Dienstag, 16. Juli 2019
Sonntag, 1. Juli 2018

MOCKREHNA

"Duften", tuckern und mischen!

Willkommen beim Oldtimertreffen in Wildenhain! Der Fuhrpark, von der Hebebühne aus gesehen.Foto: TZ/J. Tiedke

von unserer Redakteurin Julia Tiedke

Wildenhain. Das 2018er Oldtimer- und Traktorentreffen lockte leidenschaftliche Schrauber und zahlreiche Gäste ins Heidedorf. Hier lesen Sie, was dort von Normag bis Wartburg alles geboten wurde!

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Wildenhain. Auf einen Blick waren sie gar nicht alle zu erfassen: die über 40 aus ganz Sachsen ins Heidedorf gereisten Traktoren und Oldtimer. Von Normag bis Claas, von Cadillac bis Wartburg reihte sich auf der Festwiese ein Schmuckstück ans andere. Organisiert hatte das Treffen ser SCS Tuning, dessen 25 Mitglieder um Mathias Bäßler allesamt Benzin, Diesel oder Gemisch im Blut zu haben scheinen, denn kaum ein Gespräch dreht sich um etwas anderes als die tuckernden Schätzchen.

 

Schrauber, die erwachsen werden

 

„Seit 15 Jahren beschäftigen wir uns nun schon mit der Schrauberei. Angefangen hat alles mit dem klassischen Autotuning, aber wir sind ja auch erwachsen geworden, haben Familien und einige ohnehin Traktoren auf dem Hof. Da kam eins zum anderen und jetzt holen wir alle zwei Jahre noch mehr Traktorenfreunde her, um uns auszutauschen, zu fachsimpeln und Spaß zu haben!“, erklärte Bäßler, wärend er schon wieder bis zum Ellbogen im Motorraum eines Trekkers steckt, die Finger voller Öl und darauf angesprochen ein dickes Grinsen im Gesicht. „So ist das nunmal: Gerade wenn sich alle einfinden und aufstellen, muss man hier und da nochmal ran und ich mache mir gern die Hände schmutzig, wenn‘s ums gemeinsame Hobby geht.“

 

Hier wird noch angekurbelt!

 

Jenes teilt auch Willi Schmidt, der in der Region mit seinem „Fuhrpark“ längst bekannt ist unter den Gleichgesinnten. Sein ältester zur Feier des Tages auf den Platz geparkter Traktor ist der 1938er Normag, der kürzlich sein 80jähriges verzeichnen konnte. Ob man das irgendwie zelebrierte? „Naja, man begießt es und dann sieht man wieder zu, dass er in Schuss bleibt!“ Schließlich sollte er später am Tag noch zeigen, dass er auch mit 80 noch einwandfrei laufen und eine Jauchepumpe in Gang halten kann. Beginn der ersten Vorführung des Tages und geheimes Highlight für alle sonst eher wenig an alten Traktoren interessierten Besucher: Das stilechte Ankurbeln. „Der hier geht noch mit bloßer Muskelkraft, andere wirft man mittels Seil an!“ rief er den staunenden Zuschauern entgegen, bevor es auch schon anfing, zu qualmen und zu glucksen - Musik in Schmidts Ohren.

 

Willi Schmidt beim Ankurbeln seines 1938er Normag-Traktors.

 

Faszination Lanz-Bulldog

 

Dass junge Leute wie er sich heute noch an solcherlei Projekte wagen, in die Jahre gekommene Ernte- und Bauhelfer wie den Normag wieder zusammen zu setzen, nachdem gerade zu DDR-Zeiten oftmals kaum ein intakter gebraucht zu kriegen war, macht Lothar Gruber aus Eilenburg stolz. Wie auch Schmidt weiß er, dass viele schon damals erfinderisch und geschickt sein mussten, um aus Trekkerfragmenten, die „in Säcken, Kisten und auf Paletten“vor sich hin alterten, wieder etwas nutz- und fahrbares zu bauen. „Die LPGs haben ihre alten verschrottet, da blieb einem nichts anderes übrig als zu nehmen, was zu kriegen war.“ Willi Schmidts Eigenbau-Traktor ist gegen Grubers „Schatz“ fast schon unschieinbar. Der 1938er Verkehrs-Bulldog ist ein Relikt einer anderen Zeit. Die Einfachheit der Technik, ihre Funktionalität und Robustheit fasziniert ihn, sagt Gruber. Zu seinen Glanzzeiten hat der Lanz Bulldog schwere Lasten gezogen, sowohl in der Landwirtschaft als auch auf Flugplätzen, wo scheres Gerät von A nach B transportiert werden musste.

 

Aufmerksamkeit ist gewiss

 

Heute aber wird sein „Unikat“, so nennt er das in der Szene seltene Gefährt, auch schonmal zum Eisessen aus der Scheune geholt. „Wenn Sie mit dem hier vorrollen und es ist gerade recht viel Betrieb, kommen Sie eher dran, wenn Sie ihn etwas laufen lassen. Dann wollen nämlich alle erstmal gucken, was da so tuckert und stellen sich einfach später neu an.“, verrät Gruber mit gewissem Schalk im Nacken. Auch seine Frau fahre gern mit und verstehe, dass man mit dieser Leidenschaft eben ein „kleines bisschen verrückt“ werde, wie er es ausdrückte.

 

Mit dem QEK bis nach Rügen

 

Verrückt ja, aber nicht ganz so hochbeinig fuhren auch die Ehepaare Barisch und Schubert, jeweils im glänzend blauen Wartburg in Wildenhain vor. Seit zehn Jahren fahren die Freunde bereits gemeinsam aus, ihre Aufmerksamkeit auf das Heidedorf mit seinem Oldtimertreffen gelenkt hatte die Tochter der Barischs. „Wir lieben solche Veranstaltungen, sind schon überall gewesen und zeigen auch gern, was wir in zeitaufwändiger KLeinarbeit gemeinsam aus den eigentlich alten Kisten gemacht und wie wir sie bis heute fahrtüchtig erhalten haben.“, so Hans-Joachim Schubert. Wenn es mal etwas weiter weg gehen soll, werde einfach der „QEK“, ein Campinganhänger, den man auch an Trabant und Saporoshez ankoppeln konnte, angehangen. „So sind wir auch schon bis Rügen oder in den Harz gefahren!“, erinnert sich Ingo Barisch. Und die Frauen der Bastler? „Die mischen den Sprit!“. Denn, so erklärt Schubert, das Benzin zu DDR-Zeiten sei nicht so hochoktanig gewesen, das inzwischen übliche 98er-Benzin allerdings sei richtiges Gift für die alten Motoren. Daher die fröhliche Mischerinnenclique im Rücken der tüftelnden Männer.

 

So steckt man den Nachwuchs an

 

Da so viele unterschiedliche Modelle auch in ganzer Pracht bewundert werden wollen, hatte das Team vom SCS eigens eine Hebebühne organisiert, auf der man den Blick über die Karossen und die Gegend in bis zu 48 Metern Höhe genießen konnte. Den modernen Gegenpart zu den „Großvätern und Urgroßvätern“ heutiger Traktoren bildete ein von der Firma TC Grimma, die auch eine Hüpfburg in Traktorform für die kleinen Gäste zur Verfügung stellte. Besonderer Höhepunkt für alle Aussteller, Gäste und Anwohner dürfte aber die gemeinsame Ausfahrt am Nachmittag gewesen sein, die sich zig Meter lang durch den Ort schob und auch den Kleinsten staunend den Mund offen stehen ließ.


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