Samstag, 21. Juli 2018

 
Mittwoch, 27. Juni 2018

TORGAU

130. Vogelart im Glacis gesichtet

Schwarzstorch. Foto: Zeichnung: Ina Bär

Von Georg Frackowiak

Torgau. Am 12. Juni gelang dem versierten Ornithologen Eberhard Leich im Torgauer Glacis die seltene Beobachtung eines Schwarzstorches.

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Offenbar versprach er sich auf der Eisbahnwiese reiche Beute, denn wie sein Vetter, der Weißstorch, ernährt er sich vorrangig von Fröschen. Allerdings stehen auch Mäuse, Regenwürmer, Insekten und allerlei anderes Getier auf seinem Speisezettel. Wie der Name besagt, ist der Schwarzstorch überwiegend schwarz gefärbt. Nur die Unterseite weist eine weiße Färbung auf. Im Gegensatz  dazu leuchten Schnabel und Beine in lebhaftem Rot (siehe Zeichnung).

Auch im Fluge ist dieser Storch an den durchgehend schwarzen Flügeln und dem dunklen Hals leicht von seinem Verwandten zu unterscheiden. Im Gegensatz zu diesem scheut er allerdings die Nähe des Menschen, weshalb er meist nur in urwüchsigen wasserreichen Laubwäldern angetroffen wird. Im Altkreis Torgau dürfte es nach Ansicht von Storchenbetreuer Harald Doms nur drei Brutpaare geben.

Mit dem Waldstorch, wie er auch genannt wird, ist die Zahl der im Glacis festgestellten Vogelarten auf 130 angestiegen, wobei zu berücksichtigen wäre, dass sich der Beobachtungszeitraum über mehr als 40 Jahre erstreckt hat. Viele dieser Beobachtungen sind im Bereich der Eisbahnwiese getätigt worden, was die Bedeutung dieses Gewässers hervorhebt, und zwar nicht nur aus Sicht der Vogelkundler, denn auch Frösche und Kröten benötigen neben Fischen und Insekten dieses Gewässer – sei es als Lebensraum, sei es für die Entwicklung des Nachwuchses.

Aus heutiger Sicht war es auch richtig, am gegenüberliegendem Ufer eine Ruhezone für Wasservögel einzurichten, die von zahlreichen Enten, dem Eisvogel und anderen Arten  genutzt wird. Sie hat sich also bestens bewährt und sollte im Zuge der Vorbereitungen für die Landesgartenschau nicht in Frage gestellt worden, denn mit Ausnahme von Stockenten und Höckerschwänen sind Wasservögel recht scheue Tiere, die auf solche Flächen angewiesen sein dürften.


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