Sonntag, 16. Dezember 2018

 
Samstag, 24. März 2018

OSTELBIEN

"Es geht um unsere Kinder"

Bürgermeister René Vetter (rechts) überzeugt sich vom Fortgang der Arbeiten im neuen Feuerwehr-Gerätehaus.Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Bürgermeister René Vetter im TZ-Jahresinterview über Sorgenkinder, verheißungsvolle Pläne, wenig Geld und viel Spaß

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Beilrode. Im TZ-Jahresinterview spricht Bürgermeister René Vetter über steigende Kinderzahlen, über neue Gewerbeansiedlungen, die Bahnhofssanierung und Schaffung eines Eigenheimstandortes.

TZ: Nur 37 Anmeldungen! Wird es auch in diesem Jahr wieder ein harter Kampf um die Bildung einer zweiten 5. Klasse an der Oberschule Beilrode?
R. Vetter:
Mit Stand von Dienstag sind es 38 Anmeldungen und wir sind mit weiteren interessierten Eltern im Gespräch. Nicht zuletzt geht es darum, den Oberschulstandort Torgau zu entlasten. Wir sind sehr optimistisch.

Bis wann müssen Sie die fehlenden zwei Schüler vorweisen?
Laut Bildungsagentur reicht es, wenn zum Schuljahresbeginn die Zahl 40 erreicht ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch im September zwei 5. Klassen in Beilrode haben. Die nächsten Jahre werden hoffentlich entspannter. Die Kinderzahlen sind generell steigend in der Gemeinde. Man sieht vor allem im Kita- und Krippenbereich einen enormen Zuwachs.

Woran liegt das? Gibt es wieder mehr junge Menschen in den Orten? Haben die Familien den Mut, mehr Kinder zu zeugen?
Sowohl als auch. Die Einwohnerzahl in der Gemeinde war in den vergangenen zwei Jahren steigend, jetzt ist sie gerade leicht fallend. Die Geburtenzahlen sind stabil, liegen zwischen 30 und 40 Geburten pro Jahr. Die Kitas in Beilrode, Dautzschen und Zwethau sind voll ausgelastet.

Wird es am Schulstandort weitere bauliche Verbesserungen geben?
Die energetische Sanierung an der Grundschule ist abgeschlossen. Rund 750 000 Euro flossen unter anderem in Außenfassade und Dach. Für das gesamte Areal mit Oberschule, Grundschule und Ostelbienhalle wurde eine neue Heizungsanlage mit Blockheizkraftwerk installiert. Aktuell sind wir dabei, in der Oberschule die Beleuchtung umzustellen, das betrifft Klassenräume und Flure. Die alten Lampen werden durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Nach den Osterferien sollen die Arbeiten beendet sein. Rund 100 000 Euro kostet das Ganze. Wir bekommen dafür einen großen Teil Fördermittel. Außerdem wird die Fluchttreppe erneuert und der Haupteingang bekommt eine neue Treppe sowie eine Behindertenrampe.

Sie möchten gerne mehr junge Familien in Ostelbien ansiedeln. Was macht der geplante Eigenheimstandort?
Wir gehen davon aus, bis zum Ende des Jahres Bauplätze im Sportplatzweg vergeben zu können. Auf der bisherigen Feldfläche sollen sechs bis sieben Häuser entstehen. Damit decken wir die Anfragen, die aktuell vorliegen. Aber es gibt noch weitere Bestrebungen. Und mit unserer Grundstücksbörse haben wir schon gute Erfolge erzielt. Wir vermitteln zwischen Anbietern von Häusern und Flächen sowie Interessenten, die auf der Suche sind. Dabei ist auch die Lückenbebauung in den Dörfern ein großes Thema.

So manche Ruine steht noch aus DDR-Zeiten und verschandelt das Ortsbild. Was kann die Gemeinde tun?
Bei Privateigentum sind uns die Hände gebunden. Wir können nur reagieren, wenn Gefahr im Verzug ist, wie zum Beispiel am Gebäude neben der ehemaligen Gaststätte Büttner. Hier hatte der Sturm Schornsteine und Dach verwüstet, Steine drohten herab zu fallen. Ansonsten versuchen wir für solche Grundstücke Nutzer zu finden und übernehmen die Vermittlerrolle zu den Alteigentümern. Das ist nicht unproblematisch, aber lohnenswert. Die Gemeinde selbst will das ehemalige Kornhaus gegenüber vom Bahnhof demnächst kaufen.

Das Backsteingebäude, das diese Woche in der TZ-Rubrik „Wiedersehen am gleichen Ort“ zu sehen war?
Ja genau. Es stammt aus Privatbesitz und die Erbengemeinschaft hat es ausgeschlagen. Nun bot uns der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen das Gebäude zum Kauf an. Dazu gehört das gesamte Grundstück mit Garagen, Schuppen und dem ehemaligen Wiegehäuschen.

Was hat die Gemeinde damit vor?
Der Platz in zentraler Lage ist strategisch wichtig, besonders in Zusammenhang mit dem Bahnhof. Eine vernünftige Nutzung würde das gesamte Areal aufwerten. Wir möchten vermeiden, dass der Speicher zum Spekulationsobjekt wird.
 
Apropos Bahnhof. Wie ist hier der aktuelle Stand?
Was die Freiflächen im Bahnhofsumfeld betrifft – da haben wir einen Antrag auf Entwidmung bei der Deutschen Bahn gestellt, um Fördermittel zu erhalten. Das alte Bahnerhäuschen hat eine sehr schlechte Bausubstanz. Wir müssen es abreißen. Kürzlich konnten wir es besichtigen, es grünt und blüht im Inneren, man konnte den Himmel sehen und bis in den Keller gucken. Auch das ehemalige Toilettenhäuschen ist nicht mehr zu erhalten. Im April gibt es ein erstes Gespräch mit dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) zur Planung des Park & Ride. Es geht um die Schaffung von Parkflächen, Radboxen sowie einer Buswendeschleife.

Und der Bahnhof selbst?
Hier prüfen wir weiterhin Fördermittel-Quellen, die wir unbedingt brauchen. Eine erste Kostenschätzung zum Ausbau ergab immerhin 1,6 Millionen Euro. Wir bleiben dran!

Themawechsel: Wie lassen sich in der Kommune weitere Arbeitsplätze schaffen?
Perspektivisch möchten wir in der Gemeinde einen neuen Gewerbestandort erschließen. Es gab dazu schon Gespräche  mit der Landesdirektion und dem Landratsamt. Definitiv haben wir bereits eine feste Anfrage zur Ansiedlung  eines Unternehmens. Darüber hinaus gibt es weitere Interessenten. Mehr kann ich zu diesem Thema noch nicht sagen. Der aktuelle Standort Beilrode ist zu 97 Prozent ausgelastet. Hier sind über ein halbes Dutzend Firmen ansässig.

Wie weit sind die Arbeiten am neuen Feuerwehr-Gerätehaus im Park?
Jetzt läuft der Innenausbau mit Fliesenleger und Trockenbauer. Heizung, Lüftung, Sanitär- und Elektroanlagen sollen bis Ende April fertig sein. Bis dahin möchten wir auch mit den Außenanlagen beginnen. Die Backsteinmauer wird weggerissen und der Weg im Park verändert. Eine Niederspannungsleitung muss auf Erdkabel umverlegt werden. Es entstehen neue Parkplätze, dazu muss mit der Verlegung des Hauptweges das Tiergehege leider etwas verkleinert werden. Wir haben den Auftrag zur Gestaltung der Außenanlagen bei der letzten Ratssitzung an eine Firma vergeben. Bis Mitte Juli soll alles fertig sein. Während der Bauzeit wird der Parkweg gesperrt.

Welche größeren Baumaßnahmen stehen noch in der Gemeinde an?
Die Züllsdorfer Straße in Döbrichau wird im 2. Bauabschnitt vom Grundstück Dr. Alex bis zur Landesgrenze erneuert. Während der Sommerferien lassen wir an der Kita Zwethau das Dach sanieren. Außerdem will der Landkreis die Straße von Kreischau bis Eulenau instand setzen, wobei wir in Kreischau eine neue Bushaltestelle errichten werden. Und die Kegelbahn in Großtreben wird ebenfalls saniert.
 
Ihre Bürgermeister-Kollegen haben zuletzt oft die geringe Finanzausstattung der Kommunen kritisiert!
Wir hoffen tatsächlich, aufgrund der Aussagen des neuen Ministerpräsidenten, auf eine bessere finanzielle Unterstützung unter anderem im Kitabereich. Die Kosten je Kita-Platz sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, die Pauschalen des Freistaates blieben gleich. Die Gemeinden beziehungsweise Eltern mussten somit diese Kosten tragen. Wir brauchen hier dringend eine Entlastung! Auch Fördermittel für die Sanierung beziehungsweise den Neubau werden benötigt! Hier sollte uns die Landesregierung stärker unter die Arme greifen! Letztendlich geht es um unsere Kinder und um die Gewährleistung des gesetzlichen Rechtsanspruches auf einen Kitaplatz!  

Beilrode feiert in diesem Jahr Jubiläum. Wie weit sind die Vorbereitungen?
Es gab Beratungen mit allen Beilroder Vereinen und es wurde ein Festkomitee gebildet, dem auch Gemeinderäte und der Bürgermeister angehören. Der Zusammenschluss der Dörfer Zschackau und Zeckritz war am 1. Oktober vor 80 Jahren. Wir werden am 2. Oktober feiern und hoffen natürlich auch auf materielle und finanzielle Unterstützung durch ansässige Firmen. Die Festveranstaltung wird in der Ostelbienhalle stattfinden. Weitere Höhepunkte werden ein Fackelumzug und das Feuerwerk sein.

Sie sind jetzt das zweite Jahr Bürgermeister. Wie lautet Ihr Fazit?
Ich fühle mich in der Gemeinde sehr gut aufgehoben, es ist eine  anspruchsvolle Aufgabe, sie fordert mich und es macht mir auch Freude, als Bürgermeister zu arbeiten. Ich bin häufig im Gemeindegebiet unterwegs, suche das Gespräch  mit Bürgern und unterschiedlichsten Partnern, immer mit dem Ziel, Lösungsansätze für Probleme und die Fortentwicklung aller unserer Ortsteile zu finden . Dabei kann ich auf eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Verwaltung, Gemeinde- und Ortschaftsräten bauen.


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