Donnerstag, 13. Dezember 2018

 
Montag, 30. April 2018

OSTELBIEN

Feierlaune und eine Geschichtsstunde am Panzer

Viele Besucher machten es sich mitten im Park bequem und erlebten unterhaltsame Stunden. Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Besser hätten die Bedingungen gar nicht sein können. Die Sonne strahlte, genauso wie Vize-Bürgermeister Jochen Pulver und die Mitglieder des Feuerwehr-Fördervereins.

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Denn die Sitze rund um das Panzerdenkmal füllten sich mehr und mehr. Am Ende werden es gut 200 Besucher gewesen sein, die am Freitagnachmittag den Weg zum TZ-Frühlingstour-Vor-Ort-Treff fanden. Ein großer Erfolg für das Team der Torgauer Zeitung, die eine alte Tradition in diesem Jahr wieder aufleben lässt.

Wahrzeichen – so das Thema aktuell. Und der russische T 34 ist zweifelsohne ein solches. Nachdem sich die Gäste mit Bratwürsten, Brötchen, dem eigens kreierten Panzerbrot und den verschiedensten Getränken gestärkt hatten, gab es einen spannenden Exkurs in die Heimatgeschichte. Zurück in das Jahr 1975, als das stählerne Kettenfahrzeug auf Beschluss des DDR-Ministerrates nach Ostelbien kam, um hier als Mahnmal für den Frieden zu dienen. „Es musste schneller gehen, als es hätte gehen dürfen“, erinnerte sich Werner Hofmann, damals beim Baubetrieb ZBO beschäftigt. „Wir sollten das Monument errichten.

Es gab aber keine klaren Vorgaben. Wir mussten uns selber Gedanken machen, wie wir das Podest gestalten. Nur braucht Beton eine gewisse Zeit, um seine Festigkeit zu erhalten. Und die hatten wir nicht.“ Mit Schnellfestiger, einem Zusatzstoff, der heute im Baugeschehen fast ständig zum Einsatz kommt, habe man das Problem gelöst. In den wenigen Wochen habe man etwas Ordentliches und Dauerhaftes geschaffen, so der Beilroder stolz. „Wir wollten nicht irgend einen Klotz, sondern etwas Ansehnliches. Die Riemchen am Sockel seien damals greifbar gewesen. Werner Hofmann selbst war bei der Einweihung am 24. April 1975 gar nicht dabei. „Ich hatte meinen Urlaub angetreten. Den wollte man mir nur genehmigen, wenn das Projekt fristgerecht zum Abschluss kommt“, lächelte er.

Dr. Klaus Landschreiber spielte auf die Diskussionen an, die nach der Wende einsetzten. „Viele wollten den Panzer vom Sockel holen, ihn verschrotten. Es gab auch einen Interessenten, der den T 34 in sein Museum holen wollte. Es wurden aber in der Geschichte schon sehr viele Denkmale gestürmt. Ich denke nur an den Alten Fritz in Torgau. Das ist schade und unwiederbringlich.“ Die Gemeinderäte hätten schließlich für das Wahrzeichen gestimmt.

Dr. Klaus Landschreiber witzelte, dass die Genossen des Zentralkomitees  vor 43 Jahren wohl nichts weiter zu tun hatten, um sich für eine solche „Nacht-und-Nebel-Aktion“ zu entscheiden. In einem Kraftakt wurden Robinien gefällt, Tausende Blumen gepflanzt, das ganze Areal umgestaltet und die Fundamente für das Monument gegossen. Die vier Säulen des Sockels wurden scharriert, also damals mit Hammer und Meißel bearbeitet, um die dekorative Oberfläche zu erhalten. „Als Arzt war ich für die medizinische Betreuung der 4000 bis 5000 Festbesucher zuständig. Es ist aber nichts passiert“, so Landschreiber, den es wütend macht, dass das Denkmal inzwischen zur permanenten Angriffsfläche der „Schmierer“ geworden ist. Bürgermeister René Vetter habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um finanzielle Förderung zu erhalten. Damit könnte der Panzer künftig eingefriedet und beleuchtet werden.

Vize-Bürgermeister Jochen Pulver versäumte es im Interview mit TZ-Chefredakteur Sebastian Stöber nicht, sich nochmals bei allen Sponsoren und Helfern zu bedanken, die den T 34 vor eineinhalb Jahren von Rost befreit und mit einem neuen Anstrich versehen hatten. Pulver selbst hatte sich unheimlich für das Wahrzeichen eingesetzt. Walter Kuhne zeigte sich am TZ-Mikro ebenfalls froh, dass der Panzer nach der Wende nicht verschrottet wurde. „Ich habe damals sogar einen Artikel in der Torgauer Zeitung geschrieben. Der T 34 war eine Wunderwaffe der Russen, der den Krieg mit entschieden hat. Braucht Ihr einen neuen Krieg, um neue Denkmale zu bekommen? Behaltet lieber die alten“, richtete er einen Appell an alle Anwesenden und erntete Beifall.

Auch bei Hannelore Sewalsky, damals Lehrerin in Arzberg, kamen Erinnerungen an die Einweihung hoch. „Es war ein hundekalter Tag. Wir hatten Sterne als Winkelemente gebastelt und durften damit in die erste Reihe. Die Kinder hatten Pionierkleidung an. Manche Mädchen trugen weiße Kniestrümpfe. Abends zeigte man die Zeremonie im Fernsehen in der Aktuellen Kamera.“

Helmut und Hildegard Herrmann aus Torgau sind seit Beginn an treue Fans der TZ-Frühlingstour und zeigten sich vom Freitagnachmittag beeindruckt. „Es war super. Wir sind extra mit dem Fahrrad gekommen, haben viele bekannte Beilroder getroffen. Auch in Mockrehna werden wir wieder dabei sein.“
Katrin Weidner eilte mit ihrem kleinen Sohn spontan in den Park, weil ein Bekannter empfohlen hatte: „Komm her. Hier ist was los.“ Ich bin überrascht, lobte sie die Veranstaltung.

Und Dieter Bergel, Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins befand, dass der TZ-Treff sogar noch mehr Besucher verdient gehabt hätte. „Das war gut organisiert und wirklich unterhaltsam.“ Seine Mitglieder am Stand schoben Stress. 160 Bratwürste gingen über den Grill. Den Erlös können die Beilroder, die bei vielen Festen aktiv sind, gut gebrauchen. Sie sparen aktuell für eine Wärmebildkamera, die die aktive Truppe benötigt. TZ sagt Danke an alle Helfer und Unterstützer dieses gelungenen Nachmittages. 


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