Ratssitzung in Dommitzsch behandelt wurde, hat damit übrigens gar nichts zu tun. „Hier bekam Bürgermeisterin Heike Karau die Ermächtigung, Verhandlungen mit der sachsen-anhaltinischen Nachbarstadt zu führen und Synergieeffekte auszuloten bei Bibliothek, Feuerwehr, Tourismus, Gewerbeansiedlung, ÖPNV und Verkehrsinfrastruktur sowie Betreuungsangebote für ältere Menschen. Beide Kommunen kämpfen derzeit um den Status „Grundzentrum“.


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