Sonntag, 16. Dezember 2018

 
Sonntag, 8. Juli 2018

DOMMITZSCH

Die "Schafe" haben den Bann gebrochen

Beim letzten Spiel mussten Wasserbomben sicher befördert werden, um sie anschließend in den Eimer auf dem Kopf des Team-Captains zu werfen. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Volontär Nick Leukhardt

Roitzsch. Die beiden Dorfhälften traten bei den Roitzscher Turmfestspielen wieder gegeneinander an und kämpften in sechs Diszplinen um den Stein der Schande.

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Es war ein harter Kampf, spannend bis zum Schluss und der Sieger am Ende ein absolut überraschender. Am Samstag war es endlich wieder soweit. In Roitzsch wurden zum mittlerweile fünften Mal die allseits beliebten Turmfestspiele ausgetragen, ein „sportlicher“ Wettkampf der ganz besonderen Art.

Die beiden Dofhälften, Team Ziegelteich und Team Schafteich, traten gegeneinander an und kämpften in insgesamt sechs Disziplinen darum, wer den so genannten Stein der Schande bis zum nächsten Jahr in seine Dorfhälfte legen muss. Dieser große Stein, komplett in knallpinke Farbe gehüllt, verbrachte die letzten drei Jahre in der Schafteich-Hälfte und dementsprechend motiviert ging dieses Team auch an den Wettkampf heran.

Auch dieses Jahr hatten sich die vier Spielemacher wieder selbst übertroffen und sechs Disziplinen ersonnen, welche nicht nur für die Spieler, 10 bis 15 pro Team, einen Heidenspaß bedeuteten, sondern auch das Publikum regelmäßig in schallendes Gelächter versetzten.

Eine mehr als amüsante erste Halbzeit

Mit dem ersten Spiel starteten die beiden Mannschaften ganz entspannt in den Wettkampf. Bei den „Melodien für Millionen“ musste nichts weiter gemacht werden als Serienmelodien zu erkennen. Magnum, Baywatch und zahlreiche andere Klassiker wurden vorgespielt und von den Kontrahenten erraten. Hier hatten die „Schafe“ den besseren Riecher und holten sich ihren ersten Punkt.
Und der Zweite folgte direkt im Anschluss. Bei dem Spiel „Panzerknacker“ galt es, mit einem Messer einen bestimmten Geldbetrag aus einem durchsichtigen Sparschwein zu angeln. Jeweils fünf Spieler traten hier gegeneinander an und stocherten was das Zeug hielt in den Schweinchen herum. Am Ende bewies dann aber doch das Team Schafteich das glücklichere Händchen und holte sich den Punkt zum 2:0.

Was darauf folgte war wohl mit Abstand das witzigste Spiel der ersten Halbzeit. Bei dem Spiel „Blinde Kuh“ ging es darum, mit verbundenen Augen verschiedene Symbole zu legen. Jedoch nicht mit Bauklötzen, Tüchern oder irgendwelchem anderen Material, sondern mit sich selbst. Die Kontrahenten verrenkten ihre Körper nach allen Regeln der Kunst um Dreiecke, Kreise oder Zahlen zu formen. Das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus und auch die Spielmacher, die sich diese mehr als amüsante Disziplin ausgedacht hatten, amüsierten sich herrlich bei diesem albernen Schauspiel. „Also da haben wir uns wirklich selbst übertroffen“, sagte die schallend lachende Julia Timm. Sie hat sich, zusammen mit ihren drei Kollegen, innerhalb des letzten Jahres die Disziplinen für die
5. Roitzscher Turmfestspiele ausgedacht und geplant. „Es ist jedes Jahr wieder solch ein wahnsinniger Spaß, einfach toll. Sowohl das Erfinden der Spiele als auch dann zu sehen, wie die Spieler sie ausführen ist ein echtes Highlight.“ Dieses Spiel entschieden übrigens die Ziegelteichler für sich und holten sich damit die 2:1-Führung.

Gute Unterhaltung auch in der Pause

Nach diesem mehr als würdigen Halbzeit-Schlusspunkt folgte eine kleine Pause, in der sich das Geschehen weg vom Spielfeld hin zur Bühne verlagerte. Nachdem dort die Voltigier-Gruppe aus Vogelgesang ihr Können präsentiert hatte, hatten die Roitzscher Turm-Kids auch noch ihren großen Auftritt und zeigten den zahlreich auf dem Festplatz erschienen Gästen eine fröhliche Tanzeinlage. Und all jene, die sich weder aus Voltigieren noch aus Tanzen etwas machten, gab es etwas Abseits noch die Möglichkeit, sich bei der Oldtimermeile satt zu sehen. Hier standen zahlreiche alte Motorräder, Autos und andere Gefährte in Reih und Glied, daneben hatte der Roitzscher David Kölsch seine Sammlung an Modellflugzeugen aufgebaut. Diese fanden vor allem bei den jüngeren Gästen regen Zuspruch, auch wenn die Flugzeuge die ganze Zeit am Boden blieben.

Sanfter Start, komplizierter Schluss

Nachdem dann Spieler und Publikum genug Zeit gehabt hatten, einmal kräftig durchzuatmen und sich noch einmal ordentlich zu stärken, ging es in die zweite Halbzeit. Diese begann mit einem Spiel, welches wohl das eine oder andere Spielerherz höherschlagen ließ. Bei dem vierten Spiel, „Geschmacksexplosion“, ging es nämlich darum, Biersorten zu erkennen. Jeweils sieben Gläser waren mit dem goldenen Gerstensaft gefüllt und standen für die Kontrahenten zum probieren bereit. Diese mussten dann all ihre trinkerische Expertise herausholen und die sieben Gläser den sieben verschiedenen  Biersorten zuordnen. Einzelne Marken, wie etwa das Erdinger Weißbier oder das alkoholfreie Jever Fun waren dabei für beide Teams leicht zu erkennen, bei den eher gleichschmeckenden Pils-Sorten wie Sternburg oder Ur-Krostitzer kamen die Mannschaften dann doch auch durcheinander. Am Ende bewiesen die Männer und Frauen aus der Ziegelteich-Hälfte doch den feineren Gaumen und holten sich damit nicht nur den Sieg über diese Disziplin sondern auch den Ausgleich zum 2:2.

Ähnlich amüsant wie die „Blinde Kuh“ kam auch das letzte richtige Spiel des Tages daher. Bei dem obligatorischen Parcour-Spiel ging es in diesem Jahr nicht nur höchst sportlich, sondern vor allem auch richtig kompliziert zu.

Hier ein kurzer Erklärungsversuch:
Die beiden Mannschaften teilten sich in jeweils vier Teile. Der erste Teil, bestehend aus drei Spielern, musste das komplette Spielfeld auf drei Beinen überqueren. Ein Spieler nahm einen anderen auf den Rücken, der dritte hüpfte auf einem Bein hinterher. Am anderen Ende des Feldes angekommen wurde mit der zweiten Gruppe abgeschlagen, welche sich daraufhin, die ganze Zeit Händchen haltend, in Richtung der dritten Gruppe bewegte. Dabei durften sie allerdings nicht einfach rennen, gehen oder hüpfen, sondern mussten sich mit Purzelbäumen fortbewegen. Sobald sie mit der dritten Gruppe abgeklatscht hatten, musste diese sich bis zur ursprünglichen Startlinie bewegen und dabei ein Tablett mit Wasserbomben darauf möglichst gerade halten, sodass keine der Bomben herunterrollte.

Der letzte Teil hätte eigentlich dann noch vorgesehen, dass die Wasserbomben von der Ziellinie aus in einen Eimer, der auf dem Kopf des Team-Captains befestigt war, geworfen werden mussten. Eigentlich deshalb, weil es dazu gar nicht mehr kam. Das Team Ziegelteich hatte schon beim Erreichen der Startlinie gar keine Wasserbomben mehr übrig, wodurch dieser letzte Schritt hinfällig wurde. Das Team Schafteich hatte somit die Disziplin gewonnen und es entbrannte eine wilde Wasserbombenschlacht. Damit stand es also 3:2 für die „Schafe“ und der Ziegelteich hatte nur noch eine Disziplin, um den Ausgleich zu holen und damit ins Stechen zu gehen.

Roitzscher Turmfestspiele 2018 ( weitere Bilder ansehen…)

Flaggen brachten die Entscheidung

Aber dazu, soviel sei schonmal verraten, kam es erst gar nicht. Denn bei der letzten Disziplin ging es weder um Sportlichkeit, Geschicklichkeit oder Wissen, sondern um Kreativität. Den gesamten Spieltag über hatten beide Teams Zeit, ihre eigene Roitzsch-Flagge zu entwerfen und zu gestalten und die sollte nun am frühen Samstag-Abend die Entscheidung bringen. Die beiden Kunstwerke wurden präsentiert und die Gäste dazu aufgefordert, sich hinter ihrem Favoriten zu positionieren.

War das Verhältnis anfangs noch einigermaßen ausgeglichen strömten nach und nach immer mehr Menschen auf die Seite der Schafteichler, was ihnen dann tatsächlich den 4:2-Sieg brachte und sie in wilde Jubelstürme ausbrechen ließ. Denn dieser Triumph war nicht einfach nur ein Sieg, sondern er brach auch den Bann, unter dem die Schafteich-Dorfhälfte seit drei Jahren litt. Dreimal in Folge hatten sie die Roitzscher Turmfestspiele verloren, nun konnten sie endlich wieder den Stein der Schande von sich abstoßen und in die andere Dorfhälfte verbannen.

Eine Überraschung zum Schluss

Doch bevor es am Abend dann zu großen Siegerehrung kam, hatte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Roitzsch, Ausrichter der Turmfestspiele, eine ganz besondere Überraschung für alle anwesenden. Die Kreativaufgabe im vergangenen Jahr sah vor, einen eigenen Roitzsch-Song zu dichten, welcher dann vom Publikum bewertet wurde. Den Siegersong ließ der Förderverein dann für die diesjährigen Festspiele von einer professionellen Sängerin einsingen  und präsentierte es am Abend bei der Siegerehrung und den Feierlichkeiten im Anschluss. Zu „Wir sind Roitzscher“ feierte der ganze Zeltplatz und genoss noch den ausklingenden Samstag, bis sich dann irgendwann die Feier auflöste und viele erschöpfte Spaß-Athleten in ihren wohlverdienten Feierabend aufbrachen.

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