Dienstag, 19. Juni 2018

 
Mittwoch, 14. März 2018

NORDSACHSEN

"Verspätet und verfehlt"

Dr. Michael FriedrichFoto: TZ/Archiv

Presseinfo

LINKE im Kreistag Nordsachsen halten nicht viel vom Lehrerpaket der Landesregierung

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Nordsachsen. Die LINKE im Kreistag Nordsachsen kann sich mit den Inhalten des Sächsischen Lehrerpakets nicht anfreunden. Minimale Sympathie gibt es dafür, dass die monatelange Entscheidungsblockade nun durchbrochen sei. „Sicherlich werde die teilweise Verbeamtung der Lehrerinnen und Lehrer und die zusätzlich beschlossenen finanziellen Anreize die Bewerberlage etwas entspannen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei.

Für Dr. Michael Friedrich, den Vorsitzenden der LINKEN im Kreistag ist das Instrument der Verbeamtung dennoch ein  zweischneidiges Schwert. „Die Maßnahmen kommen um Jahre zu spät und sind im Kern verfehlt, weil die Verbeamtung zwingend eine unschöne Zwei-Klassen-Lehrerschaft zur Folge hat. Von den rund 30 000 Lehrkräften in Sachsen können lediglich rund 7 000 verbeamtet werden, weil diese unterhalb der Altersgrenze von 42 Jahren liegen.“
Der größere Teil der Lehrerschaft, der in den vergangenen Jahren den Schulbetrieb am Laufen gehalten habe, komme eben gerade nicht in den Genuss der Verbeamtung. Zudem sei fraglich, ob die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer sich für die ländlichen Regionen bewerben werden, in denen der Bewerbermangel am größten sei.

„Ich kann nicht erkennen“, so Friedrich, „warum der durch viel Kreativität gekennzeichnete Lehrerberuf nun gerade eine hoheitliche Aufgabe sein sollte, die nach dem Grundgesetz allein eine Verbeamtung rechtfertigt.“ Dieser Status sollte seiner Meinung nach äußerst sparsam nur für den Kernbereich hoheitlicher Aufgaben wie Polizei und Justiz zur Anwendung kommen. Dies auch deshalb, weil ein Großteil der Kosten für die neuen Beamten die nächste Generation belasten wird.

Die jetzt in dem Paket mit beschlossene Anerkennung von Lehramtsabschlüssen nach dem Recht der DDR über 27 Jahre nach dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland ist nach Friedrichs Verständnis keine Frage der Kulanz, sondern schlicht ein Gebot der Fairness und Ausdruck der Wertschätzung.


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