Sonntag, 20. Oktober 2019
Montag, 18. Juni 2018

MOCKREHNA

"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst"

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Standen im Mai noch sämtliche Gemeinderäte aus Mockrehna hinter dem Vorhaben, dem Wohngebiet Am Gassenteich einen zweiten Bauabschnitt folgen zu lassen, wartete die jüngste Ratssitzung mit unerwarteten Diskussionen auf.

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Und wieder einmal waren es die Details, an denen man sich hochzog – zugegeben, Details, die nicht ganz unwichtig sind.

Hart verhandelte Sache

Was im Vorfeld den Anschein einer Formsache erweckte, sollte im Versammlungsraum der Mockrehnaer Feuerwehr eine am Ende hart verhandelte Sache werden. Es ging darum, Bürgermeister Peter Klepel in die Lage zu versetzen, mit potenziellen Bauwilligen Verkaufsverhandlungen für einen Teil des im Ganzen etwa 11000 Quadratmeter großen Areals zu führen. Denn offensichtlich liegen nach Angabe Klepels bereits 12 Anfragen vor. „Ich gehe davon aus, dass die Bauanfragen nicht nur unserer Verwaltung auf den Tisch gelegt wurden“, machte Klepel die Wichtigkeit einer schnellen Entscheidung gleich zu Beginn deutlich. Doch ganz so schnell sollte es in der Runde, in der zuvor schon knapp eine Stunde über den ersten Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt Strelln gesprochen wurde, dann aber nicht gehen.

Ein Grund waren zahlreichen Wortmeldungen zum Vorschlag der Verwaltung, den veranschlagten Grundstückspreis von 45 Euro je Quadratmeter schon mal vorsorglich auf 50 Euro zu erhöhen. Hintergrund: Mit dem zusätzlichen Geld will die Gemeinde das zu bebauende Strauch- und Buschland noch vor dem ersten Spatenstich beräumen.

Es war am Wildenhainer Ortsvorsteher und Gemeinderat Robert Schübel (CDU) den ersten Zeigefinger des Abends zu heben. „Was wollen wir eigentlich verkaufen? Wir haben doch noch gar nichts“, machte er auf den Umstand aufmerksam, dass es weder eine Planung noch eine Vorstellung der zu veräußernden Grundstücksgrößen gebe. Zumindest was die Planung betrifft, sprach Bürgermeister Klepel davon, dass er davon ausgeht, in der Sommerpause ein oder zwei Varianten von der zuständigen Planerin vorgelegt zu bekommen.

Seitenhieb

Die nochfolgende Wiederholung Schübels („Wir haben noch nicht mal einen Plan“) ließ die Stimmung bei Peter Klepel jedoch spürbar kippen. „Na gut, war ja nur ein Vorschlag, um den Leuten möglichst schnell etwas vorlegen zu können. Wir können es aber auch wie das Landratsamt machen und alles immer ein wenig verzögern.“ Ein Kitzeln, was Schübel – er arbeitet auf dem Landratsamt – jedoch wenig juckte. Gleichwohl betonte Klepel, dass es bei der zu treffenden Entscheidung noch nicht um die kompletten 11 000 Quadratmeter gehe, sondern nur um die erste Baureihe in Richtung des bereits bestehenden Wohngebiets, für die bereits Baurecht bestehe.

Der Audenhainer Lothar Haupt (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass er zwar mit dem von der Verwaltung vorgeschlagenen 50-Euro-Quadratmeterpreis einverstanden sei, doch sollte man jene Grenze Jahr für Jahr neu definieren.

Ganz und gar nicht einverstanden zeigte sich die Wildschützerin Heidi Hallek (Freie Wähler) mit dem Umstand, dass der Bürgermeister alleine die Verkaufsverhandlungen führen solle. Bedenken, die Amtskollege Dietmar Kloß (CDU) jedoch beiseite wischte: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, haute der Schönaer schon mal eine Ansage heraus. Für jene fünf bis sechs Bauplätze habe der Bürgermeister sofort seine Zustimmung. Ähnlich sah es der Audenhainer Frank Dietze (Freie Wähler). Allerdings sei ihm das Risiko zu groß, den Verkaufspreis von 50 Euro je Quadratmeter dauerhaft festzuschreiben, womit er sich hinter Lothar Haupt einreihte.

Fristverlängerung

Bedenken hatte schließlich auch Mockrehnas Ortsvorsteher und Gemeinderat Bernhard Wagner (CDU). Ihm erschien erstens eine Ein-Jahres-Frist zu knapp, in der die Käufer der Grundstücke mit dem Bauen hätten beginnen sollen. In diesem Punkt verständigte sich der Gemeinderat dann auch auf eine Zwei-Jahres-Frist, die nach Ansicht Klepels notwendig sei, um Grundstücksspekulanten Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Und zweitens: Nach Wagners Worten solle die Gemeinde die Größe der Grundstücke begrenzen – ein Vorschlag, der wenig später bei der Beschlussfassung mehrheitlich angenommen wurde. Demnach wird der Verkauf bei 1100 Quadratmeter gedeckelt. Auch die Preisbildung soll jährlich überprüft werden.

Sozial oder unsozial?

Waren mehr oder weniger sämtliche Fragen zum Verkaufsprozedere dann doch geklärt, lieferte sich dann noch einmal Sandro Oschkinat (Freie Wähler) mit Dietmar Kloß ein kurzes Redegefecht. Oschkinat hätte gern die 45-Euro-Variante gesehen. Diese erschien ihm – anders als die 50 Euro – als sozial. Doch dies wollte Kloß nicht gelten lassen. Auch 50 Euro seien für junge Familien kein unsozialer Beitrag. Wichtig sei jedoch, dass die Gemeinde auf Kostendeckung achte.

Wie sehr all die Diskussionen den Wildschützer Ortsvorsteher und Gemeinderat Jürgen Mangler (Freie Wähler) nervten, war nicht zu überhören: „Ich verstehe nicht, warum das nun alles wieder so langsam gehen soll. Wir wollen überall bauen und immer kommt etwas anderes dazwischen. Wenn Bauplätze verkauft werden können, dann sollen sie verkauft werden.“


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