Freitag, 22. Juni 2018

 
Mittwoch, 13. Juni 2018

OSTELBIEN

Hubschrauberflug beendet Storchenbrut

Das tote Storchenküken.Foto: privat

Von Udo Weisser/Christian Wendt

Neubleesern/Dautzschen. Unlängst gegen halb zehn am Morgen. Tiefes Brummen nähert sich dem Beilroder Ortsteil Neubleesern.

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Wenige Sekunden später, die Erde bebt, die Wände wackeln und die Hunde spielen verrückt, donnert ein Hubschrauber der Bundeswehr im Tiefflug über das Grundstück von Jana Helm am Roten Ochsen. Sofort führte sie ihr Weg in den Garten, wo seit vielen Jahren ein Storchenpaar seine Küken aufzieht. Das Paar war verschwunden. Erst nach zwei Stunden kehrte ein Vogel zurück.

Es war das Weibchen, das an seinem Fußring deutlich zu identifizieren ist. Der Partner ist bis zum heutigen Tag nicht wieder aufgetaucht. Ein Todesurteil für den Nachwuchs. Offensichtlich war aus dem Gelege von 4 Eiern auch schon mindestens ein Küken geschlüpft. Am Nachmittag wurde es tot unter dem Nest gefunden. Für Jana Helm stellt sich die Frage nach Sinn und Unsinn solcher Tiefflüge. Anfragen beim Fliegerhorst Holzdorf und dem Beschwerdebüro der Bundeswehr blieben unbeantwortet.

Natürlich nahm sich die Heimatzeitung dieses Falles an. Ein Nachfragen im Fliegerhorst Holzdorf ergab nun folgendes: „Die Hubschrauberbesatzungen müssen im Rahmen der taktischen Aus- und Weiterbildung und in Vorbereitung auf ihre Auslandseinsätze regelmäßig Tiefflüge trainieren. Des Weiteren dienen diese Flüge auch als Training für Hilfseinsätze im Katastrophenfall. So waren unter anderem zwei CH-53 Hubschrauber am 8. Juni 2013 im Bereich Dautzschen eingesetzt, wo ein geöffnetes Siel des Elbedeiches mit dem stundenlangen Abwerfen von „Big Packs“ geschlossen werden konnte.

Flüge über bewohntem Gebiet werden bei Tief- und Nachtflügen auf ein absolut notwendiges Maß beschränkt. Auch am besagten Tag wurde nach Überprüfung der Flugdaten das Grundstück am Roten Ochsen nicht direkt mit einem CH-53 Hubschrauber überflogen. Die Lufttransportgruppe Hubschraubergeschwader 64 bedauert dennoch den Vorfall und bittet die Bevölkerung der umliegenden Städte und Gemeinden um Verständnis für nicht zu vermeidende Geräuschbelästigungen“, hieß es von Oberstabsfeldwebel Klaus Hubmann.


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