Montag, 26. August 2019
Montag, 7. Mai 2018

MOCKREHNA

Denkmal mit Schrittfehler

Der Gutshof hätte sicherlich noch mehr Gäste vertragen.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Die TZ-Frühlingstour machte am Freitag in Mockrehna Station / Mit großem Interesse folgten die Gäste den Ausführungen zur Sagengestalt Pumphut.

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Mockrehna. Es waren recht schmerzvolle Erinnerungen, die bei Manfred Kretzschmar beim Besuch des Mockrehnaer Heimatmuseums am Freitagnachmittag wieder hochkamen. Beim Anblick des sogenannten Siebenriemens musste er an drakonische Strafen während seiner Kinderzeit denken. Nur gut, dass der heimische Birnbaum damals recht hoch war und sich das Teil beim Wurf im oberen Geäst dauerhaft verhakte.

Geworfen hatte um das Jahr 1700 auch jemand. Deutlich höher sogar als Manfred Kretzschmar. Das Ergebnis seines Wurfes ist bis heute noch von weitem zu sehen: Es ist das Beil, das seit 1705 im Mockrehnaer Kirchturm steckt. Werfer war kein Geringerer als der Pumphut, der dem Ortsteil Mockrehna seinen Beinamen verlieh. Freilich ist das Ganze nur eine Sage und das Beil wurde zuletzt 1978 erneuert. Doch was heißt hier „nur“. Die Pumphut- Geschichten faszinieren immer wieder aufs Neue.

So waren selbst am vergangenen Freitag die Besucher der TZ-Frühlingstour von den Ausführungen begeistert, auch wenn Ortsvorsteher Bernhard Wagner gerne ein paar mehr Gäste gesehen hätte. Doch da helfe kein großes Lamentieren. Es sei eben schwer, die Einwohner des Ortes zu mobilisieren. Von daher zeigte sich Gabriele Otto, die Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins, mit der Resonanz auch schon wieder zufrieden.

Empfangen wurden die Besucher direkt vor dem Gutshaus, dem Vereinssitz. Der Gutshof mit seinen Parkplätzen war erst im Oktober des vergangenen Jahres grundhaft saniert worden und dient fortan zur Durchführung diverser Veranstaltungen.
Gleich mehrere Parkplätze hatte dabei ein Claas-Traktor samt Rundballenpresse vom ortsansässigen TechnikCenter Grimma eingenommen, der hier seine ersten „Gehversuche“ unternahm. Doch Vorsicht! Roch es da nicht gleich ein bisschen brenzlich? Kenny Tiedemann, der das Gerät millimetergenau einparkte, und Alexander Krebs beruhigten sogleich: Dies sei nur die Farbe, die sich vom heißen Abgasstrang löst. Keine Gefahr. Alles normal. Der Traktor hatte nämlich noch nicht mal eine Betriebsstunde hinter sich. Das TechnikCenter nutzte die sich mit der Frühlingstour bietende Gelegenheit, um sich vorzustellen.

Vorstellen musste sich diesmal auch der Pumphut. Und das in Mockrehna! Denn nicht alle wussten sogleich, wer hinter der Tracht steckte. Dabei mimt Sebastian Kühne schon seit mehreren Jahren im örtlichen Schulzentrum den Pumphut. Mit ihm ging es dann schließlich zum bronzenen Wahrzeichen an der B87. Und dort begann die Geschichtsstunde gleich mit einem irritierenden Detail, das nicht nur Volker Pohlenz damals beim Besuch eines Ateliers in Bad Schmiedeberg übersah. Pohlenz und einige Mitstreiter waren um das Jahr 2000 bei Gert Büttner zu Gast. Dieser hatte sich im Auswahlverfahren gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt. Nach seinen Vorgaben wurde das Pumphut-Denkmal im niedersächsischenRinteln (bei Hameln) gegossen. Es bringt samt Sockel (Plinthe) stolze 265 Kilogramm auf die Waage und misst vom Scheitel bis zur Sohle 180 Zentimeter. Die Figur symbolisiert nicht nur den sagenhaften Beilwurf, sondern auch all jene Geschichten, die man sich im gesamten mitteldeutschen Raum über die aus der Oberlausitz stammende Sagengestalt erzählt. Problem: So, wie der Mockrehnaer Pumphut das Beil wirft, wirft niemand. Sportlehrerin Cornelia Henker machte es vor: Rechter Fuß nach vorn gestreckt, den rechten Wurfarm nach hinten schwingend. „Das klappt nie“, schmunzelte sie.

Nun denken sich Künstler bei ihren Kreationen sicherlich eine ganze Menge – viel mehr, als so manch einer an der Figur ablesen kann. Doch hier sei wohl definitiv ein Fehler gemacht worden, meinte auch Ortsvorsteher Bernhard Wagner. Einer, der den recht umstrittenen Pump-hut wiederum sehr sympathisch mache. Mittlerweile ist selbst Bernhard Wagner ein Fan von ihm. Und das will etwas heißen. Wagner gehörte zu den größten Skeptikern im Gemeinderat, als es einst um die Namensgebung der Grundschule ging. „Jetzt würde ich meine Enkel liebend gerne in unsere Pumphut-Grundschule schicken“, zeigte sich der Mock-rehnaer spürbar versöhnt.


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